Luzerner Imker sind sauer über eine Gebühr

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Ein Bienenvolk beim Futtereintragen. Ein Imker mit 100 Völkern muss jedes Jahr 500 Franken an den Kanton entrichten.Bild: zvg

Die Luzerner Regierung hat die 2012 erfolgte Abschaffung der Seuchenkassenbeiträge auf Anfang Jahr rückgängig gemacht. Neu sollen Imker fünf Franken pro Bienenvolk zahlen. Doch in der Imkerschaft regt sich Widerstand, geht aus einer Mitteilung des Verbands Luzerner Imkervereine (VLI) von gestern hervor. Kantonsrat Thomas Grüter (CVP, St. Urban) hat mit dem Verband zusammen einen Vorstoss eingereicht. Er will von der Luzerner Regierung wissen, wie sich die Wiedereinführung solch hoher Beiträge rechtfertigen lasse.

Zum Verständnis: Der Kanton Luzern lässt durch seinen Veterinärdienst für die Bekämpfung von Tierseuchen eine Kasse führen. Aus dieser werden Kontrollen des Veterinärdienstes und Entschädigungen an Tierhalter finanziert, wenn sie wegen Seuchen Tiere verlieren. Die Kasse wird laut dem VLI jedes Jahr mit 1,6 Millionen Franken aus der öffentlichen Hand, aber auch Beiträgen von Tierhaltern, alimentiert. Für eine Kuh wird vier Franken, für ein Pferd zehn Franken und für ein Mastschwein ein Franken jährlich eingezogen. Die Bienen waren seit acht Jahren ausgenommen.

Gebühr von einem auf fünf Franken gestiegen

Für die Imker ist schwer nachvollziehbar, dass sie ab 2020 mit fünf Franken pro Bienenvolk «unverhältnismässig stark zur Kasse gebeten werden sollen». Früher, vor der Abschaffung der Tierseuchenkassenbeiträge, sei es noch ein Franken pro Volk gewesen. Simon Gisler, Präsident des Imkervereines Sursee, ist federführend beim Widerstand gegen den Regierungsratsbeschluss und präsidiert eine vom Verband Luzerner Imkervereine (VLI) gebildete Arbeitsgruppe. Er hat den Kontakt zu Kantonsrat Thomas Grüter hergestellt. Der «Sohn eines passionierten Imkers und Biolandwirt in St. Urban habe ein offenes Ohr für die Anliegen der Imkerschaft», heisst es in der Mitteilung.

Thomas Grüter sagt: «Ich verstehe, dass die Imker diesen Beitrag von fünf Franken pro Volk ungerecht finden. Angesichts des hohen Nutzens, welchen wir Landwirte und die ganze Bevölkerung aus der Bestäubungsleistung der Bienen ziehen, darf mit Recht gefragt werden, ob das Erheben von hohen Seuchenkassenbeiträgen für Bienen das richtige Zeichen ist.» Obwohl die Bienenhaltung für die Luzerner Volkswirtschaft eine Wertschöpfung von rund zwölf Millionen Franken bringe, unterstütze der landwirtschaftlich geprägte Kanton Luzern im Vergleich zu anderen Kantonen die Bienenhaltung in sehr bescheidenem Mass. Die Wiedereinführung der Gebühr 2020 komme den Imkern «schräg» rein, erklärte Grüter weiter gegenüber dieser Zeitung. Sie seien zwar orientiert worden, doch ihre Meinung konnten sie nicht einbringen. «Der Entscheid ist umso unverständlicher, als die Krankheiten bei den Bienen abgenommen haben», sagt Grüter. Laut dem Gemeindepräsidenten Pfaffnaus haben Imker zwischen drei bis zu 100 Bienenvölker. «Die fünf Franken könnten bei vielen Völkern also durchaus wehtun.» Alle Imker im Kanton zu eruieren, wäre zudem mit einem grossen administrativen Aufwand verbunden. Und was meint der Kanton zu alledem? «Da es zu diesem Thema einen parlamentarischen Vorstoss gibt, der hängig ist und entsprechend also noch keine Antwort des Regierungsrats vorliegt, kann der Veterinärdienst momentan keine Stellung nehmen», sagt Noémie Schafroth, Leiterin Kommunikation im Gesundheits- und Sozialdepartement.

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Max Lieni
schrieb am 13.05.2020 01:32
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