Nach zwölf Jahren Berlin ist Fabian Lustenberger zurück in der Heimat

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YB-Captain Fabian Lustenberger (Iinks) hofft, dass die Schweizer Fussballsaison 2019/20 zu Ende gespielt wird. (Bild: Peter Klaunzer/key)

In jeder Krise gibt es auch positive Aspekte. Im Fall von Fabian Lustenberger bezieht sich das auf die Familie. Weil der Meisterschaftsbetrieb in der Super League wegen des Corona-Lockdowns seit Mitte März ruht, konnte der 32-jährige Innenverteidiger der Young Boys ungewohnt viel Zeit mit seiner Frau Monique und den drei Kindern verbringen. «Monique kehrte bereits vor zwei Jahren mit den Kindern in die Schweiz zurück. Jetzt konnte ich vieles nachholen, geniessen und etwas abschalten», erzählt Lustenberger, der im vergangenen Sommer nach zwölf Jahren bei Hertha Berlin zu YB gewechselt hat.

Dank der Rückkehr in die Heimat gehören die regelmässigen Flüge zu seinen Liebsten der Vergangenheit an. Stattdessen waren bis zu Beginn des Lockdowns spontane Besuche der Grosseltern oder Treffen mit Freunden wieder möglich. «Der Wechsel macht vieles einfacher», sagt Lustenberger, der für die Berliner 220 Partien in der ersten Bundesliga und deren 52 in der zweiten Bundesliga absolviert hat.

Freude über die Rückkehr und Bundesliga im TV
Der gebürtige Nebiker, der bei YB die Captainbinde trägt, hat sich nach über einem Jahrzehnt in der Fremde in der Schweiz schnell wieder zurechtgefunden. «Es fühlt sich wie zuhause an», sagt Fabian Lustenberger. Ganz spurlos an ihm vorbei ging das Leben in Deutschlands Hauptstadt allerdings nicht. «Manchmal sage ich, dass ich ein halber Deutscher sei. Monique meint aber, dass stimme nicht, weil ich ja keinen Pass besitze», sagt Lustenberger schmunzelnd. Ab und zu vermisse er die «coole Stadt» Berlin schon, aber die Freude über die Rückkehr überwiege klar. «Deshalb bereue ich meinen Schritt keineswegs.»

Den Kontakt zu Berlin und der Hertha hat Lustenberger nicht abgebrochen. Drei, vier Leute aus dem Umfeld des Klubs halten ihn über das Geschehen auf dem Laufenden. Die Meisterschaftsspiele verfolgt er, wenn immer möglich, live vor dem Fernseher. «Bereits als kleiner Junge habe ich die legendäre Bundesliga-Sendung ‹Ran Sat 1› geschaut», erzählt Lustenberger. Die nächste Gelegenheit für Live-Fussball bietet sich am Samstag, wenn die Bundesliga-Saison 2019/20 nach zehn Wochen Corona-Pause fortgesetzt wird und Hertha Berlin auswärts in Hoffenheim (16.30 Uhr) zu Gast ist.

Was für den Tabellen-13. – der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt sechs Punkte – in den verbleibenden Spielen ohne Zuschauer noch möglich ist, ist für Lustenberger schwierig einzuschätzen. «Geisterspiele sind unberechenbar», sagt Lustenberger. Er hoffe aber, dass Hertha die Saison unter dem neuen Trainer Bruno Labbadia gut zu Ende bringen und danach positiv in die nächste Meisterschaftskampagne starten kann.

Im Titelkampf setzt Fabian Lustenberger auf Bayern München. «Bis zur Winterpause dachte ich, dass es Leipzig schaffen könnte. Jetzt gehe ich davon aus, dass die Bayern mit ihrer Qualität durchmarschieren werden», sagt er. Sollte der Leader trotzdem straucheln, dürfte die Spannung im Saison-Endspurt zurückkehren. «Hinter Bayern lauern Teams wie Dortmund, Leipzig, Mönchengladbach oder Leverkusen, die an ihre bisherigen Leistungen anknüpfen wollen», erklärt Lustenberger.

Erstes Training mit den Mitspielern steht an
Ob auch die Schweizer Fussball-Meisterschaft fortgesetzt wird, steht derzeit in den Sternen. Der Bundesrat hat zwar unlängst grünes Licht für eine Wiederaufnahme des Profi-Spielbetriebs ab dem 8. Juni gegeben, einen definitiven Entscheid über den wie von der Swiss Football League vorgeschlagenen Start am Wochenende des 20. und 21. Juni wollen die Klubs aber erst an einer ausserordentlichen Generalversammlung am 29. Mai fällen.

Für Fabian Lustenberger wäre der einzuschlagende Weg klar: «Ich möchte die Saison gerne zu Ende spielen. Da spricht der Sportler aus mir», sagt er. «Ich verstehe alle Mannschaften und Vereine, bei denen es um finanzielle Probleme geht, aber rein von der sportlichen Seite her wäre eine Fortsetzung interessant und würde uns allen in dieser schwierigen Zeit guttun.»

Nach sechs Wochen individuellen Einheiten ist bei den Young Boys am kommenden Montag das erste Mannschaftstraining angesetzt. «Es gab Tage, da hatte ich keine Lust», gesteht Fabian Lustenberger. Nach jedem Training sei er aber froh gewesen, etwas für seine Fitness gemacht zu haben. «Schliesslich will ich auf einem gewissen Niveau wieder einsteigen und nicht bei null beginnen», betont Lustenberger. Ganz der Profi hat er in den vergangenen Wochen versucht, das Beste aus der Situation zu machen. «Gleichwohl bin ich froh, wenn ich ab Montag wieder meinen Beruf ausüben kann.»

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