Lehrermangel: Kanton relativiert die Zahl der offenen Stellen an Aargauer Schulen

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Leere Klassenzimmer wird es nach den Sommerferien im Aargau kaum geben, aber das Problem des Lehrermangels ist nicht nachhaltig gelöst. (Symbolbild) © Keystone/SALVATORE DI NOLFI

Wer im kantonalen Lehrstellenportal gestern Mittwoch auf «alle Stellenangebote» klickte, fand 302 Stellenangebote. Auch letzte Woche lag die Zahl jeweils über 300 – in der AZ vom Samstag sagte Philipp Grolimund, Präsident des Verbandes Schulleiterinnen und Schulleiter des Kantons Aargau: «Eigentlich möchten wir die offenen Stellen bis Ende April besetzt haben, die Realität ist aber, dass manche Schulen noch in den Sommerferien kurzfristig Lehrpersonen einstellen müssen.»

 

Simone Strub, Mediensprecherin des kantonalen Bildungsdepartements, hält dazu fest: «Es ist richtig, dass es für die Schulleitungen jedes Jahr eine anspruchsvolle Aufgabe ist, alle Pensen abzudecken und das Team der Lehrpersonen für das neue Schuljahr zusammenzustellen.» Dies gelte umso mehr, als zurzeit zahlenmässig eher starke Jahrgänge in Pension gehen und gleichzeitig die Schülerzahlen anwachsen. «Dazu kommt dieses Jahr die Einführung von neuen Stundentafeln aufgrund des neuen Aargauer Lehrplans und die Einführung der neuen Ressourcierung, die auch die Planungs- und Vorbereitungsarbeiten fürs neue Schuljahr beeinflusst», ergänzt Strub.

Weniger offene Stellen als im Vorjahr

 

Allerdings fehlten im Aargau nicht 300 Lehrpersonen, sagt die Sprecherin des Bildungsdepartements. «Gemäss unserer Auswertung der Ausschreibungen im Schulportal, waren mit Stichtag am letzten Freitag in 262 Inseraten Pensen im Umfang von 139.65 Vollzeitstellen ausgeschrieben.» Im Vorjahr waren es zum selben Zeitpunkt 342 Inserate mit Pensen im Umfang von 194.2 Vollzeitstellen. Den höchsten Stand hatten die Ausschreibungen dieses Jahr laut Strub vor fünf Wochen. Damals waren 346 Ausschreibungen für 200.57 Vollzeitstellen online, seither gehe die Zahl wöchentlich zurück.

Am meisten offene Stellen gab es im Schulportal letzte Woche auf der Primarschulstufe mit 103 Inseraten für insgesamt 62.91 Vollzeitstellen. «In vielen Fällen handelt sich um kleinere Restpensen», sagt Strub, so gebe es zum Beispiel 16 Ausschreibungen für Pensen an der Sekundarschule im Umfang von insgesamt nur 6.42  Vollzeitstellen, also durchschnittlich ein 40-Prozent-Pensum.

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