Bei zu wenig Abstand pfeifts: Oerlikon testet neue Technologie in Wohlen

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Wird zwischen den Mitarbeitern länger als fünf Sekunden der Mindestabstand von 1,6 Meter unterschritten, ertönt ein Warnsignal (AZ)
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Der Transponder wiegt weniger als 10 Gramm (AZ)
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Sind zwei oder mehr Transponder zu nahe beieinander, blinkt die LED rot, bevor nach ein paar Sekunden ein Warnton ertönt (AZ)

Konzentriert und ruhig arbeiten die 220 Angestellten der Oerlikon Metco an ihren Arbeitsplätzen in den Werkhallen am Standort Wohlen. Plötzlich unterbricht ein unangenehmer, schriller Pfeifton die Ruhe. Abstandsalarm. Zwei Mitarbeiter haben die nötige Mindestdistanz während zu langer Zeit unterschritten. Sie machen einen Schritt von einander weg. Es herrscht wieder Stille. Alles im grünen Bereich.

Ausgelöst hat den Alarm das System «SafeZone» der Firma Kinexon. Oerlikon Metco setzt in Wohlen im Rahmen eines knapp zweiwöchigen Pilotversuchs auf die Technologie, um den Mitarbeitern wegen der Coronapandemie ein sicheres Arbeitsumfeld zu ermöglichen. Erweist sich der Versuch als wirksam, soll «SafeZone» auf weite Teile des ganzen Oerlikon-Industriekonzerns mit seinen 182 Standorten in 37 Ländern und knapp 11000 Mitarbeitern ausgedehnt werden.

Die Handhabung ist einfach. Jeder Mitarbeiter trägt den kleinen, nur wenige Gramm schweren Sensor auf sich. Mit Funktechnologie misst dieser sekündlich den Abstand zu anderen Sensoren. Die Genauigkeit beträgt weniger als zehn Zentimeter. Ist alles in Ordnung, blinkt eine LED-Anzeige grün. Wird der Mindestabstand unterschritten, blinkt sie rot. Hält dieser Zustand länger als fünf Sekunden an, ertönt der Warnton.

Distanz und Zeitdauer sind individuell einstellbar

«In der Produktion sind die Mitarbeiter oft in Bewegung. Wir haben uns deshalb Gedanken gemacht, wie wir die Schutzmassnahmen noch besser umsetzen können», sagt Carsten Schultes, Head of Business Equipment bei Oerlikon Metco, zu den Beweggründen. Das Transpondersystem sei dazu ideal geeignet. Je nach Coronavorschriften eines Landes ist die Zeitdauer bis zum Pfeifton und auch die Distanz einstellbar. Nur die Lautstärke bleibt konstant im gleichen Bereich. «Bevor wir damit im Konzern expandieren, brauchen wir aber das Feedback der Mitarbeiter. Es bringt nichts, wenn sie den Transponder am Morgen einfach im Spind verstauen», sagt Schultes.

Die ersten Praxiserfahrungen in Wohlen sind positiv. Sanel Helda, Werkverantwortlicher, findet: «Das Gerät hilft uns sehr, weil wir so permanent auf den Abstand hingewiesen werden. Am Anfang war es gewöhnungsbedürftig, mittlerweile läuft es gut. Da man zuerst dank der roten LED-Leuchte optisch sieht, dass man zu nahe steht, kann man reagieren. Das Piepsen hat darum bereits abgenommen in den letzten Tagen.» Das System erleichtere seine tägliche Arbeit sehr, sagt er weiter.

Das SafeZone-System bringt nicht nur den eigenen Oerlikon-Metco-Angestellten Vorteile. Mediensprecher Andreas Bachmann erklärt: «Wir können es zukünftig auch bei Kunden- oder Lieferantenbesuchen einsetzen, ohne immer auf den Abstand hinweisen zu müssen.» Das sei gerade bei Kunden aus dem asiatischen Raum wichtig.

Bezüglich Datenschutz ist die aktuelle SafeZone-Variante bei Oerlikon kein Problem. «Die Lokalisierungsfunktion der Transponder ist deaktiviert. Personenbezogene Daten werden nicht erfasst», sagt Schultes. Erst in einer späteren App-Erweiterung könnte – beispielsweise bei einer positiven Coronainfektion – analysiert werden, welcher Transponder mit welchem zu lange in Kontakt war.

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