Oltner Musiker Collie Herb will mit kommendem Album dem ständigen Online-sein entgegenwirken

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Der Oltner Musiker Collie Herb alias Patrick Bütschi hat sich in knapp zehn Jahren in der heimischen Musikszene etabliert. Bekannt ist er für seinen ausdrucksvollen Mix aus urbanem Reggae, Dancehall und Rap. Am vergangenen Freitag, dem 29. Mai, kam die Single «Vitamin D» als Teaser zum am 24. Juli erscheinenden Album «Collieversum» (ausgesprochen Kaliversum) heraus. Der Trip ins «Collieversum» wird eine gute halbe Stunde dauern und bildet eine Mischung aus Dancehall, Afrobeats und anderen urbanen Sounds – natürlich wird aber auch die typisch jamaikanische Note nicht fehlen.

Die neue Single «Vitamin D» erzählt in Begleitung von unbeschwertem Reggae-Vibe davon, wie sich der Musiker in eine selbst gewählte Quarantäne versetzt. «Dass der Song jetzt gerade so gut passt, ist reine Glückssache», betont Collie Herb. Schliesslich nahm er den Track vor dem Ausbruch des Coronavirus auf.

Die neue Single «Vitamin D»

Die Idee dazu sei ihm zuhause beim Gitarre spielen gekommen. Er wollte einfach mal einen «nicht zu verkopften» Song schreiben – eine Aufgabe, die sich für den Künstler immer wieder als Herausforderung entpuppt. Der positive Track sei am besten an einem sonnigen Nachmittag auf dem Balkon zu geniessen und «der perfekte Start für die Reise ins Colliversum». Der gerade erschienene Song sei jedoch nicht der einzige Teaser für das Album, verrät der Künstler.

Mit Vitamin D will der Oltner dem ständigen Online-sein entgegenwirken: «Geht alle ein bisschen mehr nach draussen und schaltet das Natel auf Flugmodus», lautet seine Botschaft. Im Lied ist nämlich die Rede von «exotischen Ferien Stories» auf Instagram, welche oft melancholische Stimmung und Unzufriedenheit generieren, statt das Bewusstsein über das, was man hat zu schärfen. «Der Gebrauch von Social Media und dessen Algorithmen verzerrt die Realität stark, und plötzlich bewegt man sich nur noch in einer Bubble», warnt er.

Indem der Text in der «Ich»-Form gesungen ist, will Collie Herb «auf die Sinnlosigkeit dieses allmorgendlichen Herumscrollens» auf den Sozialen Medien aufmerksam machen. Natürlich würden die Plattformen aber auch die Möglichkeit bieten, direkt und ohne Umwege mit potentiellen Fans in Verbindung zu treten, räumt er ein. Die Digitalisierung bringe zwar genauso viele Chancen wie Risiken mit sich – das Problem bestehe aber vorwiegend darin, «dass die Menschheit einfach noch nicht reif dafür ist, alle Möglichkeiten im ausschliesslich positiven Sinn zu nutzen.» 

 

Das «Collieversum» expandiert ständig

Beim neuen Album hat der Oltner hinzugefügt, was im «Collie Herb»-Kontext noch nicht so gesagt wurde: «Ich habe mich von vielen Vorstellungen befreit, wie etwas sein müsse und habe vieles einfach passieren lassen». So geht es etwa auch um das Gönnen des Erfolgs anderer Künstler und Künstlerinnen. Obwohl die Schweiz aufgrund ihrer Grösse eine gewisse «Neidkultur» fördere, habe er sich dafür entschieden, Anderen den Erfolg einfach zu gönnen und sich auf sein eigene Arbeit zu konzentrieren.

Das Cover des neuen Albums wurde von der Solothurner Künstlerin Manzie designt und greift mehrere Elemente aus den Songs auf, welche auf einem Plattenspieler «liegen». «Damit möchte ich einerseits die Langlebigkeit der Songs unterstreichen, andererseits gibt es das Album tatsächlich zum ersten Mal auch auf Vinyl, was mich besonders freut», erklärt der Oltner.

«Bundesratsentscheid bedeutet momentan keine spürbare Verbesserung»

Die am 27. Mai vom Bundesrat vorgestellten Lockerungsschritte verheissen für den Künstler keine grosse Verbesserung, schliesslich seien Konzerte nur mit Auflagen wie beispielsweise der Polizeistunde ab Mitternach möglich. Der Oltner hofft, dass Konzerte zu Anfang September wieder unter möglichst normalen Bedingungen verlaufen könnten. Die Situation werde dann aber alles andere als ideal sein, da  «der Herbst mit spielhungrigen Bands und übervorsichtigen Club-Besitzern vollgepackt sein wird», wie Collie Herb vermutet. 

Da alle geplanten Konzerte abgesagt oder verschoben wurden, wich der Musiker auf Alternativen wie beispielsweise das Hochladen von Videos auf der Oltner Plattform «Sofakultur» oder das Drehen mit dem Handy aus. Obwohl er während der Krisenzeit sehr produktiv war und es einem Künstler nie an Arbeit mangle, hiesse Arbeit leider auch nicht direkter Verdienst. «Es hilft mir jedoch sehr, wenn Leute mein Album bereits als CD oder Vinyl-Platte auf meiner Homepage vorbestellen», betont Collie Herb. 

Das am 24. Juli erscheinende Album «Collieversum» kann hier vorbestellt werden.

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