Den Fakten ins Auge sehen

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Dipl. Ing. Agr. ETH Hansruedi Sommer, wie Sie in Ihrem Leserbrief über die Schweizer Landwirtschaft herfallen, ist verwerflich, und wie Sie einem erfolgreichen Fleischproduzenten falsche Ratschläge erteilen, zeugt von wenig Kenntnissen vom Führen eines Landwirtschaftsbetriebes. Als Agronom sollten Sie wissen, dass wir in der Schweiz für den Erhalt von Direktzahlungen einen geschlossenen Nährstoffkreislauf vorweisen müssen. Wenn wir nun die GVE (Grossvieheinheiten, sprich Tiere) reduzieren, führt dies unweigerlich zu vermehrtem Kunstdüngereinsatz. Ich will schliesslich meine Kulturen nicht verhungern lassen, ich bin ein Unternehmer und kein «Glögglifrosch».

Wir haben letztes Jahr in der Schweiz über 20 000 Tonnen Rindfleisch importiert. Nur schon letzte Woche wurden 1200 Tonnen Kuhfleisch – also ungefähr 3400 Kühe – in die Schweiz eingeführt und nun will man die Anzahl der Nutztiere noch weiter herunterfahren? Wir Schweizer Bauern produzieren schon jetzt nur noch das Morgen- und Mittagessen; das Abendessen hingegen muss vollumfänglich durch ausländische Importe gedeckt werden.

Vor 15 Jahren konnten wir mit Klärschlamm unsere Felder düngen, danach wurde dies verboten mit der Begründung, dass zu viele Schwermetalle und organische Fremdstoffe im Klärschlamm vorhanden seien. Heutzutage nimmt man die Forschung in diesem Bereich wieder auf, um Klärschlamm für die Landwirtschaft verfügbar zu machen. Die ARA in Oftringen kann ihr geklärtes Abwasser nicht mehr in die Wigger leiten: Es muss mithilfe eines Röhrensystems nach Aarburg in die Aare transportiert werden, damit es besser verdünnt wird. Und trotzdem ist der grösste Fremdstoff, den man in Basel im Rhein findet, der Wirkstoff des Schmerzmittels Voltaren aus dem menschlichen Abwasser.

Wenn unsere Lebensmittel und unser Trinkwasser von so schlechter Qualität wären, wie Sie dies in Ihrem Leserbrief schildern, so wäre unsere Lebenserwartung in den letzten fünf Jahrzehnten kaum um zehn Jahre gestiegen.

Manfred Frey, Automechaniker und Landwirt, Aarburg

 

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