Reider Ehepaar leistet Geburtshilfe für Schmetterlinge

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Rita und Rolf Strub entlassen fünf Schwalbenschwänze in die Freiheit. Bild: Thomas Fürst

Der Lusberg-Garten hoch über Reiden ist eine Oase für Schmetterlinge. Nicht zuletzt dank Rolf Strub, der Geburtshilfe für viele Schmetterlingsarten leistet, weil er die Eier in Raupenkästen vor Schädlingen bewahrt und sie bis zum Schlüpfen füttert. Dieses Jahr schlüpften besonders viele sogenannte Schwalbenschwänze. 

Im Büro steht Kiste an Kiste, abgedeckt mit alten Strümpfen. Rolf Strub nimmt eine zur Hand und hebt den Strumpf vorsichtig ab. Fenchelkraut liegt am Boden, das von gefrässigen Raupen vertilgt wird. «Dieses Jahr hat es Schwalbenschwänze wie noch nie», sagt der pensionierte Gärtner, der seit vielen Jahren zusammen mit seiner Frau Rita in Reiden wohnt. Seit rund zwölf Jahren zieht Strub Schmetterlinge gross. Er wolle der Natur behilflich sein, sagt er, angesprochen auf seine Motivation. «Andere Leute hängen Nistkästen für Vögel auf, ich schütze die Eier von Schmetterlingen in meinen Raupenkästen vor dem Gefressenwerden.»

Auf dem Lusberg bewirtschaftet Rolf Strub einen Schrebergarten. «Ein wunderbarer Rückzugsort, an dem wir gerne grillieren – gerade während der Coronazeit», sagt Rita Strub. Ein Ort auch, an dem man wunderbar Schmetterlinge beobachten kann. «Man muss nicht unbedingt ins Papiliorama gehen, wenn man das tun will, man kann das auch in der Natur machen», führt Rolf Strub mit trockenem Humor aus. Dieses Jahr gab es besonders viel zu beobachten, denn Schwalbenschwanzfalter haben intensiv Eier auf den Fenchel abgelegt. «Oft konnte ich dabei sogar zusehen», sagt Rolf Strub. Seit Anfang April seien mehr als 200 Eier gelegt worden. Eier, die Rolf Strub in Raupenkästen legt, um sie vor Schädlingen zu schützen. Nach zehn Tagen schlüpfen die kleinen Raupen, die jeden Tag frisches Futter brauchen: Fenchelkraut, Weinrautekraut oder Rüeblikraut. «Dieses Jahr musste ich sogar nochmals Fenchel setzen, sonst wäre das Futter knapp geworden», sagt Strub. Anschliessend häuten sich die Raupen vier- bis fünf Mal, bis sie nach rund 28 Tagen die Grösse zum Verpuppen erreicht haben. 

Die Puppe ruht dann etwa 20 Tage, danach beginnt das nächste Wunder mit dem Schlüpfen des Schmetterlings. «Es ist immer wieder faszinierend, diese Vorgänge zu beobachten», sagen Rita und Rolf Strub, «auch nach zwölf Jahren noch.» Der erste Schwalbenschwanz ist dieses Jahr am 28. April geschlüpft, am 18. Juni sind die Schwalbenschwänze Nummer 99 bis 103 gefolgt. «Heute Abend stossen wir auf den Hundertsten an», sagt Rita Strub. Doch zuerst sollen die fünf Schmetterlinge auf dem Lusberg noch in die Freiheit entfliegen können. Das tun sie denn auch zögerlich, nachdem sie Rolf Strub seiner Frau auf den Arm gesetzt hat. Ein wunderbarer Anblick.

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Rolf Strub sammelt die Schmetterlings-Eier ein und kümmert sich um die Raupen, bis sie sich verpuppen und anschliessend als Schmetterlinge schlüpfen ... (Bilder zVg)
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Schwalbenschwanz

B.V.
schrieb am 29.06.2020 17:32
Ich erachte es jedesmal als ein Wunder, wenn wieder ein Schmetterling geschlüpft ist und weiterfliegen darf. Bei mir waren’s heute vier wunderbare Exemplare. Viel Glück weiterhin
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