Ansteckungsgefahr: Waggons sind keine Covid-19-Hölle – SBB wehrt sich gegen Vorurteil

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Ab heute gilt Maskenpflicht im Zug. © Ennio Leanza / KEYSTONE

Ab heute gilt die Maskenpflicht für den öffentlichen Verkehr. Das macht das Zug- und Busfahren nicht attraktiver. Mit Ausweichbewegungen aufs Privatauto muss gerechnet werden. Wohl deshalb hat die Medienstelle der Schweizerischen Bundesbahnen schnell auf einen Artikel in dieser Zeitung reagiert.

In einem Frage- und Antwort-Text zu den Schutzmasken war zu lesen, dass die Gefahr einer Übertragung in geschlossenen Räumen, in denen der Abstand nicht eingehalten werden kann, erhöht ist. «Das trifft auf volle Züge und Busse zu.» Tatsächlich hat der Epidemiologe Marcel Tanner von der Covid-19-Task Force darauf hingewiesen, dass in geschlossenen, schlecht durchlüfteten Räumen eine höhere Ansteckungsgefahr besteht. Dabei hat er exklusiv von Clubs gesprochen.

Luftaustausch alle paar Minuten

Gegen den Ausdruck geschlossene Räume wehrt sich die SBB nun: «Die Luft in unseren Waggons wird zwischen sieben und sechzehn Mal pro Stunde komplett ausgetauscht, also alle 3,75 bis 8,5 Minuten», schreibt Daniele Pallecchi von der SBB. Von geschlossenen Räumen könne auch deshalb keine Rede sein, weil im Rahmen des öV-Schutzkonzeptes, die Türen an Haltestellen länger als üblich geöffnet sind, um den Luftaustausch weiter zu fördern.

Belüftung nach Anzahl der Passagiere

Die Belüftung in den Wagen der SBB ist in den modernen Zügen auf die Passagier-Belegung abgestimmt. Das heisst, das bei modernen Fahrzeugflotten wie den FLIRT-Fahrzeugen, den Regio-Dosto oder dem Giruno, der durch den Gotthardtunnel braust, der Volumenstrom der Aussenluft über den Besetzungsgrad an Fahrgästen geregelt wird. Ist zum Beispiel der Giruno voll, gibt es elf Aussenluftwechsel pro Stunde. Sitzen wenig Fahrgäste im Zug, gibt es sieben Luftwechsel pro Stunde. Im vollen Regionalverkehr gibt es in den modernen Zügen sogar 16 Luftwechsel in einer Stunde.

Luftaustausch auch in alten Zügen

Die alten Züge können zwar nicht nach der Belegung der Waggons geregelt werden, dort wird aber einfach regelmässig im Sommer wie auch im Winter zwölf Mal die Aussenluft gewechselt.

Und auch im Zug gilt, dass wie überall die Tröpfchen beim Sprechen und Niesen als hauptsächliche Virenüberträger gelten. Die Aerosol-Übertragung, also durch lange schwebende Partikel in der Luft, ist kein Corona-Treiber. Zugwagen sind gemäss der SBB also keine geschlosssene Covid-19-Hölle. Unabhängig ob die Passagiere nun Schutzmasken tragen oder nicht.

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