Rabatte sollen Einkaufstouristen locken – doch das Einkaufsverhalten der Eidgenossen hat sich verändert

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In der Bad Säckinger Filiale von «Jeans Road» freut man sich über Schweizer Kunden. © hcw

Die Schweizer Einkaufstouristen sind wieder da. Das berichten Einzelhändler aus den deutschen Shopping-Destinationen entlang des Hochrheins. Aber: Das Einkaufsverhalten der Eidgenossen hat sich verändert.

Michael Bernhardt ist Geschäftsführer der Modekette Jeans Road, die auch eine Filiale in Bad Säckingen betreibt. Er sagt: «Die Einkaufstouristen aus der Schweiz sind eindeutig zurück. Seit der Grenzöffnung am 15. Juni haben wir zum Vorjahr vergleichbare Frequenzen und Umsätze.» Ins gleiche Horn stösst Simon Kühn, Inhaber von My Paketshop in Bad Säckingen: «Wir haben jetzt schon die gleichen Zahlen wie vor der Krise. Und wir rechnen sogar mit einer Steigerung nach den Sommerferien.»

«Wir haben den Eindruck, dass unsere Kunden aus der Schweiz wieder normal wie vor der Schliessung zu uns kommen», berichtet Martin Schmidt, Geschäftsführer von Schmidts Märkte, mit zwei Filialen in Bad Säckingen vertreten. Den neuerlichen Run der Schweizer auf die Geschäfte und Gasthäuser ennet der Grenze sieht auch Elisabeth Vogt. Die Präsidentin des Vereins Pro Bad Säckingen sagt: «Grundsätzlich sind die Bereiche Lebensmittel und Gastronomie wieder sehr gut frequentiert.»

Deutscher Zoll: Ausfuhrscheine wie immer

Dass die Schweizer wieder wie gewohnt über die Grenze zum Einkaufen fahren, bestätigt der deutsche Zoll. Die Zahl der Ausfuhrscheine, welche seit Mitte Juni entlang der Zollstellen zwischen Basel und Waldshut abgestempelt wurden, nennt der Zoll zwar nicht. Auch Vergleichszahlen, beispielsweise von der zweiten Hälfte Juni 2019, werden keine kommuniziert. «Bei den Kollegen besteht aber nicht der Eindruck, dass das Abfertigungsaufkommen auffällig abgenommen hätte», sagt Antje Bendel, Sprecherin des Hauptzollamts Lörrach, dem der Zollübergang Rheinfelden untersteht. Auch im Bereich des Hauptzollamts Singen, zuständig für die Zollstellen in Laufenburg und Bad Säckingen, macht man diese Erfahrung. Der vor Corona normale grosse Run auf die Stempelstellen an Samstagen blieb bis jetzt aber aus. «Auffällig ist, dass der Samstag weniger stark frequentiert wird. Die Schweizer Kunden verteilen sich jetzt mehr über die ganze Woche», so Schmidt. Die Erfahrung macht auch der Lebensmittelhändler Kaufland mit seinen Märkten in Rheinfelden, Bad Säckingen und Waldshut-Tiengen.

«Ja, die Schweizer kommen wieder. Gott sei Dank», sagt Frank Sattler vom Gewerbeverein Rheinfelden/Baden. Er stellt allerdings Einschränkungen fest. «Sie kaufen vor allem Lebensmittel.» Im sonstigen Detailhandel gebe es noch Aufholbedarf. Auch Elisabeth Vogt schätzt: «Der gesamte Detailhandel in Bad Säckingen hat sein früheres Volumen noch nicht wieder erreicht.» Rabattaktionen sollen ihn nun auf Vor-Corona-Niveau pushen.

Dass der eine oder andere Schweizer vielleicht doch nicht mehr so gerne ennet der Grenze shoppen möchte, liegt für manche deutsche Einzelhändler auch an der Maskenpflicht. «Ich kann mir gut vorstellen, dass die unsere Schweizer Nachbarn stört», sagt Kühn. Mit Maske einzukaufen, sei ja auch kein Vergnügen.

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