Gemeindeversammlung: Drei politische Urgesteine sind abgetreten

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Sie wurden verabschiedet: v. l. Gemeindeammann Hans Steinmann und Sozialvorsteherin Emma Erni (beide aus Ebersecken) und der frühere Altishofer Gemeindepräsident Urs Kaufmann.Bilder: Marc Benedetti
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Gemeindeversammlung im Corona-Modus.

Trotz Coronakrise liess es sich das Pfyfferdorf nicht nehmen, seine Gemeindeversammlung durchzuführen. Altishofen ist damit, neben Nebikon, eine Ausnahme. Der Grund war die Verabschiedung von drei verdienten Gemeinderatsmitgliedern, die man nicht auf Ende Jahr verschieben wollte. 42 Bürgerinnen und Bürger nahmen an der Versammlung in der Mehrzweckhalle teil. «Aus verschiedenen Gründen ist dies eine spezielle Gemeindeversammlung», sagte Gemeindepräsident Thomas Roos. Das Corona-Schutzkonzept beinhaltete die Aufnahme der Personalien, und die Stühle standen weit auseinander. 

Beide Gemeinden schlossen besser ab

Die Jahresabschlüsse 2019 der fusionierten Gemeinden wurden ein letztes Mal separat präsentiert. Beide Gemeinden erzielten ein besseres Ergebnis. Altishofen schloss mit einem Minus von rund 30 000 Franken ab (488 795 Franken besser als budgetiert. Ebersecken verzeichnete ein Minus von 142 793 Franken (47 550 Franken besser als budgetiert). Zum positiven Ergebnis in beiden Gemeinden hätten höhere Steuernachträge, Mehreinnahmen bei den Sondersteuern und eine «disziplinierte Ausgabenpolitik» beigetragen, sagte der Altishofer Finanzvorsteher Josef Szalai. 

Die Investitionen fielen ebenfalls geringer aus. In Altishofen wurde fürs letzte Jahr ein Aufwand von 1,15 Millionen Franken budgetiert. Effektiv betrugen die Nettoinvestitionen 30 642 Franken. In der Investitionsrechnung von Ebersecken war ein Aufwand von 228 000 Franken budgetiert. Effektiv betrugen die Nettoinvestitionen 132 063 Franken. Der Grund waren zurückgestellte Bauvorhaben, in Altishofen die Buswendeschlaufe und in Ebersecken die Sanierung der Gretistrasse. Zudem fiel die Sanierung der Altishofer Mühlestrasse günstiger aus. – Die Jahresabschlüsse wurden beide einstimmig genehmigt. 

Ein Thema an der Versammlung, das einige ältere Bewohner beschäftigte, war die neue Darstellungsweise der Jahresabschlüsse nach dem System HRM2. Die Bürger kritisierten die Botschaft als weniger verständlich, zudem seien sie im Internet nicht bewandert. Details zu den Globalbudgets muss man jetzt online auf der Gemeinde-Homepage suchen – oder die Akten auf der Gemeindekanzlei studieren. Josef Szalai machte auf die Vorgaben des Kantons aufmerksam, an die sich Altishofen halte. Er räumte aber ein, dass es «komplizierter geworden ist, an spezifische Details zu gelangen als vorher». Eines dieser Details ist der Kauf der Liegenschaft Im Dorf 14, nach dessen Kaufpreis sich ein Bürger erkundigte. Er betrug laut dem Finanzvorsteher 505 000 Franken. Die Gemeinde hat das Haus aus strategischen Überlegungen für spätere Bedürfnisse der Schule oder der Gemeinde erworben. 

Ferner nahmen die Altishofer Kenntnis von der Gemeindestrategie 2020 bis 2030 und vom Legislaturprogramm 2020 bis 2024 des Gemeinderats, welche Gemeinderat Simon Schwizer vorstellte. Vorgesehen ist zum Beispiel, das Schloss als Veranstaltungsort aktiver zu bewerben und alternative Nutzungsmöglichkeiten – beispielsweise ein Museum oder einen Themenweg zur Geschichte Altishofens und insbesondere des Schlosses – zu fördern. 

Laudatio für verdiente Gemeinderatsmitglieder 

Emotional war die Verabschiedung der langjährigen Gemeinderäte Urs Kaufmann (Gemeindepräsident von Altishofen seit dem Jahr 2000), Emma Erni-Theiler (Sozialvorsteherin von Ebersecken seit 2004) und Hans Steinmann (Gemeindeammann von Ebersecken seit 2008). Alle drei stellten sich nicht mehr zur Wahl. Die verdienten Gemeindepolitiker wurden von Thomas Roos in einer Laudatio geehrt. Steinmann bezeichnete er als «stillen Schaffer», der die Buchhaltung Eberseckens früher höchstpersönlich geführt habe. «Er hat sich auch der kleinen und grossen Sorgen der Bevölkerung angenommen.» Emma Erni habe dafür gesorgt, dass sich Neue – darunter er – im Gremium schnell wohlfühlten. Roos hob ihre Loyalität und Hilfsbereitschaft hervor. Urs Kaufmann sagte, von seinem Nachfolger befragt, er werde «die guten Diskussionen und das ‹Kafi› nach der Gemeinderatssitzung vermissen. Sonst nichts.» Ein paar Tränen flossen aber dennoch. Kaufmann war sichtlich gerührt und dankte der Bevölkerung für das ihm entgegengebrachte Vertrauen.

Die drei Politiker erhielten neben viel Applaus eine gravierte Salz- und Pfeffermühle und Gutscheine für ihre Hobbys geschenkt. 

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