Immer weniger nutzen die Corona-App trotz 70 Covid-Meldungen in sieben Tagen – was läuft falsch in der Schweiz?

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Die App «Swisscovid» ist derzeit auf weniger Smartphones aktiv als noch vor einer Woche. © KEYSTONE/GAETAN BALLY

In den vergangenen sieben Tagen wurden in der Schweiz rund 600 Menschen positiv auf Corona getestet. Siebzig der Erkrankten haben dies in der Corona-App «Swiss­covid» erfasst. Das sind gut elf Prozent, was ziemlich genau dem Anteil der Bevölkerung entspricht, der die App aktiviert hat.

Bei der Lancierung von «Swisscovid» waren die Erwartungen gross gewesen: Sang-Il Kim, Leiter der App-Entwicklung beim Bundesamt für Gesundheit (BAG), hoffte darauf, dass sie bei jedem fünften Smartphone aktiv sein werde. Von diesem Ziel sind wir nach zweieinhalb Wochen weit weg – und wir entfernen uns immer weiter davon. Vor einer Woche hatten noch mehr als eine Million Schweizerinnen und Schweizer die App aktiviert, doch seit Donnerstag gehen die Zahlen zurück. Für den Sonntag meldete das Bundesamt für Statistik noch 950'288 aktiver Apps; das ist ein Rückgang von fast sieben Prozent in sechs Tagen. Das digitale Corona-Tracing des Bundes erreicht damit noch knapp jede neunte Person in der Schweiz. Dies, obwohl bereits ein Fünftel der Bevölkerung die App heruntergeladen hat ­– offenbar haben viele davon sie inzwischen deinstalliert oder zumindest deaktiviert.

Das Bundesamt für Gesundheit beschwichtigt: «Es handelt sich um nachvollziehbare Schwankungen», heisst es gegenüber dieser Zeitung. Die Zahlen würden von Wochenenden und dem Ferienbeginn beeinflusst, wenn Personen die App im Ausland deaktivieren oder über die freien Tage den Flugmodus einschalten. Beim Blick auf die Kurve kommen jedoch Zweifel auf, ob dies allein die Trendwende erklären kann. Ein starker Rückgang zeigte sich zum Beispiel auch von Donnerstag auf Freitag. Und im benachbarten Ausland tauchen ebenfalls Probleme auf, die von freien Tagen unabhängig sind. 

Der Pionier Österreich hinkt jetzt hinten nach

Vorreiter in Europa war Österreich, wo das Rote Kreuz bereits im März eine Tracing-App lancierte. Ende Juni kam ein grosses Update. Trotzdem hatten bis am 6. Juli nur 775'579 Personen die App installiert. Selbst wenn jede heruntergeladene App aktiviert wäre, ergäbe dies noch eine sehr viel schlechtere Quote als in der Schweiz.

In Deutschland gab es bis gestern 15,6 Millionen Downloads, was ungefähr der Quote der Schweiz entspricht. Nicht bekannt ist, wie viele der Apps dort tatsächlich aktiv sind.

In Frankreich klappt es noch schlechter

Ein wahrhafter Flop ist die französische App. Das hatte sich in der Zwischenbilanz drei Wochen nach der Lancierung gezeigt: Von den 65 Millionen Französinnen und Franzosen hatten nicht mal zwei Millionen die App installiert – und von diesem wiederum 460'000 sie bereits wieder deinstalliert. Bei einer so geringen Reichweite kann die App nicht mehr viel zur Eindämmung des Virus beitragen. 68 an Covid Erkrankte hatten ihr positives Testresultat in der App erfasst. Daraus resultierten gerade mal 14 Warnungen an andere Personen, die laut Smartphone einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt waren.

Was läuft falsch? In Frankreich dürften Bedenken wegen des Datenschutzes einen Teil der Bevölkerung abgeschreckt haben. Die erfassten Daten werden dort zentral gespeichert, im Unterschied zur Schweiz. Doch auch hierzulande machen sich die Leute Sorgen, ob sie zu viel über sich verraten. Zwar hatten die Behörden versprochen, dass keine persönlichen Daten und keine Standorte erfasst würden. Doch Android-User wurden beim Installieren dazu aufgefordert, die Standortfunktion einzuschalten. Daran kann der Bund nichts ändern: Bei Android-Geräten muss sie aktiviert sein, damit die benötigte Bluetooth-Funktion laufen kann. Das irritiert – die Android-App wird von den Nutzerinnen und Nutzern mit 3,7 von 5 Sternen bewertet, diejenige von Apple dagegen mit 4,6 Sternen.

Im April wollten zwei Drittel der Bevölkerung die App

Ein weiterer Grund für den Rückgang könnte sein, dass die Infektionszahlen inzwischen sehr viel tiefer liegen als im Frühling und damit die Bevölkerung weniger Angst hat. Im April waren laut der Forschungsstelle Sotomo 65 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer bereit, die App zu installieren. Im Mai waren es noch 60 Prozent, im Juni 54 Prozent. Ende Juni fand der Online-Vergleichsdienst Comparis sogar nur noch 44 Prozent, die sich für die App aussprachen.

Hinzu kommt, dass mit der Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr das Risiko für Fehlalarme gestiegen ist. Wenn jemand neben einem infizierten Menschen mit Maske im Zug sitzt, gilt dies nicht als Infektionsrisiko. Die App weiss jedoch nichts von der Maske und schätzt die Situation als riskant ein. Wenn jemand die App aus diesem Grund im Zug deaktiviert, kann es auch passieren, dass sie oder er nachher das erneute Einschalten vergisst.

Wer ein altes iPhone benutzt, wird ausgeschlossen

Manche Schweizerinnen und Schweizer waren aus technischen Gründen sogar von Vornhinein ausgeschlossen. Zwar besitzen hier weit über 90 Prozent ein Smartphone. Doch wer noch das iPhone 6 aus dem Jahr 2014 benutzt, stellt fest: Die App funktioniert nicht. Sie erfordert eine neuere Version des Betriebssystems, das erst ab dem iPhone 6s läuft. Daran wird sich so rasch nichts ändern – die Schweizer App ist hierbei von Apple abhängig, und der Konzern unterstützt das ältere Modell nicht mehr. Umgekehrt sind es bei Huawei die neusten Geräte, die ein Problem haben. Wegen der Sanktionen durch die USA darf der chinesische Hersteller nicht mehr auf den «Play Store» zurückgreifen. Damit hat er auch keinen Zugriff auf die Schweizer Tracing-App.

Was bringt die App überhaupt noch, wenn sie nur von so wenigen genutzt wird? Im Vorfeld hiess es oft, 60 Prozent müssten erreicht werden, damit eine Tracing-App wirksam eindämmt. Die Zahl stammte aus einer Studie der Oxford University. Doch das Forschungsteam hinter der Studie beklagte sich nachher, dass ihre Zahlen verkürzt wiedergegeben wurden. Auch bei tiefen Nutzungszahlen trage eine App zur Verlangsamung der Pandemie bei. In einem Interview mit der «Süddeutschen Zeitung» sagte Co-Autorin Lucie Abeler-Dörner, die App beginne zu wirken, sobald 15 Prozent der Bevölkerung mitmachten.

Auch das ist noch weit mehr als die aktuellen 11 Prozent der Schweiz. «Jede Unterbrechung der Infektionskette ist wichtig», sagt dazu das BAG. Um den Anteil zu erhöhen, spannt der Bund nun mit den Mobilnetzbetreibern zusammen, wie er gestern bekanntgab. Salt, Sunrise und Swisscom werden ihren Kundinnen und Kunden per SMS empfehlen, die App zu installieren.

Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.

Stimmt.

Ueli Bühler
schrieb am 16.07.2020 07:47
Siehe da ein Fehler und schon stürzt Kempi und Konsorten sofort darauf an! Wird das nicht langsam langweilig? Lächerlich ist es sowieso schon. Schreiben sie doch einmal etwas zum Thema. Für diesen Zweck wurde dieses Kommentar schreiben ja ursprünglich erfunden. Nicht um Diktate und sonstiges zur Korrektur vorzulegen.

Durchsichtig

Kempi
schrieb am 15.07.2020 14:33
Man erkennt den Ueli Bühler und die Seinen an seinem "Stiel".

@ Berner Bühler

B. Hofer
schrieb am 15.07.2020 14:27
Herr Bühler, ich möchte Ihre Selbstgespräche keinesfalls unterbrechen, aber können wir uns auf «Das B. Hofer» einigen sonst wird Ihr Deutsch noch abstruser. Und Sie müssen sich jetzt nicht speziell als «Frauenversteher» hinstellen - das nimmt Ihnen eh niemand ab. Aber einen Gefallen können Sie mir für heute sicher noch machen: bringen Sie den Knorrli nochmals der ist einfach «sidig» - imfau!;-)
P.S. Sie melden sich, wenn Sie irgendwie Hilfe brauchen, gell.

Na ja

Ueli Bühler
schrieb am 15.07.2020 14:02
Nein Herr Berner ich bin nicht diese/r Hofer. Dazu braucht es kein XY ungelöst. Dieser Mensch hat noch nicht einen Artikel bezogenen Kommentar abgegeben! Dass dürfte auch Ihnen nicht entgangen sein? Das ist nicht mein Stiel!

Schuss nach hinten

Berner
schrieb am 15.07.2020 12:13
Ja, könnte passieren. Die Leser könnten zum Beispiel vermuten, der Ueli Bühler sei nur eine erfundene Figur des B.Hofer, damit er sich gut unterhalten kann. Aktenzeichen XY...

Herr oder Frau Hofer?

Ueli Bühler
schrieb am 15.07.2020 11:13
Sie sind aber so was von auf dem Holzweg. Ich bin ganz sicher nicht Herr Hafer. Noch weniger bin ich R.B. Noch bin ich H.M. Sie sollten einfach einen Gang zurückschalten! Sonst kann der Schuss nach hinten losgehen!

Kommentar?

Ueli Bühler
schrieb am 15.07.2020 11:01
Kommt er noch?

Herr Hafer

Ueli Bühler
schrieb am 15.07.2020 10:43
Sie sind leider Opfer eines komischen Menschen geworden. Ich kann Ihnen versichern es ist nicht mehr komisch, auch für mich nicht. Anscheinend ist es eine Krankhafte Sache bei B. Hofer. Ich nehme an Herr Hofer. Eine Frau würde nicht so einen Stuss schreiben!

@ U. Bühler/Hafer

B. Hofer
schrieb am 14.07.2020 14:39
Guten Tag Herr Bühler/Hafer. Ich habe schon wieder eine Wette gewonnen! In meinem Freundeskreis habe ich gewettet, dass ich Sie Herr Bühler soweit bringe, dass Sie mit Ihren eigenen Spielfiguren «kommunizieren». Und siehe da, hier geben Sie sich selber Antwort! Spitze -imfau!;-)

Stimmt.

Ueli Bühler
schrieb am 14.07.2020 11:23
Pflichte Ihnen voll und ganz zu Herr Hafer!

Unnütz

Hafer
schrieb am 14.07.2020 08:45
Zuviele unnütze Alarme und zuviele unnütze Kommentare von Herrn Hofer.

App

Ueli Bühler
schrieb am 14.07.2020 08:31
Endlich merkt der Schweizer wie der Staat immer mehr in unsere Grundrechte eingreift. Zudem gibt es sehr viele Fehlalarme! In den Krankenhäusern wird vom Pflegepersonal verlangt die App zu deaktivieren. Zu viele unnütze Alarme!
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