«Keine Eintagesfliege»: Verband will Bauern helfen, vom Hofladen-Boom zu profitieren

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Die Familie Scheibler vor ihrem Hofladen in Oftringen: Lena Scheibler, Dieter Scheibler und Carole Scheibler (v.l.). (Archivbild Zofinger Tagblatt 2018

Den Schwung aus der Coronakrise mitnehmen. Das will der Schweizer Bauernverband und hat darum Massnahmen zur Unterstützung von Betrieben mit Direktvermarktung erarbeitet. Dreh- und Angelpunkt ist die Internetseite vomhof.ch. Dort können Konsumenten Hofläden in der Nähe suchen und Bauern etwa Verpackungsmaterial bestellen. Bereits hätten sich über 2200 Betriebe registriert, sagte Martin Rufer, der neue Direktor des Bauernverbands, am Mittwoch laut Redetext vor den Medien in Subingen SO. Zudem nutzten fast 2000 landwirtschaftliche Verkaufspunkte bereits Twint. Überdies werde derzeit ein Projekt namens Hoflädeli24 geprüft, das Produzenten eine App samt Verkaufsautomaten anbieten würde.

 

Die Direktvermarktung sieht der Bauernverband als «ein Weg, um durch die Umgehung des Flaschenhalses von Verarbeitung und Handel die Wertschöpfung auf dem Betrieb zu erhöhen». Auch wenn es wenig Daten dazu in der Schweiz gebe, sei hier viel Potenzial, so der abtretende Bauernpräsident Markus Ritter. Gemäss seiner Schätzung ist erst rund jeder vierte Betriebe in der Direktvermarktung aktiv. Zudem erzielten Bauern damit erst einen Umsatz von rund 700 Millionen Franken – im Vergleich zu den zirka 40 Milliarden im Detailhandel. Allerdings schränkt Ritter ein, dass die Direktvermarktung in bevölkerungsreichen Kantonen wie Zürich «generell wichtiger» sei als in anderen. Zudem komme es immer auch auf das Angebot des Hofes und dessen Breite an.

 

Laut Bauernverband schafft die Direktvermarktung zudem «Nähe und gegenseitiges Verständnis». Und nach der Coronakrise könnten viele Bauernbetriebe an gemachte Erfahrungen anknüpfen. «Der Ausnahmezustand hat aus unserer Sicht einen schon länger bestehenden Trend verstärkt», sagt Martin Rufer. Nämlich, dass die Bevölkerung nach der Coronakrise laut mehreren Studien bewusster und lokaler einkaufen will. Darum zeigt sich Rufer fest überzeugt: «Der Corona-Boom in den Hofläden dürfte keine Eintagsfliege sein, sondern ein Megatrend, der bleiben wird.»

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