Entscheidender für die Besucherzahlen als Corona: das Wetter

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In den ersten beiden Wochen nach dem Saisonstart war der Zugang zum Wasserbereich auf 150 Personen begrenzt. (Bilder: Oliver Schweizer)
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Stadtrat Peter Siegrist (links) mit den Bademeistern Andrea Scheurmann und Urs Affentranger.
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22 000 Quadrameter Liegewiese stehen den Gästen zur Verfügung. Da stellt das Abstandhalten kein Problem dar.

Wären die Absperrgitter vor dem Schwimmbad nicht, die Aus- und Eingang separieren, und die Plexiglasscheibe vor dem Kassenschalter, man würde kaum bemerken, dass wir uns immer noch in der Corona-Krise befinden. Dabei war Ende Mai nicht einmal sicher, dass die Zofinger Badi dieses Jahr überhaupt öffnet. Stadtrat Peter Siegrist erinnert sich an die Tage der Unsicherheit: «Die Frage war im Mai nicht, ob das Schwimmbad dieses Jahr Defizit machen wird – das tun die meisten Schwimmbäder auch ohne Corona –, sondern wo die Schmerzgrenze für das diesjährige Defizit liegt. Als das BAG dann konkret die Spielregeln bekanntgab, war klar, dass wir mehr Ressourcen brauchen, aber weniger Gäste haben würden.» Zusammen mit dem Werkhof und der Chance Z fand Siegrist eine clevere Lösung: «Die zwei zusätzlichen Arbeitskräfte, die wir für die Kontrolle der Liegeflächen und des Wasserbereichs benötigten, stellte der Werkhof. Die Chance Z hingegen übernahm dafür während dieser Zeit die Stadtreinigung. So konnten wir unkompliziert und flexibel auf die Situation reagieren, ohne zusätzliche Drittkosten zu generieren.» 

Mässiges Wetter entschärfte Corona-Situation 

Als die Badi am 8. Juni öffnete, war die Anzahl der Besucher auf 1000 beschränkt, im Wasserbereich durften sich maximal 150 Personen gleichzeitig aufhalten. Problematisch sei diese erste Phase nach der Eröffnung aber nicht gewesen, da sind sich Stadtrat Siegrist und Bademeister Urs Affentranger einig: «Die ersten beiden Wochen hat uns das mässig gute Wetter in die Karten gespielt. Am Spitzentag in den ersten 14 Tagen wurden lediglich 428 Gäste registriert, die natürlich auch nicht alle gleichzeitig anwesend waren. Das bedeutet, dass stets mehr als ein Drittel der Gäste ins Wasser durfte», sagt Siegrist. Zu Streitereien oder anderen unschönen Szenen sei es nie gekommen, bekräftigt Affentranger. Das System, das man zur Kontrolle angewandt habe, sei einfach und erfolgreich gewesen: 150 Gummiarmbänder, grosse und kleine, wurden angefertigt. Wer ins Wasser wollte, musste eines anziehen. Waren keine mehr da, musste man warten, bis jemand aus dem Wasser kam und das Armband weitergab. Angesichts des riesigen Liegebereichs von 22 000 Quadratmeter stellten auch die vom BAG geforderten 10 Quadratmeter pro Person «an Land» kein Problem dar. 

Am 24. Juni wurden die BAG-Massnahmen bereits gelockert: Die Beschränkung des Zugangs zum Wasserbereich konnte aufgehoben werden, der Mindestabstand wurde auf 1,5 Meter reduziert, sodass nun 2000 Gäste empfangen werden dürfen. Um ein bargeld- und kontaktloses Bezahlen mit Twint, EC und Postcard zu ermöglichen, wurde ein Kartenlesegerät angeschafft. Für das Gerät hat Siegrist, wie er nicht ohne Genugtuung sagt, bereits eine Verwendung im Winterhalbjahr organisiert: «Es wird im Werkhof eingesetzt werden für den Verkauf von Grünabfuhr-Jahresvignetten.» Der Umgang mit Ressourcen und die Nachhaltigkeit ist für Siegrist und sein Werkhof-Team wichtig. So wird beispielsweise auch das Warmwasser in der Badi mit Sonnenkollektoren aufbereitet. 

Saisonschluss erst Mitte Oktober 

Herrscht nun also wieder «Courant normal» im Schwimmbad? «Nicht ganz», sagt Bademeisterin Andrea Scheurmann, «und ich meine jetzt nicht unbedingt nur die häufigen ‹Desinfektions-Rundgänge›. Ich vermisse zahlreiche Stammgäste, vor allem ältere. Das ist schade, denn ich glaube, wir tun alles Erforderliche, damit sie sich bei uns sicher fühlen können.» Der Besucheraufmarsch hält sich in der laufenden Saison generell in Grenzen. Spitzentag war der 5. Juli, ein Sonntag, mit 1700 Eintritten. Zum einen liege das klar an Corona, meint Siegrist. «Viel entscheidender ist aber das Wetter. Ich habe die Daten ein wenig analysiert und festgestellt, dass im Juni 2019 eine durchschnittliche Lufttemperatur von 24,4 gemessen wurde, heuer waren es nur 21,0 Grad. Das sind zwar nur 3,4 Grad Differenz, doch die machen den entscheidenden Unterschied.» 

Was, wenn uns im August eine Hitzewelle überrollt, und plötzlich tausende Gäste ins Schwimmbad wollen wie etwa am 30. Juni 2019, als 4150 Gäste kamen? Würde man in einem solchen Fall mehr als 2000 reinlassen? Siegrist: «Nein, das würden wir nicht tun, obschon wir es aufgrund der sehr grossen Anlage eigentlich dürften. Dieses Risiko können und wollen wir nicht eingehen. Gäbe es einen Corona-Vorfall hier, dann wäre die Badisaison abrupt zu Ende. Sollte das Wetter prächtig werden, empfehle ich den Gästen, vor dem Besuch die Nummer 062 751 18 66 anzurufen, um die aktuelle Anzahl der anwesenden Gäste anzufragen.» 

Zu Ende ist die Badisaison dieses Jahr übrigens – das ist der erfreuliche Nebeneffekt der Corona-Krise – einen Monat später als üblich, nämlich am 17. Oktober. Sofern es das Wetter erlaubt. Und das BAG. 

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Wer ins Wasser wollte, brauchte vor dem 24. Juni eines der 150 Gummibänder.
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Auch beim Haarföhnen ist genügend Abstand Pflicht.
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Als am 24. Juni die Corona-Massnahmen gelockert wurde, herrschte ein grosser Besucherandrang (Bild zVg Peter Siegrist)
Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.
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