Spaniens Coronarückfall: Rekord an Neuinfektionen, Europäische Länder warnen Touristen

Strand_Spanien_key.jpg
Überfüllter Strand in Barcelona: In Spanien breitet sich das Coronavirus wieder stärker aus. © Enric Fontcuberta / EPA

Die spanische Tourismusindustrie ist geschockt: Grossbritannien, wichtigster Urlaubskunde Spaniens, ordnete über Nacht eine Quarantäne für alle Rückkehrer aus dem iberischen Mittelmeerland an. «Das kommt einem Reiseverbot nach Spanien gleich», urteilte ein spanischer Branchenfachmann. Denn welcher Brite werde nun noch nach Spanien reisen, wenn er nach der Heimkehr zwei Wochen in Quarantäne müsse? Im vergangenen Jahr kamen mehr als 18 Millionen britische Bürger, das sind 22 Prozent aller ausländischen Touristen, nach Spanien.

Grossbritanniens Aussenministerium begründete die Quarantäne-Pflicht, die von sofort an gilt, mit dem stark gestiegenen Infektionsrisiko in Spanien. Nach der Statistik des EU-Zentrums für Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) hat Spanien die höchste Zahl von Neuinfektionen in ganz Südeuropa.

Mit einer Rate von 39,4 Fällen pro 100000 Einwohnern in 14 Tagen verzeichnet Spanien inzwischen ein sehr viel höheres Ansteckungsrisiko als zum Beispiel Deutschland (7,8), Italien (5,0), Frankreich (14,6), Österreich (17,5) oder Grossbritannien (14,6). Auch die Türkei steht, wenigstens statistisch gesehen, besser als Spanien da.

Das Baskenland und Katalonien sind Hotspots

Die neuen Coronabrennpunkte in Spanien sind vor allem die nördlichen Regionen Katalonien, Aragonien, Navarra und das Baskenland. Das Virus breitet sich nun nach Angaben der Gesundheitsbehörden bevorzugt unter jüngeren Leuten aus, die in der Sommerlaune alle Vorsichtsmassnahmen vergessen. Besonders Diskotheken, Bars, Biergärten und andere Party-Lokalitäten, wo üblicherweise bis tief in die Nacht gefeiert wird, wurden als Infektionsorte identifiziert. Vielerorts wurde deswegen das Nachtleben eingeschränkt.

Zudem erweist sich die spanische Landwirtschaft derzeit als Risikobranche: Mindestens 700 Erntehelfer, meist afrikanische Immigranten, die als Wanderarbeiter auf Obstfeldern und Weinplantagen in Nordspanien arbeiteten, sind nach offiziellen Angaben erkrankt.

Zusammen mit der Zwangsquarantäne für alle Spanien-Rückkehrer gab London eine Reisewarnung für das spanische Festland aus, wo die Zahl der Neuinfektionen seit Wochen kontinuierlich steigt. Für die Balearischen Inseln mit Mallorca sowie die Kanarischen Inseln gilt diese Warnung nicht. Denn auf den Ferieninseln, die auch bei der ersten Viruswelle im Frühjahr schon glimpflicher davonkamen, scheint die Coronalage bisher unter Kontrolle.

Auf Mallorca zum Beispiel werden nur wenige neue Erkrankungen registriert. Allerdings wurde vergangene Woche eine vierköpfige deutsche Familie nach einem Mallorca-Urlaub positiv getestet. Es ist bisher aber noch unklar, ob sich die zwei Erwachsenen und zwei Kinder wirklich auf der Insel ansteckten.

 

Europäische Länder raten von Spanien-Reisen ab

Andere europäische Länder raten inzwischen ebenfalls vor Reisen in einige spanische Coronahotspots ab. So warnt Frankreich zum Beispiel vor Ferienreisen in die spanische Nachbarregion Katalonien. Zu Katalonien gehört die populäre Urlaubsküste Costa Brava und die bekannte Mittelmeermetropole Barcelona. Katalonien ist Spaniens meistbesuchte Urlaubsregion und vor allem bei den Franzosen beliebt.

Österreich warnt mittlerweile grundsätzlich vor «nicht unbedingt notwendigen Reisen» nach Spanien. Deutschland, nach Grossbritannien zweitwichtigstes Herkunftsland der Spanien-Urlauber, beschränkt sich derzeit auf eine Reisewarnung für einige lokale Hotspots im nördlichen Spanien wie die katalanische Provinz Lleida und die aragonische Stadt Saragossa.

Grossbritanniens plötzliche Quarantänepflicht für Spanien-Urlauber erwischte übrigens den britischen Verkehrsminister Grant Shapps ohne Vorwarnung. Er war, so berichtet der britische Sender BBC, am Samstag mit Familie nach Spanien in die Ferien geflogen. Shapps Sprecher versicherte daraufhin, dass auch der Minister nach seinem Heimflug in Quarantäne müsse.

Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.

An ihrem «Stiel» erkennt ihr sie…

B. Hofer
schrieb am 27.07.2020 18:49
Ich befürchte vor der 2 Welle gibt es noch eine «Demaskierung» und aus H.M. entsteigt - wie Phönix aus der Asche - der Knorrli Bühler! Die Wette gilt - imfau!;-)
P.S. Es gibt solche die geniessen den Alkohol, andere ein feines Gras. Was aber wirkt eigentlich gegen die bösartige «Mitteiliungsüberfunktionsstörung»? Gäbe es doch nur mehr Experten auf diesem Gebiet!

2Wochen?

H . M.
schrieb am 27.07.2020 14:36
Ist eine Zahl von 1000 Leuten zu hoch? Dass sind ca.70 im Tag. Eine 2 Welle sieht anders aus!

Alkohol

Ueli Bühler
schrieb am 27.07.2020 10:31
dürfte der Grund sein für die ansteigenden Zahlen. Die Vorsicht nimmt mit Alkohol ab. Je mehr Promille umso unvorsichtiger, ist wohl die Devise! Warum werden die Clubs und Bars nicht geschlossen? Kann man dem Partyvolk dies nicht zumuten? Besser man sperrt die Alten ein um sie zu schützen. Obwohl dies von diesen nie verlangt wurde!
Heute auf zofingertagblatt.ch
Frage des Tages
Marktplatz
regiostellen.ch
Hotel Restaurant-Adelboden
Service-Aushilfe, Mitarbeiter,
Müller
Verkaufberat. Naturkosmetik, Mitarbeiter, Langendorf
Müller
Verkaufsberater Schreibwaren, Mitarbeiter, Langendorf
Home Instead
Teilzeitselle im Stundenlohn, Mitarbeiter,
Pieroth Romanet SA
Hilfe!! Ich brauche DICH, Mitarbeiter,
Restaurant Schwendi
Koch EFZ / BG 1000%, Mitarbeiter,
regioimmo.ch
Abo-Service

Normal-Abo (e-Paper/Digital inkl.)

Schnupper-Abo / Probe-Abo

Digital-Abo

Leserangebote
Partner