«Grossbrand» am 1. August: Falscher Alarm, aber alles richtig gemacht

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Rückt lieber einmal zu viel aus: der Murgenthaler Feuerwehrkommandant Marco Witschi. Bild: Remo Wyss

Um den Nationalfeiertag sind Feuerwehrleute etwas angespannter als sonst. Hitzetage, Trockenperioden und Feuerwerk führen zu einer explosiven Ausgangslage. Die kleinste Unachtsamkeit kann in einem Debakel enden. 

Nach einer Katastrophe sah es am 1. August kurz nach Einbruch der Dunkelheit auch in Murgenthal aus. Um 22.02 ging der Alarm zu einem «Brand gross» raus. In Riken stehe ein Bauernhof samt Scheune in Flammen. Neben der Murgen- thaler Feuerwehr rückten auch die Kollegen aus Wynau und jene der Stützpunktfeuerwehr Zofingen aus. Innert Kürze standen rund 60 Feuerwehrleute am Ort des gemeldeten Brandes. Und tatsächlich brannte es dort. Allerdings nicht der Hof und die Scheune, sondern das vorbereitete 1.-August-Feuer – mit einem Schlauch in Griffnähe und auf einem zuvor genässten Rasen. 

Ende 1987 brannte der Hof tatsächlich 

«Die Person, die Alarm schlug, sah aus der Ferne das Feuer hinter dem Dach in die Höhe schiessen und handelte absolut richtig», sagt Marco Witschi, Kommandant der Murgenthaler Feuerwehr. «Auch wenn es sich im Nachhinein als falscher Alarm herausgestellt hat.» Gemäss Artikel 26 des Aargauischen Feuerwehrgesetzes bestehe sogar eine Pflicht, einen Brandausbruch zu melden. Witschi selbst rechnete mit dem Schlimmsten, als er die Meldung sah. Denn der Hof brannte bereits einmal Ende 1987. Viele der im Einsatz stehenden Feuerwehrleute hätten sich daran erinnert. 

Brennt ein Bauernhof, steht neben dem Löschen des Brandes und der Personenrettung oft eine komplizierte Tierrettung im Vordergrund. Dass es am Samstag nicht so weit kam, freut Witschi. «Es war niemand enttäuscht, dass es nicht wirklich gebrannt hat.» 

Feuerwehr Murgenthal neu bei «Hydros» dabei 

Doch wer bezahlt den Einsatz nach einem solchen Fehlalarm? In diesem Fall vermutlich die Gemeinde, meint Witschi – mit Sicherheit nicht die alarmierende Person. Und falls dem «Brandverursacher» keine vorsätzlich rechtswidrige Handlung nachgewiesen werden kann, sei auch er aus dem Schneider. «Das zu bestimmen ist aber Sache der Polizei und Staatsanwaltschaft», erklärt Witschi. Wie die Kantonspolizei auf Anfrage mitteilt, war auch eine Patrouille der Kapo vor Ort. Weitere Abklärungen waren aber nicht nötig, da diverse Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden seien und zu keiner Zeit Gefahr bestanden habe. 

Damit die Feuerwehr Murgenthal auch in Zukunft über genügend Mitglieder für solche Ereignisse verfügt, schliesst sie sich ab 2021 der Jugendfeuerwehr Hydros an, die von den Korps Rothrist, Strengelbach und Oftringen gemeinsam betrieben wird. «So möchten wir den Jugendlichen eine Einstiegsmöglichkeit in die Faszination Feuerwehr bieten», sagt Witschi. Sobald die Jungfeuerwehrleute alt genug seien, soll an ihrem Wohnort der Übertritt erfolgen. Er ist erfreut, dass der Gemeinderat dem Anliegen der Feuerwehrkommission gefolgt ist. Unter Vorbehalt, dass das Budget an der Gemeindeversammlung genehmigt wird, steht dem Vorhaben nichts mehr im Weg. «Vielleicht können die ‹Hydros› bald einmal an einer Übung der Feuerwehr Murgen- thal ihr gelerntes Handwerk zeigen», sagt Marco Witschi. 

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