Erste Zahlen zu Reisenden aus Risikoländern: 4000 Aargauer in Quarantäne – über 90 Prozent kamen aus dem Balkan

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Wer aus einem Land mit hohen Fallzahlen in die Schweiz reist, muss sich in eine zehntägige Quarantäne begeben. © Keystone

Seit Anfang Juli gilt eine Quarantänepflicht für Einreisende aus Risikoländern. Seit dem 10. Juli müssen sich Einreisende mit einem Formular auf der Kantonswebsite melden und sich in Quarantäne begeben. Kontrolliert wird dies stichprobenartig vom Kanton, dafür erhält er einzelne Passagierlisten von Flug- und Busunternehmen. Flächendeckende Kontrollen werden nicht gemacht.

Nun hat der Aargau erstmals Zahlen zu den Einreisenden aus Risikoländern publiziert. Demnach haben seit dem 10. Juli fast 4000 Aargauerinnen und Aargauer beim Kanton gemeldet, dass sie aus einem Risikoland zurückgekehrt sind. Alleine am Montag haben sich fast 600 Rückkehrer gemeldet. Nach einer Rückkehr hat man 48 Stunden Zeit hat, sich zu melden. Deshalb ist davon auszugehen, dass diese 600 Personen übers Wochenende zurückgekehrt sind. Zu der Dunkelziffer, wie viele Menschen aus einem Risikoland zurückgekehrt sind und sich nicht gemeldet haben, ist nichts bekannt.

Von den 4000 Personen, die sich gemeldet haben, kamen die allermeisten aus dem Balkan zurück. Fast 3700 dieser Menschen waren in Serbien, Montenegro, Kosovo, Nordmazedonien oder Bosnien Herzegowina in den Ferien. Das sind 93,7 Prozent. Von den restlichen rund 300 stammen 90 aus den USA, die anderen verteilen sich auf den Rest der Welt.

Auch zu den Reisewegen hat der Kanton Daten publiziert. Demnach sind über 2000 Personen mit dem Flugzeug eingereist, rund 1500 mit dem Auto, der Rest mit dem Bus oder Zug.

Von diesen 4000 Personen in Quarantäne wurden 48 bestätigte Coronafälle gemeldet. Das entspricht einem Schnitt von etwas mehr als einem Prozent. Anders formuliert: Einer von knapp hundert Einreisenden aus einem Risikoland bringt das Virus mit nach Hause.

Schülern drohen keine Konsequenzen – am Arbeitsplatz sieht es anders aus

Drei Gründe gibt es aktuell für eine Quarantäne: Entweder man hat selber Symptome, man war Kontaktperson eines Coronakranken (in den 48 Stunden vor dem positiven Test war man für länger als 15 Minuten näher als 1,5 Meter bei dieser Person), oder aber man war in einem Risikoland. Die Gefahr, dass jemand aus einem Risikoland in Quarantäne das Virus hat, ist nun offenbar deutlich kleiner, als dass jemand, der eine Kontaktperson war und deshalb in Quarantäne war, das Virus hat. Rund zehn Prozent der Kontaktpersonen haben sich ebenfalls angesteckt.

Die Ferien neigen sich dem Ende zu. Kindern und deren Eltern drohen keine Konsequenzen, wenn sie nach einer Einreise in Quarantäne sind und deswegen den Schulstart verpassen. Anders als in anderen Kantonen sieht der Aargau keine Bussen vor. Die Absenz gilt als entschuldigt, gleich wie bei einem Krankheitsfall. 

Anders kann es am Arbeitsplatz aussehen: Wer wissentlich in ein Risikoland gereist ist und deswegen noch zehn Tage zusätzlich bei der Arbeit fehlt, der muss für diese Zeit entweder Ferien oder unbezahlten Urlaub nehmen. Schlimmstenfalls drohe sogar die Kündigung, sagten Arbeitsrechtler gegenüber der AZ.

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