Neue Pastoralraum-Leiterin: «Es wird keine One-Woman-Show»

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Edith Pfister-Ambühl vor der katholischen Kirche Langnau, die ihr bereits sehr gefällt. Bild: Marc Benedetti

Die Altishoferin Edith Pfister-­Ambühl hat per 1. August die Leitung des Pastoralraums Pfaffnerntal-Rottal-Wiggertal übernommen (auch «Pastoralraum LU 24» genannt). Die 53-Jährige wird damit die seelsorgerische Verantwortung für die Pfarreien Langnau, Pfaffnau-Roggliswil, Richenthal und St. Urban innehaben. Ab 1. August 2021 wird die Pfarrei Reiden-Wikon ebenfalls dazugehören. 

Die Theologin hat ihr provisorisches Büro im Untergeschoss vom Pfarrhaus Langnau. Auf dem Tisch steht bei unserem Besuch ein schöner Sommer-Blumenstrauss, den sie zum Start am Montag geschenkt bekommen hat. «Ich bin aber am 1. August schon einmal in den Langnauer Gottesdienst zum Nationalfeiertag reingesessen, um die Stimmung zu spüren», erzählt Pfister. «Ich wurde von Diakon Martin Brunner spontan begrüsst und habe mich sehr gefreut.» Sie habe auch bereits mit einigen Langnauer­innen und Langnauern reden können. «Ich fühle mich sehr willkommen und finde das schön.» 

Sie wünschte sich mehr Kontakt zur Basis 

Edith Pfister war vor ihrer neuen Aufgabe zwei Jahre lang Fachverantwortliche für Religionsunterricht bei der Römisch-Katholischen Landeskirche des Kantons Luzern. Nach ihrem Theologiestudium hatte sie bereits während ihrer Berufseinführung als Pfarreiseelsorgerin im Pastoralraum Kriens viel Kontakt zur «Basis» gehabt. Dieser Kontakt habe ihr gefehlt, sagt sie. «Unweit meines Wohnorts Altishofen, in einer ländlichen Gegend seelsorgerisch tätig zu sein, entsprach deshalb einem Herzenswunsch von mir.» Auf dem Land schätzt sie die Nähe und die kurzen Wege. «Die Kirche ist hier noch im Dorf.» In Altishofen gab sie als Katechetin 25 Jahre Religionsunterricht. 

Edith Pfister schätzt, dass die Leitungsfunktion rund 20 Prozent ihres Arbeitspensums ausmachen wird. Zu einem grossen Teil werde sie als Seelsorgerin in den vier Pfarreien tätig sein und den Fünft- und Sechstklässlern von Langnau und Richenthal Religionsunterricht geben. Sie wird ebenfalls Gottesdienste gestalten, Tauf- und Abdankungsfeiern halten, Menschen besuchen. «Eine wichtige Aufgabe wird auch sein, gemeinsam mit allen Beteiligten ein Konzept für die Zusammenarbeit und die Ausrichtung der Pfarreien im neuen Pastoralraum zu erarbeiten», sagt sie. 

Zum Glück müsse sie aber nicht alles allein machen. «Die Kirche wird keine One-Man-Show oder eine One-Woman-Show sein», betont die neue Leiterin. Sie teilt sich die Aufgaben mit Priester Godwin Ukatu (Pfaffnau) und dem als Diakon tätigen früheren Gemeinde­leiter von St. Urban, Sepp Hollinger. Worauf freut sie sich am meisten? «Auf die Begegnungen mit Menschen, die ihren Glauben finden, und im Austausch miteinander Neues zu erfahren», sagt Pfister. Ebenso freue sie sich auf gemeinsame Projekte in den Pfarreien. Noch kann sie nicht viel sagen zu Neuerungen, sie hat ja gerade angefangen. Ihr Wunsch sei es aber, das Angebot für Familien zu verstärken. Beispielsweise möchte sie junge Taufeltern kirchlich begleiten.  

Zur Frage, wovor sie Respekt hat, meint sie: «In unserer Kirche lebt man in einer Spannung.» Es gebe verschiedene Strömungen. «Sich darin zu bewegen und dabei sich selber zu bleiben und sich nicht zu verbiegen, ist anspruchsvoll.» Sie verhehlt nicht, dass sie eher zum liberaleren Flügel gehört. «Die Zulassungsbedingungen für das Priesteramt müssten eine zeitgemässe Anpassung erfahren. Ich wünsche mir die Weihe von Frauen wie auch den Verzicht auf das Pflichtzölibat.» 

Edith Pfister-Ambühl ist eine Altishoferin wie ihr Ehemann Bernhard Pfister. Das Ehepaar hat drei erwachsene Kinder, Fabio (18), Joel (24) und Eliane (26). Bis auf die Älteste wohnen sie noch zuhause. Familie Pfister wohnt in einem Haus, das früher einen Laden beherbergte. «Es ist bis nach Richen- thal hinauf als ‹s’Lädeli› bekannt», sagt sie. – Den rund vier Kilometer langen neuen Arbeitsweg nach Langnau fährt sie jeweils mit ihrem Elektro-Velo. 

Einsetzungsgottesdienst am 23. August

Der Pastoralraum Pfaffnerntal-Rottal-Wiggertal wird Ende Monat errichtet. In einem Gottesdienst am 23. August in der Pfarrkirche Pfaffnau ernennt Bischof Felix Gmür Edith Pfister offiziell zur Pastoralraumleiterin. Godwin Ukatu wird Leitender Priester des neuen Pastoralraums, Sepp Hollinger hilft als Diakon in den vier Pfarreien mit. Im Kanton Luzern ist «LU24» der 19. errichtete Pastoralraum. Ein solcher besteht aus mehreren Pfarreien. Weil sich die Kirche stärker auf die Bedürfnisse der Gläubigen ausrichten will, werden grössere organisatorische Einheiten gebildet. Teilweise kann damit auch der zunehmende Mangel an personellen Ressourcen (Priester und Pastoraltheologinnen und -theologen) kompensiert werden. (ben) 

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