Rosario Galliker: «Wir hatten drei Monate 0,0 Franken Umsatz»

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«Es ist inkonsequent wie Veranstaltungen Auflagen einhalten müssen, Einkaufszentren oder Badis aber nicht.» Rosario Galliker. Organisator des Volksschlager-Openairs
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Francine Jordi 2019 am Volksschlager Open Air. Auch dieses Jahr ist sie dabei – allerdings im Chalet in Beromünster. Bild: Melek Sarikurt

Heute würde das Volksschlager Open Air stattfinden. Was machen Sie nun stattdessen? 

Rosario Galliker: In unserem Chalet in Beromünster findet eine Mini-Version mit ca. 180 Zuschauern statt. Auftreten werden ChueLee und Francine Jordi. Das ist unser kleines Trostpflästerli fürs verschobene Volksschlager Open Air. 

Wann sind Sie auf die Idee gekommen, den Anlass zu organisieren? 

Das ist spontan entstanden, vor etwa einem Monat. Wir sind von Künstlern, aber auch von Fans, angefragt worden, ob wir nicht etwas im kleineren Rahmen machen möchten. Da wir nur noch fünf, sechs Tickets übrig haben, sind wir der Meinung, dass die Entscheidung richtig war. 

In ihrem Chalet organisieren Sie auch weitere Anlässe. 

In Nicht-Corona-Zeiten haben wir die Bewilligung, das mobile Chalet von September bis Dezember zu betreiben. Jetzt konnten wir mit der Gemeinde Beromünster eine Vereinbarung treffen, da wir von Corona stark betroffen sind, dass wir das Chalet schon ab Juni aufbauen und betreiben können. Wenn es nicht noch striktere Weisungen gibt, werden auch im Herbst noch diverse Anlässe stattfinden. 

Sie sind auch im Gastronomie-Bereich tätig, zum Beispiel mit Catering. Wie wird dieses im Moment nachgefragt? 

Seit März ist bei uns tote Hose. Wir hatten drei Monate 0,0 Franken Umsatz. Mit den Anlässen im Chalet, nebst öffentlichen Anlässen organisieren wir auch Veranstaltungen für Firmen, Geburtstage und Hochzeiten, ist es jetzt ok. Aber für Veranstaltungen ausser Haus gibt es kaum Nachfrage. 

Wie gross ist die Unsicherheit, dass Sie einen Anlass organisieren, diesen aber nicht durchführen können? 

Grundsätzlich sind die Ver­anstaltungen im Chalet immer für weniger als 100 Personen ausgelegt. Solche Veranstaltungen werden vermutlich immer möglich sein. Das Volksschlager ist mit 180 Personen einiges grösser. Da haben wir Aufwand auf uns genommen, um eine Sektoren-Einteilung machen zu können und auch die Toilettenanlagen und die Aussenzonen zu trennen. 

Dann gehen Sie davon aus, dass das, was Sie im Moment organisieren, auch stattfinden kann? 

Da unsere Veranstaltungen bis maximal 100 Personen sind, gehe ich davon aus, ja. Wir haben uns aber auch gesagt, wir warten erstmal den 12. August ab. Dann wird der Bundesrat vermutlich wieder etwas zu den Veranstaltungen sagen. Wir haben einige Anlässe in der Planung, die wir jetzt aber bewusst bis dahin nicht kommunizieren werden. Wir wollen erst wissen, ob wir nach wie vor auf Grün sind oder ob sich etwas ändert. 

Sind die momentanen Massnahmen gerechtfertigt? 

Grundsätzlich nein. Es ist inkonsequent, wie Veranstaltungen Auflagen einhalten müssen, Einkaufszentren oder Badis aber nicht. Die Auflagen für die Veranstaltungen finde ich absolut nicht gerechtfertigt. 

Hoffen Sie auf Gerechtigkeit, wenn der Bundesrat das nächste Mal kommuniziert? 

Das wäre schön, aber wenn ich ehrlich bin, glaube ich nicht daran. Wenn ich sehe, was da kommuniziert wird, auch vom BAG, dann glaube ich nicht an eine Lockerung. Meine Hoffnung ist, dass von den Fussball- und Hockey-Ligen Druck entsteht, wenn sie nicht vor mehr als 1000 Leuten spielen dürfen. 

Was würden Sie sich wünschen? Was wäre der Optimalfall? 

Grössere Events und Anlässe in Stadien müssen mit Schutzkonzept möglich sein. Dann braucht es eben Schutzmasken im Eingangsbereich oder im WC-Bereich. Sobald man auf dem Platz sitzt, kann man ja die Abstände einhalten und die Maske abnehmen. Wir brauchen hier gesunden Menschenverstand. Wer ängstlich ist, der kommt nicht an eine Veranstaltung. Wer etwas erleben möchte jedoch schon. Und: Wir müssen lernen, mit dem Virus zu leben. 

Das Volksschlager Open Air 2021 findet also statt? 

Ja, da bin ich 100 Prozent davon überzeugt. Ich bin auch guten Mutes, dass der Impfstoff näher ist, als man liest. Das ist meine Hoffnung. Ich denke, den Impfstoff gibt es im 2020 noch. 

heitere@home

Am Mittwoch würde die Heitere-Woche mit der Magic Night starten. Doch wegen Corona gibt es keine Bühnen auf dem Zofinger Hausberg, keine Zeltler, keine Künstler, keine Zuschauer. Was sagen die Menschen, die sonst immer am Heitere Open Air sind, zu dieser Situation? Eines ist klar: Zu Hause sitzen und Trübsal blasen tun sie nicht.

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