FC-Aarau-Präsident Philipp Bonorand: «Die 1000 Zuschauer sind reine Willkür»

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In ihren Sorgen vereint: FC-Aarau-Präsident Philipp Bonorand (links) und EHC-Olten-Präsident Marc Thommen hoffen auf einen verständnisvollen Bundesrat. (Bild: André Albrecht)

Bleibt es bei einer strikten Begrenzung von maximal 1000 Zuschauern, die zu Grossveranstaltungen zugelassen werden? Kommt es gar wieder zu einer Reduktion auf 100? Bleibt für die Profiklubs eine Hintertür offen? Für die Mehrheit der über 40 Sportorganisationen in den beiden höchsten Schweizer Fussball- und Eishockeyligen geht es um die Existenz, wenn der Bundesrat am kommenden Mittwoch über die Perspektiven der Grossanlässe entscheidet. Entsprechend deutlich sind die Worte, die zwei Klubvertreter aus dem Mittelland wählen. FC-Aarau-Präsident Philipp Bonorand und sein Amtskollege beim EHC Olten, Marc Thommen, machen beim gemeinsamen Interview schonungslos auf die kritische Lage aufmerksam.

Der 12. August könnte zu einem Schicksalstag für den Schweizer Profisport werden. Mit welchen Gefühlen blicken Sie dem Bundesratsentscheid entgegen?
Bonorand: Einem sehr schlechten. Die Tendenz, die ich wahrnehme, ist ganz klar, dass es keine Lockerungen geben wird. Dass man sogar einen Entscheid bis März 2021 anstrebt, ist völlig unverständlich. Man weiss doch nicht, wie sich die Situation bis dann entwickelt. Ich habe Angst, dass der Mut fehlt, einen Schritt zu machen. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass irgendwo noch ein Herz für den Spitzensport vorhanden ist.
Thommen: Ich habe die Hoffnung, dass am 12. August noch nichts entschieden wird und man stattdessen die Bereitschaft an den Tag legt, die Schutzkonzepte der Vereine ernsthaft zu prüfen und eine Hintertür offen lässt. Wenn das BAG dies per se ausschliesst, dann empfinde ich das als Affront gegenüber all jenen, die einen tollen Job in der Unterhaltungsbranche erledigen – und da ist ja nicht nur der Sport betroffen. Das Tragische ist: Wir haben das Bundesamt für Sport (Baspo, Anm. d. Red.) und Swiss Olympic, zwei grosse Organisationen, die nun die Zügel in der Hand halten und den Lead übernehmen müssten, aber stattdessen haben wir Klubs den Eindruck, dass einfach zu wenig kommt, bloss ein wenig Hilfe in der Erstellung von Schutzkonzepten. Wir fühlen uns alleingelassen. Das ist das Traurigste an der ganzen Sache.

Warum ist das so? Die Sport- und Eventbranche müsste jetzt doch auf die Hinterbeine und massivstes Lobbying betreiben, so wie dies die Gastrobranche im April zu Stande brachte.
Bonorand: Im Fussball hat die Liga schon etwas probiert. Beim Baspo habe ich das Gefühl, dass sie nicht nur keine Unterstützung bieten, sondern die Situation sogar noch schlimmer machen. Sie legen uns Vereinen noch Steine in den Weg, indem sie an Pressekonferenzen über exorbitante Fussballerlöhne sprechen, die wenig mit der Realität zu tun haben, und damit ein falsches Thema zum dümmsten Zeitpunkt in den Fokus rücken. Ich bin vom Baspo sehr enttäuscht. Da ist null Herz für den Schweizer Profisportbetrieb vorhanden. Da geht es um etwas anderes, als den Schweizer Sportklubs zu helfen.

Sie sprechen die Notkredite für Sportvereine an.
Bonorand: Da ist die fehlende Unterstützung exemplarisch. Da wurde etwas ausgehandelt, obwohl es gar nichts auszuhandeln gab. Es hiess stets: «Entweder nehmt ihr das, oder es gibt nichts.»
Thommen: Ich kann da zustimmen. Wenn man diesen Kredit beansprucht hätte, dann wäre man als Sportunternehmen erst recht gestorben. Die Fakten sprechen für sich: Der Kredit ist zwar zinslos in den ersten zwei Jahren, aber man muss ja auch die Lohnsumme um 20 Prozent senken. Wir haben unsere Lohnsumme in den letzten drei Jahren bereits um eine Million gesenkt, der Durchschnittslohn eines Profis liegt bei uns deutlich unter 6000 Franken. Und dann kommt noch hinzu, dass, wenn ein Klub einen solchen Kredit annimmt, alle anderen Vereine dafür solidarisch haften. Das geht doch nicht, da hat man ein Papiertiger kreiert, anstatt die Zeit investiert in ein vernünftiges Schutzkonzept.
Bonorand: Ich habe nicht mit allen Präsidenten darüber gesprochen, aber ich habe noch keinen gehört, der gesagt hat, dieser Notkredit sei eine gute Sache. Beim Bund wollen sie ja nun zusätzlich auch noch, dass die gesamte Liga haftet, nicht nur die Klubs, die einen Kredit beanspruchen. Ich bin als FC Aarau dagegen, dass jemand in der Grössenordnung eines FC Basel einen Millionenkredit annehmen kann und andere dafür den Kopf hinhalten müssen. Was, wenn dort etwas passiert? Dann sind die Klubs und die Liga am Ende. Das kann nicht funktionieren. Mich nervt auch, dass in der Öffentlichkeit mit Hochdruck erwähnt wird, dass ein immenser Millionenbetrag in den Sport fliesst. Doch diese Beträge stehen bloss auf einem Blatt Papier, davon fliesst schliesslich kein einziger Franken. Das ist ganz einfach nicht ehrlich.

Der EHC Olten ist zu Beginn der Coronakrise im Februar mit nur einem Geisterspiel veranstaltungstechnisch mit einem blauen Auge davongekommen. Wie hoch bezifferten Sie den Verlust?
Thommen: Nur allein das Geisterspiel in den Playoffs hat uns in der Gesamtbetrachtung eine sechsstellige Summe gekostet. Solche Zahlen waren wohl auch ein Grund, warum die Liga in aller Deutlichkeit gesagt hat, dass wir keine Geisterspiele wollen, und daraufhin die Meisterschaft abgebrochen hat. Wir können uns einen solchen Betrieb schlicht nicht leisten.

Wie viel Geld hat der FC Aarau im Frühling verloren?
Bonorand: Wir steckten ja auch in dieser Phase, in welcher Spiele verschoben wurden und alle gesagt haben, dass man niemals Geisterspiele durchführt. Man hat sich dann umbesonnen wegen der TV-Gelder. Uns kostet ein Spiel zwischen 20000 bis 30000 Franken. Vor allem deshalb, weil wir auf eine grosse Solidarität der Saisonkartenbesitzer, Gönner und Sponsoren zählen durften, sonst würden wir von ganz anderen Zahlen sprechen.

Der Schaden konnte auch dank der Kurzarbeit etwas minimiert werden. Inwiefern hat dies in Ihrem Fall geholfen?
Thommen: Die Kurzarbeit hat uns vor allem in den Monaten April und Mai geholfen. Aber man muss wissen: Der Frühling ist für uns der wichtigste Zeitpunkt, um neue Sponsorenverträge abzuschliessen. Der Lockdown kam genau in dieser Zeit. Wir konnten die Gespräche mit den Sponsoren nicht führen, konnten den Saisonkartenverkauf nicht termingerecht lancieren – all das ist dann ein Rattenschwanz, welcher sich auf die Liquidität auswirkt. Die Kurzarbeit hat geholfen, aber es war letztlich nur ein Tropfen auf den heissen Stein.
Bonorand: Die Kurzarbeit war für uns enorm wichtig. Wir reden hier von mehreren hunderttausend Franken, welche uns ohne diese Hilfe zusätzlich fehlen würden.

Wie viele kritische Gespräche hat es mit Sponsoren gegeben?
Thommen: Die Sponsoren haben dieselben Themen wie wir. Den Firmen, die uns unterstützen, ist teilweise der Umsatz massiv eingebrochen. Und da kann man dann als EHC Olten nicht verlangen, dass der Sponsoringvertrag mir nichts dir nichts eingehalten wird. Wir reden von 3,5 Millionen Franken Sponsoringgeldern. Glücklicherweise sind wir in einer Situation, in welcher wir auch mit potenziell neuen Partnern verhandeln können. Das zeigt auf, dass das Produkt nicht so schlecht platziert ist. Wir haben eine, zwei Handvoll Sponsoren, die Mühe haben, das Sponsoring aufrechtzuerhalten. Wir haben keinen ganz, ganz grossen Sponsor, wir haben gegen 100 Topsponsoren, weshalb wir den Vorteil haben, regional breit abgestützt zu sein.
Bonorand: Sponsoren laufen uns aktuell nicht davon, es gibt einzelne, bei denen es Gründe gibt, warum sie nicht in der bestehenden Form weitermachen können. Grundsätzlich sind die Gespräche gut, die Sponsoren halten die Stange. In den nächsten Monaten mache ich mir hier wenig Sorgen. Leider haben wir einen Hauptsponsor, der aussteigt, was aber nicht auf Corona zurückzuführen ist. Da ist es derzeit unmöglich, einen Neuen zu gewinnen. Rückwirkend ist die Solidarität super, es hat viele langjährige Partner, die Gönnervereinigungen und Zuschauer – sie tragen uns alle. Aber vielleicht geht die Geduld schon bald verloren, die Leute werden die aktuelle Situation bei aller Sympathie für einen Verein nicht auf ewig akzeptieren. Es wäre daher sehr wichtig, wenn wir den Leuten schon bald über diese Begrenzung von 1000 Personen hinaus etwas bieten könnten.

Der FC Aarau hat ein Spiel ausgetragen mit 300 Zuschauern, dann kam die Begrenzung von 1000 Leuten. Wie sind Ihre Erfahrungswerte?
Bonorand: Die Zahl von 1000 Personen erscheint mir als reine Willkür. Solche Limiten sind einfach auf einem Schreibtisch bestimmt worden. Auch die Grösse eines Areals oder Stadions wird nicht berücksichtigt, ich verstehe das nicht. Im Brügglifeld könnten wir mit den Massnahmen und Konzepten, die gefordert sind, problemlos 3000 bis 4000 Zuschauer zulassen. Aber das würde uns ja auch reichen. Uns ist bewusst, dass es gewisse Einschränkungen geben muss, man wird keine Party machen können bis zwei Stunden nach Spielschluss, das werden die Fans akzeptieren müssen.
Thommen: Man kann diesbezüglich auch das Beispiel YB nehmen. Sie feiern den Schweizer-Meister-Titel vor 1000 Zuschauern, in einem Stadion mit 30000 Plätzen, das ist unverhältnismässig. Wir in Olten haben eine Kapazität von 6190 Zuschauern, wir könnten damit leben, wenn man eine Lösung mit 2500 bis 3000 Personen anstrebt. Wir sind bereit, mit einem funktionierenden Schutzkonzept zu arbeiten, denn die Gesundheit hat die oberste Priorität. Nebst Schutzmasken könnten wir Sektoren für ein funktionierendes Contact-Tracing erstellen, temporäre Sitzplätze errichten. Sportanlässe mit Zuschauern funktionieren, es geht! Es muss bloss der Wille der Politik da sein.

Was kann man den Fans zumuten?
Thommen: Ich denke, niemand hat ein Problem damit, wenn man – wie es bei den Spielern und dem Staff schon jetzt der Fall ist – auch bei den Zuschauern erst Fieber misst, die Maskenpflicht einführt und nur personalisierte Tickets verkauft in klar zugewiesenen Sektoren. Letztlich geht es doch ganz einfach darum, dass wir alle unseren geliebten Sport wieder geniessen können. Wir müssen lernen, mit diesem Virus vernünftig zu leben. Das wird nicht morgen ganz einfach wieder verschwinden.

Liesse sich so ein Schutzkonzept auch auf ein älteres Stadion wie das Brügglifeld anwenden?
Bonorand: Sitzplatzpflicht gilt bei uns – Stand jetzt – nur in der Super League. Sollte die auch auf die Challenge League ausgeweitet werden, müssten wir sicherlich kreativ werden und beispielsweise zusätzliche Tribünen aufbauen. Aber wir wären natürlich nur schon wegen unserer 2200 Saisonkartenbesitzer glücklich, wenn die 50-Prozent-Regelung eingeführt würde. Wir können problemlos mit Masken, Sektoren und den entsprechenden Vorgaben für 3000 bis 4000 Zuschauer arbeiten.

Wie sieht es in Olten aus? Stehplätze werden in einer Halle eher nicht möglich sein …
Thommen: Wir haben ein Konzept erarbeitet mit baulichen Veränderungen. Die Pläne liegen in der Schublade. Wir würden eine Stehplatztribüne in zusätzliche Sitzplätze umwandeln. Umso wichtiger wäre für uns, dass wir zeitnah wissen, wohin die Reise führt. Weil wir für diese Massnahmen natürlich auch einen gewissen Vorlauf vor dem geplanten Saisonstart am 18. September benötigen.

Wieso sind die Klubs mit diesen Schutzkonzepten, die offensichtlich durchdacht sind und in den Schubladen schlummern, nicht viel offensiver an die Öffentlichkeit gegangen?
Thommen: Ich weiss nicht, ob das die Aufgabe der einzelnen Klubs ist. Letztlich muss doch der Verband oder die Ligaführung eine klare Ansage machen und dann muss das Konzept auf die jeweiligen Stadien adaptiert werden – so wie das im Fussball geschehen ist. Wir Klubs sind bereit. Nun müssen die Sportverbände in dieser Situation geschlossen auftreten und ihre Interessen in der Politik vertreten.
Bonorand: Ich weiss, dass der Fussball- und der Eishockeyverband in regem Austausch sind. Es läuft schon viel hinter den Kulissen. Man sucht intensiv nach Lösungen. Was zum Beispiel Claudius Schäfer, der CEO der Swiss Football League, seit Monaten leistet, ist wahnsinnig.

Aber man nimmt es öffentlich kaum zur Kenntnis.
Bonorand: Das mag sein. Die Frage ist: Was muss man in der Öffentlichkeit austragen und was nicht? Bis vor kurzem hatten wir alle die Hoffnung, dass die Massnahmen gelockert werden. Dann gingen die Fallzahlen wieder nach oben und plötzlich kamen an Pressekonferenzen Aussagen, die uns alle auf dem falschen Fuss erwischt haben. In solchen Momenten frage ich mich dann eben auch, ob da mitunter nicht ein paar Einzelpersonen etwas zu viel Macht haben und Partikularinteressen vertreten. Jetzt ist auch für uns der Moment gekommen, um zu sagen: «So geht es nicht.»

Sie sind Präsidenten von zwei traditionsreichen, soliden B-Ligisten. Können Sie politisch überhaupt Einfluss nehmen?
Bonorand: Wir haben einen guten Draht zu unserer Ligaführung, der Austausch funktioniert und man hört uns auch an. Logisch haben Klubs wie YB oder FC Basel ein anderes Gewicht als der FC Aarau. Aber wir haben dank unserer Position und Tradition trotz allem noch einen gewissen Einfluss. Innerhalb der Regierung des Kantons Aargau und zum Beispiel auch bei der Kantonsärztin, mit welcher wir im regen Austausch stehen, werden wir sehr ernst genommen. Man weiss, dass der FC Aarau für den Kanton einen gewissen Wert hat. Und ich denke, dass man uns auf dieser Ebene auch helfen würde – im Rahmen des Zulässigen und Sinnvollen. Ich habe das Gefühl, dass man da sehr pragmatisch und vernünftig denkt.
Thommen: Aber wir müssen eben aufpassen. Es ist gut und recht, wenn wir auf Kantonsebene eine gute Beziehung pflegen. Wichtig ist jedoch, dass es einen Entscheid auf Bundesebene gibt. Unsere Ligen decken das ganze Land ab. Wenn wir keine schweizweite Lösung finden, dann wird es nicht funktionieren. Sobald es ein Ungleichgewicht gibt, wird das sehr schnell zu grossen Reibereien führen.
Bonorand: Das ist ein sehr wichtiger Punkt. Man hat ja in den letzten Monaten gesehen, dass das Tessin, die Romandie und die Deutschschweiz nicht immer auf derselben Wellenlänge getickt haben. Auch darum war die Phase, als der Bund in der Coronakrise Regie führte, schon nicht ganz schlecht.

Wie weit reicht der Schnauf, wenn es zum Worst Case kommt und keine Saison stattfindet?
Bonorand: Mit diesem Szenario habe ich mich noch gar nicht auseinandergesetzt. Aktuell haben wir unter anderem dank unserer Gönnervereinigungen schon noch etwas Schnauf. Letztlich steht und fällt unser Überleben im schlechtesten Fall damit, wie gross der Goodwill uns gegenüber ist. Sobald die Sponsoren sagen, dass sie nicht mehr zahlen, dann geht es natürlich schnell. Aber ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass wir gar nicht spielen.

Könnten Sie mit maximal 1000 Zuschauern überleben?
Bonorand: Wenn es nach dem Motto gehen würde «Vogel, friss oder stirb», dann ist es mir als Challenge-Ligist lieber, vor 1000 Zuschauern zu spielen, die Fernsehgelder zu kassieren und den Sponsoren zumindest einen Gegenwert bieten zu können. Das ist alles viel besser als gar nichts. Wenn ich gar nichts mehr bieten kann, dann wird sehr schnell auch die Unterstützung verschwinden.

Wie sieht es beim EHC Olten aus?
Thommen: Seien wir ehrlich. Wenn wir nicht spielen können und das Seco uns keine Hand bietet punkto Kurzarbeit oder anderen Lösungen, dann wird es sicher nicht lange gehen bis zum Lichterlöschen. Dann wird es schon Ende Jahr viele Eishockeyklubs nicht mehr geben. Das würde zu einem Profiklubsterben in grossem Ausmass führen. Aber: Auch ich rechne momentan nicht mit einem solchen Worst-Case-Szenario.

Würde der EHCO vor 1000 Zuschauern spielen?
Thommen: Stand heute: Nein. Die National League wird unter diesen Voraussetzungen sowieso nicht spielen – und wir sitzen als Swiss League ja im selben Boot. Bei uns sind 80 Prozent der Kosten für die kommende Saison fix. Da haben wir keinen Spielraum mehr. Ich kann im Extremfall nicht einmal Spieler entlassen, weil alle Zeitverträge bis im kommenden Frühling besitzen. Und dann darf man nicht vergessen, dass eine Absage der Meisterschaft einen ganzen Rattenschwanz an Konsequenzen für das weitere Umfeld hätte. Wir könnten beispielsweise keine Eismiete mehr bezahlen. An die Eventbranche sind viele weitere Jobs gekoppelt.

Wie viele Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel?
Thommen: Das sind schätzungsweise schnell einmal 150 bis 200 Stellen.
Bonorand: Das dürfte sich bei uns in einem ähnlichen Rahmen bewegen. Man muss sich bewusst sein, dass ein Profiklub wie der FC Aarau oder der EHC Olten ein KMU mit Millionenbudget ist. Da steht sehr viel auf dem Spiel.

Wie gehen Sie als Klubpräsidenten mit diesem belastenden Szenario um?
Bonorand: Ich habe ein gutes Nervenkostüm. Solange noch kein Entscheid gefällt wurde, schlafe ich ruhig. Ich glaube daran, dass es eine vernünftige Lösung geben wird. Sollte das nicht der Fall sein, werde ich mich mit der neuen Ausgangslage auseinandersetzen. Aber logisch bemerke ich im Umfeld eine gewisse Nervosität. Die Ungewissheit ist bisweilen lähmend, weil man nicht weiss, wohin die Reise führen wird.
Thommen: Mir geht es ähnlich. Ich schlafe immer noch gut und ruhig. Natürlich gibt es Leute in unserer Organisation, die sehr angespannt sind. Da darf ich es nicht auch noch sein (lacht). Wir versuchen, unsere Geschäfte so normal wie möglich voranzutreiben. Ich hoffe und vertraue darauf, dass es eine Lösung geben wird. Ich kann und will mir einfach nicht vorstellen, dass man eine ganze Branche fast willkürlich opfert.

Philipp Bonorand
Philipp Bonorand (39) ist designierter Präsident der FC Aarau AG, er war bereits von 2000 bis 2008 für den Klub tätig. Bonorand ist Inhaber der Vital AG in Oberentfelden sowie Inhaber und CEO von Multiforsa AG in Auw, beide Firmen produzieren und handeln mit Futtermitteln für die Landwirtschaft. Bonorand sass von 2004 bis 2010 für die SVP im Aarauer Einwohnerrat. Er ist ledig und lebt in Aarau.

Marc Thommen
Marc Thommen (51) ist seit 2017 Präsident der EHC Olten AG. Thommen ist Präsident und Delegierter des Verwaltungsrates des Architektur- und Planungsbüros W. Thommen AG in Olten. 2015 kandidierte er als FDP-Mitglied für den Nationalrat. Thommen ist verheiratet und Vater von zwei Söhnen. Er lebt in Hägendorf.

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