Schulanfang: Wenn es eng wird, ist die Maske für alle Pflicht

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In diesem Schulzimmer kann der Abstand eingehalten werden, darum brauchen die Schüler keine Masken. Der Gast, Bildungsdirektor Alex Hürzeler, hat aber eine an. (Bild: Britta Gut)

Der Ranzen ist gepackt, die Schuhe sind – vielleicht noch von Mama oder Papa – geschnürt. 7200 Kindergärtler und 7100 Erstklässlerinnen hatten gestern Montag einen grossen Tag. Ebenso 6700 Jugendliche, die in die 1. Oberstufe starteten. «Für Tausende Schülerinnen und Schüler ist dieser Tag jeweils speziell», sagte Bildungsdirektor Alex Hürzeler am Montag an der Medienkonferenz zum Schulstart, die an der Kanti Zofingen durchgeführt wurde. Doch nicht nur für die Schüler war dieser Tag speziell. Sondern für alle Beteiligten – gar als «historisch» wurde er bezeichnet. Das hat verschiedene Gründe.

Abstände und sonst Masken

Natürlich ist da zuerst einmal das Coronavirus. An der Kanti Zofingen am ehesten an den Masken ersichtlich. Ob in der Tasche, um den Arm gewickelt oder im Gesicht: Alle Schüler hatten einen Mundschutz dabei. An der Kanti gilt, wie an allen Sek-II-Stufen im Aargau, die situative Maskenpflicht. Dort, wo der Abstand über längere Zeit nicht eingehalten werden kann, muss sie angezogen werden. Gerechnet wird mit 2,25 Quadratmeter pro Schüler im Klassenzimmer. «Wir müssen jetzt Verantwortung übernehmen und Rücksicht nehmen», sagte Hürzeler. Dafür ist mit dieser Massnahme der Schulbetrieb in ganzen Klassen vor Ort möglich.

An der Volksschule gelten weniger strenge Auflagen: Die Schüler können sich untereinander weitgehend normal verhalten. Einzig zur Lehrperson muss der Abstand eingehalten werden können, alternativ kann Plexiglas montiert werden. Dafür findet auch dort Unterricht vor Ort statt. Darüber ist man froh, sagte Christian Aeberli, Leiter Abteilung Volksschule beim Kanton: «Weil die Kinder unterschiedliche Bedingungen zu Hause haben, sind die Differenzen grösser geworden.»

Soziale Unterschiede seien in der Bildung immer ein Thema, so Aeberli. Im Präsenzunterricht hätten alle Schülerinnen und Schüler ähnliche Voraussetzungen. Damit könne man den ungleichen Chancen ein Stück weit entgegenwirken und alle Kinder möglichst gut auf die Zeit nach der Schule vorbereiten. Immerhin: Die paar Wochen Fernunterricht während des Lockdowns seien kein Weltuntergang: «Bildung in der Volksschule ist ein Prozess von elf Jahren. Dort sind ein paar einzelne Wochen nicht so entscheidend», sagte Aeberli.

Wegen des Coronavirus begann noch nicht für alle die Schule: Kinder, die in einem Risikoland in den Ferien waren, müssen zuerst zehn Tage in Quarantäne. Wie viele Kinder zum Schulstart deswegen fehlten, dazu hat der Kanton allerdings keine Zahlen.

Mehr Aargauer Schülerinnen und Schüler denn je

77'900. So viele Kinder und Jugendliche, von Kindergarten bis Oberstufe, gehen aktuell im Aargau zur Schule. So viele wie noch nie. In den vergangenen Jahren ist die Zahl jährlich um rund 1000 gewachsen. Aktuell gehen 14'200 Kinder in den Kindergarten, 43'300 in die Primarschule und 20'400 sind an der Oberstufe. Unterrichtet werden sie von insgesamt 8840 Lehrpersonen. Damit sind noch nicht ganz alle Lehrerstellen besetzt: 79 Stellen sind aktuell noch ausgeschrieben, hauptsächlich Teilzeitpensen, hochgerechnet entspricht dies 33 Vollzeitstellen. Wo keine Lehrer gefunden wurden, musste improvisiert werden, etwa mit Grossklassen. Und in Zukunft werde es noch schwieriger werden, genügend Lehrpersonen zu finden, befürchtet Aeberli. Deshalb müssten «Massnahmen zur Attraktivitätssteigerung des Lehrerberufs ergriffen werden». Allerdings: Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Lage leicht entspannt, damals waren noch umgerechnet 46 Vollzeitstellen unbesetzt.

Das bringt der neue Lehrplan

An den Aargauer Volksschulen gilt seit diesem Schuljahr ein neuer Lehrplan. Kompetenzen, also was ein Kind weiss und kann, sollen von nun an stärker im Fokus stehen, mehrere Fächer werden in Bereichen zusammengefasst. Die Kinder sollten so noch stärker Zusammenhänge zwischen Fächern erkennen und verstehen, so Aeberli. Je näher die Kinder an die Oberstufe kommen, umso stärker soll dann wieder die Fachorientierung ins Zentrum rücken.

Weiter spielt die Digitalisierung im neuen Aargauer Lehrplan eine wichtige Rolle: Das zeigt sich zum Beispiel durch das Fach Medienbildung und Informatik, das die Kinder neu ab der 5. Klasse haben. Ausserdem werden Laptops und Tablets auf allen Stufen bis hinunter zum Kindergarten eingesetzt werden. Der Aargauer Lehrplan wird damit mit denjenigen der anderen Kantone in der Deutschschweiz harmonisiert.

Schulen bekommen mehr Spielraum bei den Finanzen

Schliesslich wurden auch die Qualitätskontrolle an den Schulen sowie die Finanzierung der Lehrer- sowie Schulleiterstellen auf dieses Schuljahr angepasst. Schulen bekommen neu ein Ressourcenkontingent. Wie sie dieses einsetzen, können sie, im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben, selbst entscheiden. So kann etwa eine Schule kleinere Regelklassen schaffen, dafür weniger ergänzende Förderangebote (zum Beispiel Begabtenförderung) anbieten, eine andere Schule kann grössere Klassen machen, so Lehrpersonen «einsparen» und damit mehr separate Förderangebote anbieten. «Schulleiter und Lehrer können damit selber entscheiden, wie sie ihre Ressourcen und Lektionen am wirksamsten einsetzen können», erläuterte Aeberli.

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