Die regionale Spitex ist auf Kurs

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Karin Berglas, Verwaltungsrätin der Spitex Region Zofingen AG. (Bild: zvg)

Als Gemeinderätin und Verwaltungsrätin der Spitex Region Zofingen AG (SRZ AG) und überzeugte Vertreterin der regionalen Spitex fühle ich mich verpflichtet, offene Fragen zu beantworten. Der Bedarf an Informationen ist legitim und nachvollziehbar.

Das Pflegegesetz verpflichtet die Gemeinden, eine bedarfsgerechte Pflege und Hilfe zuhause sicherzustellen. EinwohnerInnen, Angehörige und Behörden sind gleichermassen interessiert, dass unsere SeniorInnen möglichst lange selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden wohnen können. Dies setzt ein nachhaltiges und ausgewogenes Angebot an ambulanten Pflegeleistungen und Hilfe zuhause voraus. Die ambulante Pflege ist ein Vielfaches günstiger als die stationäre Pflege und wird mit zunehmend älter werdender Bevölkerung immer wichtiger.

Die verbindlich festgelegte Eigentümerstrategie der Trägergemeinden wurde im April 2019 vereinbart und gilt für einen Zeithorizont von vier Jahren. Die Eigentümerstrategie und die Ziele verpflichten den Verwaltungsrat der SRZ AG zur Gewährleistung einer bedarfsgerechten, qualitativ hochwertigen und finanzeffizienten Dienstleistungserbringung. Diverse Messkriterien legen Leistungs-, Finanz-, Synergie- und Infrastrukturziele der AG fest. An der Generalversammlung vom 2. Juli 2020 legte der Verwaltungsrat den Aktionärsgemeinden den ersten Jahresbericht sowie Zahlen zu den Messgrössen vor.

Die aussagekräftigsten Messgrössen sind die Leistungsstunden, die Vollkosten pro Leistungsstunde und die Restkosten. Die Menge der Leistungsstunden ergibt sich durch den entsprechenden Bedarf an Unterstützung in der Bevölkerung. Vollkosten beinhalten sämtliche zur Leistungserbringung notwendigen Ausgaben und werden auf die erbrachten Leistungsstunden heruntergebrochen. Die Restkosten schliesslich müssen im Kanton Aargau durch die Gemeinde getragen werden. Sie ergeben sich aus den Vollkosten, abzüglich der durch die Krankenkassen und Klienten geleisteten Beiträge.

Bereits im ersten Geschäftsjahr 2019 entwickelten sich die Kosten im Vergleich zum Jahr 2018 positiv. Die Effizienzsteigerung erkennt man daran, dass die Restkosten pro Leistungsstunde nur um 6,1 Prozent bei gesamthaft mehr geleisteten Stunden von 9,3 Prozent zunahmen. Insgesamt wurden im Jahr 2019 69'654 Stunden geleistet (plus 5901).

In sechs der sieben Gemeinden sind die Restkosten pro Leistungsstunde gesunken. Die Bandbreite reicht von minus 1 Prozent bis minus 40 Prozent. Die Unterschiede und Gründe dafür sind von Gemeinde zu Gemeinde im Einzelfall zu betrachten und teils in den Rechnungsgestaltungen der Vorjahre begründet. Sind beispielsweise in Vordemwald die Leistungsstunden pro Einwohner von 1,31 Stunden im 2018 auf 1,56 Stunden im 2019 angestiegen, sind in der gleichen Periode die Restkosten pro Stunde von 51,73 Franken auf 38,35 Franken gesunken. Dies entspricht einer Abnahme der Restkosten pro Leistungsstunde von 25,9 Prozent. Der Revisionsbericht mit Bilanz- und Erfolgsrechnung und der Bericht zuhanden der Generalversammlung 2019 können auf der Webseite der SRZ AG eingesehen werden.

Der Unterschied zum Modell Aarburg liegt einerseits im Leistungsangebot. Die Leistungen für die Hilfe zu Hause werden durch die Gemeinde Aarburg nicht mehr mitfinanziert und müssen voll und ganz durch die Klienten getragen werden. Im Gegensatz zur SRZ AG verzichtete die Gemeinde Aarburg auf eine Dienstleistungsvereinbarung mit der Palliativ Spitex. So fallen für die Gemeinde auch keine Kosten an. Ein direkter Vergleich ist somit nicht möglich, denn es wird nicht Gleiches mit Gleichem verglichen.

Andererseits gründet die Halbierung der Spitex-Kosten in Aarburg auch darin, dass die Zahlen aus dem Vergleichsjahr 2016 in Aarburg ausserordentlich hoch waren. Gemäss Benchmark kostete die verrechnete KLV-Stunde (Kosten nach Krankenpflege-Leistungsverordnung) in Aarburg in diesem Jahr 166,94 Franken und war im Vergleich zu den Vorjahren ein Ausreisser. Die durchschnittlich verrechnete KLV-Stunde der übrigen fünf Vereine betrug im Jahr 2016 107 Franken. Über die Jahre 2011 bis 2016 wurden auch bei dieser Vergleichsgrösse stark schwankende Werte über alle acht Gemeinden im Bereich zwischen 87 bis zu 138 Franken festgestellt. Dies zeigt anschaulich, dass diverse Einflussfaktoren spielen. Die Trägergemeinden haben in der Eigentümerstrategie für die Vollkosten KLV/Std. die Zielgrösse von 105 Franken festgelegt.

Nebst finanziellen Zielgrössen wurden seitens der Gemeinden folgende Vorgaben definiert:

• Infrastruktur (Stützpunkte und Geschäftsstelle)

• Zusammenarbeit mit Drittanbietern wie beispielsweise der Pro Senectute, Kinderspitexen sowie einer Palliativ Spitex

• Leistungsziele bezüglich Klienten und Mitarbeiterzufriedenheit, Qualitätsreporting etc.

Die Ziele werden in Bezug auf Kostenoptimierung, Angebot und Qualität laufend überprüft und den sich stetig verändernden Gegebenheiten angepasst. Die Trägergemeinden können als Aktionäre an Eigentümergesprächen und an der Generalversammlung direkt Einfluss nehmen und Vorgaben beschliessen. Die Gemeinden verfolgen mit der Beteiligung an der Spitex Region Zofingen AG nachhaltige und langfristige Ziele. Geben Sie der regionalen Spitex und den Gemeinden die Chance, den erfolgreichen Start der gemeinsamen Organisation in die Zukunft weiterzuentwickeln. Seit dem 1. Januar 2019 engagieren sich rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Spitex Region Zofingen AG an 365 Tagen pro Jahr für rund 1100 (BfS-Statistik 2019) Klientinnen und Klienten.

Der Austritt aus einem regional erfolgreichen Zusammenschluss nach bereits einem Jahr ist eine verpasste Chance effektiver regionaler Zusammenarbeit zum Wohle aller Einwohnerinnen und Einwohner in der Region.

Lic. iur. Karin Berglas ist Frau Vizeammann in Vordemwald, Verwaltungsrätin der Spitex Region Zofingen AG und Mitglied im Vorstand sowie in der Arbeitsgruppe Pflege des Regionalplanungsverbandes zofingenregio.

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