Klingnau: Nun findet auch ein Gemeindearbeiter einen Sprengkörper – nahe vom Goldbarren-Fundort

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Der Roboter des Forensischen Instituts greift den Sprengkörper. (Bild: Leserreporter AZ/Harry Gradischnig)
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Hier wurden 2012 die Goldbarren entdeckt: Der Fundort befindet sich an einem Fussweg zwischen Bahnlinie und Umfahrungsstrasse. (Bild: Philipp Zimmermann/kpa/Montage: az)

Vor rund 8 Jahren fanden zwei Gemeindearbeiter von Klingnau 2,6 Kilogramm Goldbarren, als sie ein Stück Wiese neben einem Fussgängerweg mähten. Heute hat wieder ein Gemeindemitarbeiter bei solchen Unterhaltsarbeiten einen speziellen Fund gemacht, und das nur rund 100 Meter Luftlinie vom damaligen Ort des Goldfundes entfernt.

Konkret handelt es sich diesmal um einen Forstwart, der den Sprengkörper im Achenbergbach fand. Die Meldung ging bei der Polizei um 10.30 Uhr ein. Aller Wahrscheinlichkeit nach handelt es sich um einen weiteren Fund im Sprengkörper-Fall von Klingnau. «Wenn tatsächlich ein Zusammenhang besteht, wird unser Bericht zum neuen Fund an die Bundesanwaltschaft übergeben», sagt Bernhard Graser, Sprecher der Kantonspolizei.

Die Bundesanwaltschaft führt das Strafverfahren gegen einen 42-jährigen Schweizer aus dem Ort. Er hat gestanden, die Sprengkörper hergestellt und zwei gezündet zu haben. Die weiteren will er allerdings verloren haben, wie er gegenüber der Aargauer Zeitung sagte.

Fundort weiträumig abgesperrt

Spezialisten vom Forensischen Institut in Zürich wurden aufgeboten, um das Objekt zu bergen. Nach einem zweistündigen Einsatz am Fundort an der Flüestrasse transportierten sie um 13 Uhr den Knallkörper in einem Anhänger ab und brachten ihn ins Labor nach Zürich. «Die Polizei sperrte den Fundort weiträumig ab», erzählt ein Anwohner. Er beobachtete, wie ein Roboter den Knallkörper barg. «Polizisten forderten uns auf, unsere Wohnungen nicht zu verlassen und die Fenster zu schliessen. Sie informierten uns, als die Luft wieder rein war. Das lief professionell ab.»

Knalle im Februar und März

Laute Knalle in der Nacht schreckten die Bevölkerung in Klingnau sowie in Nachbargemeinden während mehrerer Wochen im Februar und März auf. Anfang Juni hatte sich die Lage längst beruhigt, die Knalle waren schon fast wieder vergessen. Da kam es kurz nacheinander zu drei Funden von Knallkörpern, die damit im Zusammenhang standen. Den ersten brachte ein Bürger auf den Polizeiposten. Dieser wurde weiträumig abgesperrt. Das sorgte für grosses Aufsehen. Zuletzt kam es Anfang Juli zu einem weiteren, vierten Fund.

Einer der ersten drei Knallkörper wurde einige hundert Meter entfernt im selben Bachbett gefunden. Die Vermutung liegt deshalb nahe, dass der am Dienstag gefundene Knallkörper bachabwärts gespühlt worden ist.

Die Bundesanwaltschaft führt das Strafverfahren wegen Gefährdung ohne verbrecherische Absicht (Fahrlässige Gefährdung). Der Strafrahmen dafür reicht von einer Busse bei leichten Fällen bis zu einer Gefängnisstrafe von fünf Jahren bei schweren Fällen. Die Bundesanwaltschaft hat sich bisher nicht zum Stand der Ermittlungen geäussert.

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