Entenfleisch ist nicht nur für Spitzenköche

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Katharina Grossen aus Schmiedrued mit ihrer Entenschar. Bild: zvg

Die Pommernente trägt ihre Herkunft im Namen: Sie stammt aus Pommern, einer Region im Nordosten Deutschlands. Sie wird auch Uckermärker genannt und gilt als älteste Entenrasse Deutschlands. Grosse Bestände wurden bis zum Wiener Kongress (1815) im zum Königreich Schweden gehörenden Vorpommern gehalten. Deshalb heisst diese Entenart auch Schwedenente. Bald fand die einfach zu haltende Hausentenrasse weite Verbreitung in ganz Europa.

Die Rasse ist heute auf der Roten Liste

Inzwischen ist sie in Deutschland mit einem Bestand von rund 100 Tieren auf der Roten Liste. Die Situation ist bei uns in der Schweiz nicht viel besser, sagt Daniel Tschuor. Der Bündner ist Präsident des Züchtervereins für ursprüngliches Nutzgeflügel (ZUM). Neben anderen Pro-Specie-Rara-Arten halten Tschor und seine Frau auch Pommernenten. Ihr Archehof Sursaissa in Disentis ist einer von ungefähr 20 Betrieben in der Schweiz, die Pommernenten auch aus kommerziellem Interesse züchten.

Nicht eine kommerzielle, aber eine begeisterte Pommernenten-Halterin ist Katharina Grossen aus Schmiedrued. Auf die Ente gekommen – erst waren es Laufenten – ist Grossen, weil diese gerne Schnecken fressen und so im schönen Naturgarten für Ordnung sorgen. 2008 dann der Entscheid auf die Pommernente zu setzen, die inzwischen immer wieder Nachwuchs ausbrühten. Gerade jetzt hat Grossen junge Enten und Erpel zu verkaufen – «mit sehr schönen Brustlätzen», wie sie betont.

Pommernenten sind mit ihrem langgestreckten Körper und ihrem weissem Latz an der Brust majestätische Tiere. Mit ihrem blau bis grün schimmernden Gefieder und ihrem stolzen Gang bringen sie eine Prise Noblesse in jeden Garten und auf jeden den Hof. Im Kontrast zu ihrem Äusseren ist die Pommernente aber sehr genügsam. Zugekauftes Futter braucht es für die Haltung nicht, es sei denn als Lockfutter. Alles was in jeder grünen, nicht überdüngten, Wiese vorkommt, Gras, Würmer und Schnecken, gehören zum Menüplan der selten gewordenen Landrasse.

Bedrängt durch Rouen- und Pekingente

Weshalb ist Pommernente als Rasse gefährdet? Bedrängt werden die Bestände, weil, wer an die Ente auf dem Teller denkt auch das Portemonnaie im Sinn hat. Frühreifer Mastrassen wie die Rouen- oder Pekingente sind da attraktiver. Dennoch: Spitzenköche greifen gerne auf das rare Angebot an Pommernenten zurück. Ihr Fleisch wird als Delikatesse geschätzt. Was hier vergessen geht, ist, dass Geflügel Eier legt. Die Pommernente liefert nicht nur zartes Fleisch – sie ist auch eierlegend höchst produktiv. 150 Eier pro Henne und Jahr sind durchaus möglich, wobei die Eier rund 70 Gramm schwer sind. Auch selbst mehrjährige Enten bringen noch gute Leistungen und ziehen kurz vor Mauserbeginn im Sommer zuverlässig eine Brut auf.

Enteneier in der Deutschschweiz wenig gefragt

Wie schmecken Enteneier? «Sie sind sehr fein», sagt Katharina Grossen. Wobei sie den Geschmack und im Vergleich mit einem Hühnerei auch die feine «Textur» des Enteneis meint. Gekochte Enteneier sind hierzulande leider selten im Haushalt anzutreffen, speziell in der deutschsprachigen Schweiz. «Asiatische Restaurants rupfen uns hingegen die Eier regelrecht aus der Hand», sagt Daniel Tschuor vom Züchterverein für ursprüngliches Nutzgeflügel.

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