Hagelgewitter wütete über der Region Aarau – Feuerwehren mussten nur selten ausrücken

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Katrin Hasler aus Obermumpf war mit einem Kleinflugzeug auf dem Weg von Freiburg nach Schupfart, als sie die eindrückliche Gewitterzelle über Aarau sah und fotografierte. Bild: Katrin Hasler/Leserreporterin «20 Minuten»

Zwei heftige Gewitter in der Region Olten-Aarau führten am Sonntag zu starkem Niederschlag und lokalem Hagel. Die Kantonspolizei Aargau berichtet von rund 20 Einsätzen der Feuerwehr, die wegen Überschwemmungen in Tiefgaragen und Kellern ausrücken musste. Schäden richtete das Unwetter besonders in den Gemeinden Aarau und Küttigen an. Die Feuerwehr Aarau sei 14 Mal ausgerückt, sagt Kommandant David Bürge. «In mehreren Orten ist auch Wasser auf die Strasse überlaufen, weil die Abflüsse verstopft waren», so Bürge. In Küttigen sei die Feuerwehr sechs Mal wegen Überschwemmungen im Einsatz gewesen, erklärt Kommandant Daniel Wernli. Zudem hätten die grossen Regenmengen einen Kanalisationsrückstau verursacht, der mehrere Schachtdeckel aufgedrückt habe. Diese habe man wieder verschliessen müssen, sagt der Feuerwehrkommandant.

53 Liter pro Quadratmeter: Am meisten Regen fiel in Gösgen

«Die gemessenen Niederschlagsmengen sind eindrücklich, aber für ein starkes Gewitter nichts Aussergewöhnliches», sagt Patrick Stierli von Meteo  Schweiz. Die Wetterstation in Buchs mass 28,3 Millimeter Niederschlag für den ganzen 16. August, davon 19,5 zwischen 18 Uhr und Mitternacht. Das ist die zweithöchste Tagessumme dieses Jahr. Dies sei ein üblicher Wert für ein Gewitter, so Stierli. «Nicht alltäglich» sei jedoch die Hagelmenge gewesen.

Die schweizweit stärksten Niederschläge seien in Gösgen gefallen, erklärt der Meteorologe. Die Wetterstation Zofingen mass gar 38,1 Millimeter Niederschlag innert 24 Stunden. Trotzdem wurde die Feuerwehr in Zofingen kein einziges Mal alarmiert. Ein Grund, warum die Region Aarau trotz geringerem Niederschlag von Überschwemmungen betroffen war, könnten laut Meteorologe Stierli die relativ grossen Hagelmengen sein, die dort niedergingen: «Hagel dürfte wahrscheinlich dazu geführt haben, dass die Abflüsse verstopft waren und es zu lokalen Überflutungen kam.» Besonders stark regnete es in Gösgen: 53,4 Millimeter Niederschlag fielen dort am Sonntag, davon 42,6 Millimeter zwischen 17 Uhr und Mitternacht. Es handelt sich um den höchsten Tageswert in diesem Jahr. Da die Regenmenge im Vergleich zu früheren Gewittern nicht aussergewöhnlich gross ausfiel, halten sich auch die Schäden in Grenzen.

Die Aargauische Gebäudeversicherung habe bis zum Montagmittag 30 Meldungen mit einer Schadensumme von 130'000 Franken erhalten, sagt Mediensprecherin Christina Troglia. Dies sei «relativ bescheiden». Auch die AXA Winterthur sieht im Unwetter kein «Grossereignis», wie Mediensprecherin Marion Banholzer auf Anfrage schreibt. Bis gestern Mittag seien bei der AXA rund 50 Meldungen aus der Region Aarau wegen Hagelschaden an Motorfahrzeugen eingegangen mit einer Schadensumme von 120'000 Franken. Die AXA rechnet mit «maximal 100 bis 150 durch den Hagel beschädigten Autos», so Banholzer. Dazu kämen vereinzelte Hausratsschäden «mit einer entsprechend geringeren Schadensumme».

Auch nur schwach betroffen vom Unwetter ist der Ackerbau, wie Bauernverbands-Geschäftsführer Ralf Bucher auf Anfrage sagt. Demnach ist «das Getreide, das viel Fläche beansprucht und oft von Hagelschäden betroffen ist, schon geerntet». Grosse Schäden könnten hingegen Obst- und Gemüsebauern haben, befürchtet Bucher. Die Genossenschaft Hagel Schweiz, die Bauern gegen Ernteausfälle wegen Hagel versichert, hat bisher jedoch kaum Schadenmeldungen erhalten. Laut Mediensprecherin Esther Böhler rechnet die Versicherung schweizweit mit insgesamt rund 100 Meldungen.

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Die Feuerwehr Küttigen musste in der Region Aarau mehrere vollgelaufene Keller auspumpen. Bild: zvg/FW Küttigen
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Eine Handvoll Hagelkörner – Schäden blieben weitgehend aus. Bild: zvg
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