Sie schwärzte ihren Ex-Freund beim Arbeitgeber an

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Das Bezirksgericht Zofingen sprach die Beschuldigte vom Vorwurf der Nötigung frei, verurteilte sie hingegen wegen Hausfriedensbruchs und übler Nachrede. (Archivbild: Raphael Nadler)

«Das Gericht muss sich heute mit einer privaten Schlammschlacht befassen», fasste es die Verteidigerin in ihrem Plädoyer zusammen. Ihre Klientin, eine 46-jährige Schweizerin, war im April 2019 mittels Strafbefehl wegen Nötigung, Hausfriedensbruch und übler Nachrede zu einer bedingten Geldstrafe und einer Busse verurteilt worden. Sie erhob Einsprache, weshalb der Fall bei Gerichtspräsident Florian Lüthy landete. Dieser versuchte in seiner Befragung der Beschuldigten, aber auch des Opfers – Privatkläger und Ex-Freund der Beschuldigten – mehr über die Hintergründe der Schlammschlacht zu erfahren.

Sie bedrängte ihn nach der Trennung weiter

Die dreifache Mutter und der Privatkläger lernten sich über Facebook kennen. Bald darauf schrieben sie sich regelmässig Nachrichten und trafen sich auch persönlich. «Die Chemie stimmte», erinnerte sich der Ex-Freund vor Gericht. «Aber es kam anders.» Sie habe ihn nach einer ersten gemeinsamen Nacht gedrängt, zusammenzuziehen. Dafür wollte sie ihren Ehemann verlassen und ihr altes Leben für ihn aufgeben. Ihm sei dies alles zu schnell gegangen, weshalb er sich schliesslich von ihr trennte. Eine Trennung, die der Lehrerin laut Anklage sauer aufstiess. Mehrmals soll sie ihren Ex danach an dessen Arbeitsstelle aufgesucht haben. In zwei Fällen habe sie ihn in der Tiefgarage seines Wohnhauses überrumpelt und ihn daran gehindert, zur Arbeit zu fahren. Dabei war sie in Begleitung ihres Ehemannes. Diesem hatte sie die ausserehelichen Aktivitäten mittlerweile gebeichtet. Allerdings schilderte die Frau eine andere Version der Geschehnisse. In der gemeinsamen Nacht sei es zu einem sexuellen Übergriff durch ihren Ex gekommen. Dieser Übergriff sei auch der Grund gewesen, weshalb sie den Ex-Geliebten aufsuchte. «Ich wollte eine Aussprache. Ich wollte mit ihm alles klären und bereden», sagte die Beschuldigte.

Kopie der Strafanzeige an Arbeitgeber geschickt

Doch zu einer Aussprache kam es nicht. Der Ex-Freund verwehrte jeglichen Kontakt. Sein konstantes Nein habe sie ignoriert. «Auch wenn ich als Mann Nein sage, heisst das Nein», befand der Ex. Er fühlte sich von ihr so belästigt, das eine Anwältin die Beschuldigte in einem Schreiben aufforderte, ihren Klienten in Ruhe zu lassen. Auch die 46-Jährige machte sich daran, Schreiben zu versenden. Als ihr Ex nicht auf ihre Kontaktversuche reagierte und ihr gar mit der Polizei drohte, erstattet sie gegen ihn Anzeige wegen Vergewaltigung. Kopien der Strafanzeige sendete sie an den Arbeitgeber sowie an den Hauswart am Wohnort ihres Ex. «Ich wollte ihm damit nichts Böses», meinte die Beschuldigte. Vielmehr fühlte sie sich vom Umfeld ihres ehemaligen Geliebten ungerecht behandelt und habe verhindern wollen, das sie als Opfer zum Täter gemacht werde. Die Strafuntersuchung zur Vergewaltigung wurde später eingestellt.

Gericht spricht bedingte Geldstrafe aus

Das Gericht sprach die Beschuldigte in dubio pro reo vom Vorwurf der Nötigung frei. Für den Hausfriedensbruch und die üble Nachrede erfolgte aber ein Schuldspruch. Die Schweizerin wurde zu einer Geldstrafe in der Höhe von 40 Tagessätzen à 50 Franken sowie einer Busse von 900 Franken verurteilt. Die Geldstrafe wurde bedingt ausgesprochen mit einer Probezeit von drei Jahren.

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