Bankenbeben im Aargau: NAB verschwindet ++ CEO tritt zurück ++ Filialnetz wird halbiert

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Treten ab: NAB-CEO Roland Herrmann und Josef Meier, Präsident des Verwaltungsrates, hier bei der Bilanzmedienkonferenz 2018. © Andre Albrecht

Im Aargau endet eine über 200-jährige Firmengeschichte. Die Wurzeln der NAB reichen bis ins Jahr 1812 zurück, ihre heutige Dimension erreichte sie aber erst in den 1990er-Jahren durch den Zusammenschluss mehrerer Gewerbebanken. 1994 wurde die NAB von der Zürcher Grossbank Credit Suisse übernommen, doch diese betonte stets, die Neue Aargauer Bank habe im Konzern als eigene Einheit mit eigener Marke eine Sonderstellung.

Damit ist es jetzt vorbei. Die CS verbreitete heute Morgen ein Communiqué mit dem Titel: «Credit Suisse positioniert Schweizer Geschäft für neue Anforderungen und weiteres Wachstum.» Darin verbirgt sich eine spektakuläre Nachricht. Nach längeren Ausführungen über die Digitalisierung des Bankgeschäfts und verändertes Kundenverhalten heisst es dann auf Seite 2 der Medienmitteilung:

Im Klartext: Die NAB verschwindet, sie wird Teil der Credit Suisse. Diese unterhält heute im Aargau vier eigene Filialen - in Aarau, Baden, Rheinfelden und Zofingen. Gemäss Informationen von CH Media ist geplant, die vier CS-Gebäude zu schliessen und dort die Geschäfte in den NAB-Gebäuden weiterzuführen - sie werden in «Credit Suisse» umfirmiert.

Im Aargau verschwinden 4 CS- und 14 NAB-Filialen

Von den heute 26 NAB-Filialen bleiben nur 12 übrig, 14 Niederlassungen werden geschlossen. Welche, das ist beschlossene Sache, wird zurzeit aber noch nicht bekanntgegeben. Die CS teilt dazu mit: «Auch nach dem Zusammenschluss soll im Kanton Aargau mit insgesamt 12 Filialen ein breites Geschäftsstellennetz erhalten bleiben. Für die Kundinnen und Kunden der NAB ergeben sich bis auf Weiteres keinerlei Änderungen. Ihre Bankbeziehung wird nach erfolgter Zusammenführung der beiden Institute automatisch auf die Credit Suisse übertragen.»

Die NAB-Filiale in Baden bleibt erhalten, wird aber zur CS.

Die NAB-Filiale in Baden bleibt erhalten, wird aber zur CS.

© Alex Spichale / BAD

Was heisst das für die Mitarbeiter der NAB? Diese hat aktuell 530 Vollzeitstellen. Im Communiqué fehlen Angaben dazu, wie viele Jobs abgebaut werden. Dass es zu einem Abbau kommt, ist aber «unvermeidlich», heisst es darin. Ein Sozialplan stehe zur Verfügung. «Oberstes Ziel ist es, dass möglichst alle von einem Stellenabbau betroffenen Mitarbeitenden eine interne oder externe Weiterbeschäftigung finden», schreibt die CS.

Einsparungen von 100 Millionen Franken pro Jahr

Die CS beziffert die Einsparungen auf rund 100 Millionen Franken pro Jahr. Wie viel davon auf den Aargau entfällt, wird nicht spezifiziert, doch es dürften rund 50 Millionen sein. Denn die CS schliesst landesweit 37 Filialen (es bleiben von bisher 146 noch 109 übrig), das heisst, die Hälfte der Schliessungen betrifft den Aargau. Wahrscheinlich dürfte auch etwa die Hälfte des Stellenabbaus auf diesen Kanton entfallen. Eine einfache Modellrechnung zeigt eine Grössenordnung: 100 Millionen Franken Einsparungen - das hiesse bei Brutto-Lohnkosten von 200 000 Franken pro Mitarbeiter rund 500 Stellen weniger. Allerdings gibt es auch Einsparungen bei Liegenschafts- und Sachkosten.

 
CS-Schweiz-Chef André Helfenstein will 100 Millionen Franken einsparen.

CS-Schweiz-Chef André Helfenstein will 100 Millionen Franken einsparen. © HO

Klar ist, dass NAB-Chef Roland Herrmann seinen Job los ist. Er wird im Communiqué von CS-Schweiz-Chef André Helfenstein mit viel Lob verabschiedet:

Herrmann hinterlasse eine gut aufgestellte und erfolgreiche Bank, heisst es weiter. Der bisherige NAB-Chef selbst wird in der Mitteilung nicht zitiert. Offenbar, so erfuhr die CH-Media-Redaktion, hat er Hand geboten zu dieser Lösung und wird weiterhin für die CS tätig sein, um die Integration zu begleiten.

Zentralschweiz-Chef der CS wird interimistischer CEO

Interimistischer CEO aber wird ein anderer: Roger Suter, der zurzeit die Region Zentralschweiz der Credit Suisse leitet. Er ist bei der NAB kein Unbekannter, arbeitete er doch rund sechs Jahre für sie. Suter wird nach vollendeter Integration wieder in die Zentralschweiz zurückkehren.

Roberto Belci trägt künftig die Verantwortung für die Gesamtregion Aargau.

Roberto Belci trägt künftig die Verantwortung für die Gesamtregion Aargau.

© Sandra Ardizzone / AGR

Es steht auch bereits fest, wer die neu gebildete Region Aargau innerhalb der Credit Suisse leiten wird. Es sind zwei bisherige NAB-Manager. Roberto Belci leitet künftig das Private Banking und trägt die Verantwortung für die Gesamtregion Aargau. Er ist zurzeit Leiter Private Banking-, Privat- und Firmenkundengeschäft und Mitglied der Geschäftsleitung der NAB. Robin Wasser führt neu das KMU-Geschäft. Er ist aktuell Regionenleiter Zofingen der NAB.

Die NAB-Integration ist Teil eines grösseren Umbauprogramms bei der CS. Das Ziel sei, das Geschäft zu vereinfachen, sich effizienter zu organisieren sowie gleichzeitig Investitionen für weiteres Wachstum zu ermöglichen, teilt die Grossbank mit. Dass die NAB ihre Eigenständigkeit verliere, hänge mit den veränderten Kundenbedürfnisse und dem digitalen Wandel zusammen. Im Herbst, so kündigt die Bank an, werde ein neues digitales Angebot lanciert.

Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.

Keinen Schimmer von Unternehmertum

Brigitta Süessmuth
schrieb am 27.08.2020 07:30
Die Vollpf….der AKB resp. der CS waren nicht mal im Stande, bei der AKB nachzufragen, ob sie gerne die NAB übernehmen möchten? Das zeigt schon alleine wie weit die Leute bei der CS denken; keinen Schimmer von Unternehmertum. Gelder abziehen alleine nützt nichts, vor allem Kredite abzügeln und Wertschriften-Depots abziehen, bringt was; die CS sofort boykottieren. PS die Mitarbeiter muss am Morgen des Trauer-Tages die Nachricht aus den Zeitungen entnehmen; erst am späteren NM wurde beim Personal informiert. Schande und Pest über Euch CS

imfau…

B. Hofer
schrieb am 25.08.2020 16:44
Dieser Kommentar hat nichts mit dem Thema NAB zu tun «im Fall» (mund. imfau) - so wenig wie Frau Sommer mit dem Herr Bühler. Das sind Fake-News und ändern nichts an der Tatsache, dass die NAB den Laden dicht macht. Und das ist eine Schweinerei - imfau;-)
P.S. LMFAO - hat er das was falsch verstanden?:-)

....immer für Sie da....

Ruedi Lanz, Aarburg
schrieb am 25.08.2020 11:58
Ja, Herr Wicki, da wäre doch nun eine Gelegenheit, diesen Herrschaften eins auszuwischen: Die öffentlich-rechtlichen Körperschaften des Kantons und deren Personal, und möglichst Viele von uns "Normalen", wechseln die Bank!

Frau Sommer

Ueli Bühler
schrieb am 25.08.2020 11:34
Leider wird in diesem Forum sobald man mit dem Namen schreibt, dass Thema zur Nebensache! Es werden Korrekturen der Fehler und der Satzbildung in den Vordergrund gerückt. Seit Monaten schreibt zum Beispiel ein B. Hofer IMFAU. Ohne dass es jemandem in den Sinn kommt es könnte eine massive Beleidigung sein! Kritik kann ich durchaus ohne Probleme verkraften. Aber dieser Kindergarten ohne etwas über das Thema zu schreiben ist einfach nur lächerlich! Der neutrale Betrachter dürfte sicherlich ein Bankmitarbeiter sein dem jemand auf den Schlips getreten ist!

Gut so

Beatrice V. Lüscher
schrieb am 25.08.2020 11:24
Mit Unbehagen war ich bei der NAB geblieben; diese Nachricht für die Region unschön. Die Konsequenzen kann jeder selbst tragen. Es ist wohl klar, dass ich die Credit Suisse nicht unterstützen kann.

Bin dann mal weg

Rolf Simmen, Zofingen
schrieb am 25.08.2020 11:21
Danke ZT für die Meldung; an NAB-CS, bin dann mal weg................Adios

Befangener Beobachter als klassisches Eigentor

Tina Seiler, Aarburg
schrieb am 25.08.2020 11:20
@ Neutraler Beobachter, der aber gar nicht so "neutral" ist, gell, der gut und gerne die verachtende Haltung, nach allen Versprechen in der Vergangenheit, der CS, weil eben bei der CS resp. NAB, wie gesagt, nicht neutral, denkt, ein weiser Spruch könnte von den Tatsachen ablenken. Ganz plumper Versuch. Tatsache ist: die CS sendet ein komplett falsches Signal in die Bankenwelt und bricht Ihre Versprechen in und für die Region. Man kann es drehen und wenden wie man(n) will; es ist und bleibt eine Sauerei

...ziemlich unbedacht

Lea Sommer-Zweifel, Aarau
schrieb am 25.08.2020 11:12
.....ziemlich unbedacht, ist, wenn man(n) seinen Namen nicht nennen darf........

Genau

Ueli Bühler
schrieb am 25.08.2020 10:40
Dieser Schuss geht sogar sicher nach hinten los! Zudem will ich nochmals festhalten: Wenn man nichts zum Thema Beitragen kann weil man nur Kritik an einer Person zu üben gedenkt. Sollte man die Klappe halten. Es ist einfach nur langweilig. Für die Schreibergemeinde noch der Hinweis: IMFAU heisst nach Duden: Laughing My Fat Ass Off

Eigentor

Heinz Kerrer
schrieb am 25.08.2020 09:42
Der „Schuss“ könnte für die CS im Aargau hinten raus gehen. Damit verlieren die im Kanton wohl noch mehr Sympathien.

Entlassungen.

Ueli Bühler
schrieb am 25.08.2020 09:40
Unter dem Deckmäntelchen der Restrukturierung wird eine Entschuldigung vorgeschoben. Deren Notwendigkeit leider die Betroffenen Arbeitnehmer kaum Beruhigen wird. Für mehr Gewinn ist der Arbeitnehmer immer der Verlierer in diesem unaufhörlich drehenden Karussell. Es wird noch viele treffen in der nahen Zukunft. Die Krise ist erst am Anrollen.

... immer für Sie da ...

Urs Wicki
schrieb am 25.08.2020 09:27
Wie hiess es doch, schon bei der Straffung der NAB-Filialen vor 3-4 Jahren, so schön, als dannzumal auch gerade der Sitz Aarburg ins nachbarliche Rothrist verlegt wurde: Wir sind immer für Sie da. Danke !

Beipflichten

Rolf Ruesch
schrieb am 25.08.2020 09:09
Da kann ich Frau Sommer nur beipflichten

Bezüglich "Total daneben"

neutraler Betrachter
schrieb am 25.08.2020 09:09
Nichts ist so beständig wie das Aufkommen von Veränderungen.

Wenn ein Unternehmen seine Ausrichtung ändert, ist das sein gutes Recht. Leider ist es jedoch zur Regel geworden, dass jede Änderung aus dem Publikum beschimpft und abgelehnt wird. Es machen ja immer die anderen etwas falsch - bei sich selber nachzufragen, sich vielleicht sogar anzupassen, kommt nicht in Frage.

Zudem gehört es ja schon zur Pflicht, sich abschätzig über Banken zu äussern, erst dann ist man ein guter Mensch (man müsste einmal erfahren, wie es einem erginge, wenn es diese Banken nicht gäbe!). Jetzt aber gegen die CS zu lästern, nachdem man jahrelang die Dienste der NAB in Anspruch genommen hat, die ja Teil der CS war, ist doch schon ziemlich unbedacht.

Total daneben

Lea Sommer
schrieb am 25.08.2020 08:37
Was ist aus der stolzen ehemaligen Allgemeinen Ersparniskasse geworden? Einfach schade, unnötig und aus Zürich heraus entstehen die falschen Ansätze und Konklusionen. Schon bei der NAB waren meine Dienstleistungen CS-gesteuert aber schon viel mieser als früher. Nun in der Region resp. im Kanton Aargau gibt es noch eine seit 1829 traditionelle Bank, eine unabhängige Sparkasse, die Sparkasse Oftringen, eine Genossenschaft. Nicht gewinnorientiert. Es ist Zeit dorthin zu wechseln. Die CS tue ich mir nicht (mehr) an.............
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