Maskenpflicht in den Läden – und was ist mit der Gefahrenzone Grossraumbüro?

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In Büroräumlichkeiten kann sich das Virus besonders schnell ausbreiten. © Gaetan Bally / Keystone

Maskenpflicht in Läden ist das eine, doch was ist mit dem Büro, der Werkstatt? Dort wo Menschen stundenlang und meist in geschlossenen Räumen zusammenarbeiten? Ideale Bedingungen für Covid-19, denn die Wahrscheinlichkeit einer Infektion steigt, je länger sich Menschen in einem geschlossenen Raum die gleiche Luft teilen und dabei auch noch sprechen. Für die Basler Epidemiologin Emma Hodcroft ist die Sache denn auch klar: «Homeoffice müsste wieder propagiert werden», sagte sie in der «Schweiz am Wochenende».

 

Das berühmteste Beispiel dafür, wie schnell sich das Virus in Büros ausbreiten kann, stammt aus einem Callcenter in Südkorea. Eine einzige Person infizierte innert einer Woche 94 weitere Mitarbeiter. Dieser Ausbruch macht deutlich, wie schnell sich das Virus in überfüllten Büroräumlichkeiten ausbreitet, in welchen viel und andauernd gesprochen wird. Der Kantonsärztliche Dienst des Kantons Aargau schrieb schon Ende Mai: «Als mögliche Infektionsorte wurden im Wesentlichen der Arbeitsplatz und die Familie angegeben.» Doch von einer Homeoffice-Empfehlung sehen die Kantone weiterhin ab. Einzig im Thurgau gilt die Weisung, dass man ab 20 täglichen Ansteckungen im Mittel eine Homeoffice Empfehlungen aussprechen will.

 

Nur vereinzelt Maskenpflicht im Büro

 

Auch von einer Maskenpflicht in Büros ist man in der Schweiz - anders als etwa in Frankreich - noch weit entfernt. Jedoch beginnen einzelne Unternehmen umzudenken. Coop und Migros geben ihren Mitarbeitern kostenlos Masken ab, beim Pharmariesen Novartis sind sie in Gebäuden seit gestern sogar obligatorisch. Eine Maskenpflicht gilt auch für Studierende und Mitarbeiter der Universitäten St. Gallen, Zürich und der ETH Zürich. Am Platz im Hörsaal oder im Büro dürfen die Masken allerdings abgelegt werden. Die Gewerkschaft Unia will zwar keine generelle Maskenpflicht in Büros.

Dort, wo der Mindestabstand nicht eingehalten werden könne, müssten aber zwingend Massnahmen wie Trennwände, die Installation von Plexiglas-Scheiben, getrennte Teams oder Homeoffice eingeführt werden, sagt Sprecherin Leena Schmitter. «Kann der Abstand weiterhin nicht eingehalten werden, sollen Masken getragen werden. Die sind vom Arbeitgeber bereitzustellen.»

Doch auch der von der WHO empfohlene Mindestabstand von zwei Metern, schützt in geschlossenen Räumen und über längere Zeit nur unzureichend vor Ansteckungen. Schuld daran sind die Aerosole, die dem aktuellen Stand der Forschung nach, eine sehr wichtige Rolle bei der Übertragung des Virus spielen. Denn diese sehr kleinen Viruströpfchen können sehr lange in der Luft zirkulieren. Über lange Zeiträume reichen deshalb geringe Virenmengen einer einzigen Person, um einen ganzen Raum zu infizieren. Social Distancing ist deshalb in Innenräumen nicht gleichwirksam wie im Freien.

Kann oder darf man nicht im Homeoffice arbeiten, schützen regelmässiges Lüften (alle 45 Minuten), eine moderne Klimaanlage und mindestens drei, besser fünf Meter Abstand zwischen den Arbeitsplätzen am effektivsten vor einer Ansteckung.

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