Vor Corona-Winter: Einige Skigebiete locken Gäste mit Geld-zurück-Garantie

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Skiarena Andermatt: Der Winter will gut vorbereitet sein. © Urs Flueeler / KEYSTONE

Die Sommersaison ist fast vorbei, nun müssen sich die Bergbahnen darauf vorbereiten, erneut Neuland zu betreten. Sie stehen vor der ersten Corona-Wintersportsaison.

Der letzte Winter wirkt nach. Ab Mitte März waren alle Skigebiete geschlossen, die Saison wäre noch einige Wochen weitergelaufen. So fielen die Besucherzahlen um 19 Prozent verglichen zum Vorjahr – auf den tiefsten Wert seit 15 Jahren. Viel Geld ging verloren.

Den Schaden hatten auch die Kunden. Vor allem jene, die sich eine Jahreskarte geleistet hatten. Wer Geld zurück wollte, bekam dies oder Ähnliches zu hören: «Gemäss Geschäftsbedingungen grundsätzlich nicht vorgesehen.» Doch die allermeisten Kunden hätten Verständnis gehabt, sagten damals zumindest die Bergbahnen – aus Solidarität mit ihrem Lieblingsskigebiet, wie es hiess.

Allein auf diese Solidarität zu bauen, ist den Skigebieten vor dem Corona-Winter zu gewagt. Sie versprechen Pandemieabsicherungen – alle ohne Preisaufschläge, aber sonst in unterschiedlichen Formen. Zumal einige bereits eine gewisse Verunsicherung feststellen mussten. Die Kunden hielten sich im Vorverkauf zurück.

Die Details sind meist teuflisch, geht es um Rückerstattungen. Wie genau funktionieren also die Absicherungen?

In Arosa Lenzerheide wird bei den Tages- und Mehrtageskarten wird der Kaufpreis voll zurückbezahlt, falls es erneut zum Lockdown käme. So hat man es schon letzten Winter gehandhabt, das habe sich bewährt, so der Sprecher. So weit, so klar. Bei den Jahreskarten wird es kniffliger.

Eine Rückzahlung ist nicht vorgesehen. Kunden erhalten eine Gutschrift. Damit können sie die nächste Jahreskarte günstiger kaufen. Für jeden ausgefallenen Tag wird der durchschnittliche Tagespreis gutgeschrieben, den man bei einer Jahreskarte zahlt. Kostet eine Jahreskarte also 1000 Franken, und dieses «Jahr» dauert 260 Tage und 13 Tage fallen aus, hat man noch 50 Franken zugute.

Adelboden Lenk wird ebenfalls eine Pandemieabsicherung haben. Wobei im Berner Oberland von einer «Rückzahlungsregelung» gesprochen wird. Wie die Details sind, wird derzeit erarbeitet. Der Vorverkauf startet erst Anfang Oktober.

Hingegen sind die Dinge längst geregelt im Skigebiet Andermatt, Sedrun und Disentis. Es gibt für Jahreskarten eine Geld-zurück-Regelung, wobei diese zeitlich gestaffelt wird. Kommt es vor Wintersaisonstart zum zweiten Lockdown, dann erhalten die Kunden den vollen Kaufpreis zurück; kommt der Lockdown vor Mitte Januar – noch 60 Prozent. Und so weiter und so fort, bis Ende Februar. Danach gibt es nichts.

Geld zurück auf die Saisonkarte gibt es auch in den Walliser Alpen, im Skigebiet «4 Vallées». Wie viel bezahlt wird, das hängt ab von der Kartenkategorie: zum Beispiel Erwachsene oder Senioren. Und zum anderen ist die Dauer des Lockdowns entscheidend. War alles zu für 21 bis 50 Tage, werden auf eine Erwachsenen-Karte noch 200 Franken rückerstattet. Dauert die Schliessung hingegen 81 bis 100 Tage, werden 800 Franken rückerstattet.

Dass die Kunden zumeist lieber das Geld zurück haben, wissen wohl auch die Bergbahnen. Dass manche dennoch lieber eine Gutschrift bieten - das erklärt sich mit dem Schock eines zweiten Lockdowns. Die Einnahmen brechen weg. Rechnungen müssen dennoch so beglichen werden. Das Geld wird knapp. Wenn man noch Saisonkarten rückerstattet – wird es noch enger.

Was der Konsumentenschutz für entscheidend hält

Das ist die Sicht der Bergbahn. Doch die Kunden müssen sich davon nicht erweichen lassen. Sie können, müssen aber nicht. Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz, sagt: Das Geld zurückzugeben, sei am besten und gesetzlich auch das korrekte Vorgehen. «Eine Gutschrift muss nicht akzeptiert werden. Man kann es aber tun, aus Kulanz.»

Entscheidend sei jedoch etwas anderes, so Stalder. Lange vor der Saison müsse klar sein, wie ein erneuter Lockdown gehandhabt würde. Damit die Kunden entscheiden können, was für Skitickets sie wo kaufen. Stalder: «Die Bergbahnen müssen vorgängig informieren: offensiv, verständlich und transparent.»

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