Auf Flucht vor Polizei mit 143 km/h durch Murgenthal gerast

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Bezirksgericht Zofingen (Archivbild Raphael Nadler)

Über 14 Kilometer raste ein 29-jähriger Golf-Fahrer im August 2018 vor der Polizei davon. Dabei drückte er ordentlich aufs Gaspedal und beschleunigte teilweise auf bis zu 143 km pro Stunde – auf einer Strecke, auf der lediglich 60 km/h erlaubt wären. Der Beschuldigte war an diesem Tag gegen 22 Uhr mit seinem VW Golf von Murgen­thal Richtung Rothrist unterwegs. Kurz vor dem Kreisel beim Schöni-Areal bemerkte der junge Mann eine Polizeipatrouille, die dort eine Verkehrskontrolle durchführte. Er hielt auf dem Vorplatz des nächstgelegenen Hauses an, um zu wenden. Eine Verkehrskontrolle, die wäre dem 29-Jährigen nämlich sehr ungelegen gekommen. Seit einem Selbstunfall im Jahr 2012 besitzt er nämlich keinen Führerausweis mehr. Vom Fahren hatte ihn dieser Umstand jedoch all die Jahre nicht abgehalten. Der Mann ist auch einschlägig vorbestraft. 

In Aarburg von Strassensperre gestoppt 

Das Wendemanöver des Beschuldigten entging den Polizisten nicht und sie nahmen mit Blaulicht die Verfolgung des VW Golfs auf. Auf Murgenthaler Gemeindegebiet konnten die Beamten den Golf-Fahrer einholen und forderten ihn auf, sein Auto zu stoppen. Doch anstatt anzuhalten, drückte der Tamile aufs Gas und lieferte sich mit der Polizei eine halsbrecherische Verfolgungsjagd durch mehrere Gemeinden. In Murgenthal raste er zuerst mit 143 km/h statt der erlaubten 60 km/h durch die Gemeinde. Innerorts hatte er dann im 50er-Bereich noch 134 km/h auf dem Tacho. Die Raserfahrt führte weiter über die Holzbrücke nach Fulenbach, wo er immer noch massiv zu schnell unterwegs war. Im Waldabschnitt zwischen Fulenbach und Boningen fuhr er mit über 130 km/h auf der falschen Strassenseite. Einem entgegenkommenden Auto konnte er nur knapp ausweichen. Bereits zuvor hatte der Beschuldigte mehrere Autos, die in dieselbe Richtung fuhren, überholt. Er raste weiter durch Boningen und Aarburg, wo er schliesslich durch eine Strassensperre der Polizei gestoppt werden konnte. 

Der Golf-Fahrer forderte einen Freispruch 

«Ich war wie in einem Tunnel», versuchte sich der Beschuldigte vor dem Bezirksgericht zu erklären. Er habe das Blaulicht der Polizei gesehen, dann sei er einfach gefahren. «Von diesem Zeitpunkt an, bis ich wieder zum Stillstand kam, kann ich mich an nichts mehr erinnern.» Dass er mit seiner Raserfahrt Menschen in Gefahr gebracht habe, sei ihm bewusst. «Was ich getan habe, ist nicht toll und ich bin sicherlich auch nicht stolz darauf», gab er zu. Dennoch plädierte sein Verteidiger auf einen Freispruch. Seinem Klienten könne kein direkter Vorsatz nachgewiesen werden, argumentierte dieser. Vielmehr sei er durch das Verhalten der Polizei in diese Situation gedrängt worden. Das Gericht ging jedoch nicht auf diese Argumentation ein. Es sprach den Golf-Fahrer unter anderem der mehrfachem groben Verkehrsverletzung schuldig. Die Zofinger Richter verurteilten den Tamilen zu einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten, wobei 12 Monate unbedingt und 24 Monate bedingt mit einer Probezeit von fünf Jahren ausgesprochen wurden. Hinzu kommt eine Geldstrafe von 10 Tagessätzen à 80 Franken sowie eine Busse von 500 Franken. 

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