Der gemolkene Idiot

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Auf den Schweizer Strassen ist seit einiger Zeit ein neuer Typus Rowdy unterwegs: der rücksichtslose Velofahrer. So ein Velo ist eine grossartige Sache, ich besitze selbst eines. Eines, das man ruckzuck zusammenfalten und in den Kofferraum schieben kann. Ich erwähne das hier, weil beim Lesen dieser Zeilen der Verdacht aufkommen könnte, ich sei grundsätzlich gegen die Förderung des gemächlichen Verkehrs. Das bin ich natürlich nicht. Was mich aber zunehmend ärgert, ist die zunehmende Verwilderung der Sitten auf unseren Strassen, weil sich unzählige Zweiradfahrer nicht mehr bemüssigt fühlen, sich an elementare Regeln zu halten. Aus Sicht des Velorowdys gelten diese nur für Autofahrer und Idioten. 

Es fängt damit an, wenn ich morgens aus dem Haus gehe. Ich lebe in einem sehr belebten Wohnquartier, durch das ein Fussgänger- und Veloweg führt. Kaum habe ich einen Fuss vor die Tür gesetzt, donnert ein E-Bike-Fahrer mit Maximalgeschwindigkeit an mir vorbei – also mit 45 km/h. Man wundert sich, dass nicht mehr schwere Unfälle passieren – oder ist dies eine Frage der Zeit? Immer häufiger beobachte ich, dass bei Fussgängerstreifen Velofahrer aus dem Nichts auftauchen und mit einem Affenzahn die Strasse queren – gerne noch mit Stöpseln in den Ohren. Neulich habe ich abends, als ich nach Einbruch der Dunkelheit noch unterwegs war, eine kleine Statistik geführt. Die Mehrheit der gesichteten Radler war ohne Licht unterwegs. Das Wort Licht existiert in deren Wortschatz offenbar sowieso nicht – das schliesse ich aus deren Verhalten vor Rotlichtern. 

Kürzlich bin ich in der Unterführung Nigglishäuserstrasse wieder mal an einer Radarfalle vorbeigefahren. Auf der abschüssigen Strasse passiert es natürlich ruckzuck, dass es blitzt. Das ist einfach, da klingelt die Kasse. Und als Autofahrer darf man sich als gemolkener Idiot vorkommen. 

Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.

Radfahrer

Guido Nützi
schrieb am 03.09.2020 13:38
Ja da sind wieder einmal die Radfahrer die bösen Buben. Selber bin ich in diesem Jahr schon sicher 5000 km mit dem Rad unterwegs. Als ehemaliger LKW-Fahrer kenne ich das Verhalten von den Radfahrer sehr gut und die der Autofahrer noch besser. Ab es passiert mir öfters dass Autofahrer die Velofahren gefährden weil sich nicht an engen stellen vorbeifahren können. Na ja, wenn man nicht überholen kann dann muss man halt auch als Autofahrer hinten anstehen und nicht gleich die Hupe betätigen das der Radfahrer vor Schreck einen Schlenker macht und ev. was tuschiert. Ja die schönen Radwege enden ja meist da wo es gefährlich ist. Oder die Verkehrsplaner keine Plan haben dies zu lösen. Liebe Verkehrsplaner geht doch mal mit dem Velo eine Ausfahrt machen. So könnt ihr die Probleme ev. verstehen.

Fahrtüchtigkeit

Velofahrer
schrieb am 03.09.2020 11:55
Wenn man als Autofahrer damit überfordert ist, sich auf leicht abschüssiger Strasse an die Geschwindigkeitslimiten zu halten, stellt sich allerdings auch die Frage nach der Fahrtüchtigkeit. Vielleicht müsste man sich da überlegen, das Velo nicht im Kofferraum zu verstauen, sondern es zu benutzen.

Danke für die Bestätigung

Gemolkener Autofahrer
schrieb am 03.09.2020 09:48
Dieser Dank ist nicht ironisch gemeint. Ich bin gleich wie Herr Pfister unterwegs: Oft mit dem Velo, dann aber auch als sich um die Einhaltung der Verkehrsregeln und eben auch Geschwindigkeitslimiten bemühter Autofahrer.

Warum ich mich hier zu Wort melde, ist die Radarfalle an der Nigglishäuserstrasse (also zwischen dem Kreisel bei der Abfallverbrennung und dem Kreisel beim Autobahnanschluss ("You-Kreisel"). Beidseits des Abfallverbrennungskreisels besteht die Limite 60 km/h, die Nigglishäuserstrasse ist jedoch ziemlich schlecht sichtbar (weil ganz rechts in der Kurve stehend) mit 50 km/h signalisiert. Dies habe ich letzthin auch erst mit einem Bussbescheid feststellen dürfen.

Wenn schon auf der Nigglishäuserstrasse einfach wegen ihrer Zugehörigkeit zu den Gemeindestrassen 50 km/h gilt, ist dies noch kein Grund für die Polizei, DORT Geschwindigkeitskontrollen durchzuführen, denn es gibt dort keinen ersichtlichen Grund dafür wie zum Beispiel ein entsprechendes Aufkommen von Fussgängern oder Velofahrer, die bewegen sich lieber auf der Wirtshüslistrasse. Und darum gebe ich Herrn Pfister mit der Bezeichnung "gemolkener Autofahrer" recht. Es ist bedauerlich, dass unsere Polizei solche Spielchen spielt.
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