Xseschdore?

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Ein paar Gedanken zum ­Zofinger Politgeschehen. 

Es ist einige Monate her, da durften die Zofinger über die neue BNO abstimmen. Im Vorfeld traf ich damals an einem Samstagmorgen auf dem alten Postplatz einen älteren Herrn, und wir kamen u. a. über die BNO ins Gespräch. Er meinte, dass ja im Zofinger Einwohnerrat über alle Parteigrenzen hinweg ein Ja zur neuen BNO empfohlen wird. Auch er würde überzeugt ein Ja einlegen. Der Herr stammte aus Brittnau, daher das würde. Weiter meinte er: «Man müsse sich bei einer Ablehnung der neuen BNO zum Beispiel um den Schnellzughalt in Zofingen Sorgen machen. Man könne halt nicht einen solchen wollen, und gleichzeitig modernes Bauen ablehnen.» So oder ähnlich seine Worte. «xseschdore?» 

Nun, es ist eine Weile her, seit diesem Gespräch. Aber die Thematik ist heute brisanter denn je, und «me dore xsen ich definitiv ned». 

Aktuell steht die Überbauung des Häfligerareals an. Eine wunderschöne Blutbuche auf der Grünfläche vor der unteren Vorstadt soll einer 150 m langen «Wohnmauer» weichen. Dass die angrenzende «piazza insalata», wie sie von einigen genannt wird, einem Kreisel Platz machen soll, ist beschlossene Sache. 

Ich befahre diese «piazza insalata» regelmässig mit Velo oder Auto. Ich liebe sie, genau so wie sie ist. Und auf der Parkbank, unweit des schmucken WC-Häuschens, beobachte ich regelmässig Leute, die das Treiben auf diesem einmaligen Stück Strassengeschichte gespannt verfolgen. 

Frage: Haben Sie schon je an einem der unzähligen Kreisel eine Parkbank gesichtet, auf welcher Leute sitzen, und den Verkehrsteilnehmenden ihr Augenmerk schenken? Die Kreisel-Bau-Wut-Flut, oder Kreisel-Wut-Bau-Flut oder wie immer man sie nennen will, erinnert mich an die einstige blinde Begradigung von Bächen und Flüssen. Heute werden diese Wasserläufe aus diversen Gründen wieder renaturiert. 

Ich mache mir keine Sorgen um den Schnellzughalt in Zofingen. Schon gar nicht, wäre die neue BNO abgelehnt worden. Brauchen tun wir den Schnellzughalt vor allem dann, wenn weitere wertvolle Areale in Zofingen zugeklotzt werden. Denn dann wollen wir alle möglichst schnell in attraktive Städte und idyllische Gegenden fliehen. Oder gar in südliche Gefilde, wo die «piazza insalata» zur Lebensart gehört und Teil der Kultur ist. 

Eine «piazza insalata» ist so etwas wie ein mäandrierender Fluss. Der Verkehr verlangsamt sich auf natürliche Weise, weil Aufmerksamkeit gefordert ist. Ich erfreue mich an unserer «piazza insalata», solange es sie noch gibt. Und einem Buschauffeur den Vortritt zu lassen, macht glaub nicht nur die Busreisenden, sondern auch mich immer wieder aufs Neue «es bezeli glöcklich». 

Ich wünsche mir von Seiten der Stadt – als auch und insbesondere vom Zofinger Tagblatt – gerade bei umstrittenen Projekten, offen und transparent informiert zu werden. Sodass ich guten Gewissens sagen kann: «I xse dore.» 

Anita Käch, Zofingen

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