Wiederaufbau des Zofinger Landguts Hirzenberg: Spagat zwischen Historie und Moderne

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Das Bild der Kamera-Drohne zeigt den rekonstruierten Hirzenberg eingebettet in seine Umgebung. Bild: zvg

 

31. August 2017. Um 9.15 Uhr steigt über Zofingen eine gewaltige Rauchsäule auf. Die Scheune des Hirzenberg-Hofs hinter dem Seniorenzentrum brennt lichterloh. Zofingen hatte – so schien es damals – nicht «nur» ein Gebäudeensemble, sondern ein Kulturgut ersten Ranges verloren. Von der Scheune blieben kaum mehr als die Grundmauern übrig, was auch für das Pächterhaus galt. Einzig das herrschaftliche Wohnhaus blieb einigermassen intakt. Was hier abgebrannt war, wurde in einer Publikation der Schweizer Kunstdenkmäler so beschrieben: «Das Hirzenberggut unterhalb des Heiternplatzes besticht durch die Grosszügigkeit der Gesamtanlage.»

Für die private Eigentümerschaft war der Wiederaufbau und damit die Rettung des Ensembles eine Herzenssache. Im Schulterschluss mit der kantonalen Denkmalpflege und dem Aarburger Architekturbüro Dieter Morf ging es um die Frage nach dem Wie.

Zeitgenössischer Wiederaufbau statt Kulissenarchitektur

Dazu Morf: «Wollen wir einen Nachbau, eine Kulissenarchitektur – er nennt das Beispiel des Wiederaufbaus der Notre-Dame in Paris – oder einen zeitgenössischen Wiederaufbau?» Das Büro, welches Morf in zweiter Generation leitet und dessen Team 15 Leute zählt, befasst sich seit Jahrzehnten mit denkmalgeschützten Bauten. «Für die Scheune und die übrigen Ökonomiegebäude haben wir drei Prototypen entworfen, als Modell gebaut und die Vorschläge mit Bauherrschaft und Denkmalpflege besprochen. Ziel war nicht zuletzt eine neue Zweckgebung. Die Neubauten sollen sich zwar am Historischen anlehnen, aber für Büros und Wohnungen genutzt werden können.

Holzbau war Pflicht. Für den Spagat zwischen Historie und Moderne musste erst ein geeigneter Fachmann gefunden werden. «Wir haben», sagt Morf, «einen Wettbewerb zwischen drei Holzbau-Unternehmen durchgeführt.» Den Zuschlag erhielt Erich Trachsel mit seiner Firma Iseli und Trachsel AG aus Grünen-Sumiswald. Im Emmental arbeitet er oft an historischen Häusern. Aber ein Wiederaufbau, das war Neuland und «ein schöner Auftrag». Speziell an diesem war, dass viele Holzelemente nicht in der Werkstätte fertiggestellt werden konnten, sondern erst auf der Baustelle entstanden.

Sancio Siegrist ist Geschäftsführer und Mitinhaber der Siegrist&Tschuor AG. Seine Firma führt im Hirzenberg die Gipserarbeiten aus. Speziell ist die Rekonstruktion von Stuck-Decken. Eine eher seltene Aufgabe. Siegrist kommt hier entgegen, dass er in seinem Team einen Stuckateur-Meister hat, der mit erfahrenen Gipsern mit Freude und Engagement ans Werk geht. Für den gesamten Wiederaufbau rechnet die Bauherrschaft mit Kosten von rund 4,2 Millionen Franken.

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Ein grosser Tag für die Bauleute: Aufrichte des «neuen» Hirzenbergguts. Bild: zvg
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