Saisonauftakt Kleine Bühne: Die hohe Kunst der Kleinkunst

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Ein Spiel mit der Ukulele. Das Duo Luna-Tic mit Claire links und Olli rechts. Bilder: Stefan Glur
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Claire stehend auf dem Stuhl, Olli aus Paris, sitzend am Klavier.
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Eine weitere Szene aus dem Stück, das am Samstagabend aufgeführt wurde: Olli als «Steinway-König».

In ihrem aktuellen Bühnenprogramm «HELDINNEN! – Claire und Olli spielen Antigone. Fast.» will das Duo Luna-Tic eigentlich die Hauptprobe abhalten. Denn am nächsten Tag sollte Premiere der klassischen Tragödie der Antigone stattfinden. Olli als Antigone, im antiken weissen Gewand, Claire als Ismene, ihre Schwester. So startet das Duo Luna-Tic mit den schweren Sätzen der griechischen Sage, um schon nach kurzer Zeit abzuschweifen und bei einem Lied über das Shampoo in ihrem Haar zu sinnieren. Und Claire wollte sowieso die ganze Zeit «Mein kleiner grüner Kaktus» singen. 

Das Duo Luna-Tic war stets launisch auf der Bühne, bot wilde, schnelle Szenen und Übergänge sowie wechselnde Stimmungslagen – von freudig mitklatschendem Publikum bis zur nachdenklichen Stille im Keller der Kleinen Bühne. Ob ernsthaft oder urkomisch, ob witzig oder nachdenklich: Die Mitglieder des Duos Luna-Tic sind Meisterinnen ihres Fachs. 

Auf der Bühne stand ein Klavier, darauf eine Lampe und etwas entfernt ein zweiter Stuhl. Als Requisiten hielten die Hülle der Ukulele als Helm oder die Abdeckung des Klaviers als Königsmantel her. Aus Kleinem wird ganz Grosses, aus wenig viel, die hohe Kunst der Kleinkunst. Und Claire meint zum Publikum: «Bei einer Tragödie musst du gar keinen Text lernen, du weisst ja schon am Anfang, dass am Schluss alle sterben werden.» 

Claire und Olli wollen Heldinnen sein 

Antigone war eine Heldin. Sie war bereit auf ihr Herz zu hören und dafür zu sterben. Und da kam er plötzlich, der Wunsch von Claire und Olli. Das wollten sie auch werden – Heldinnen. Nach der Pause, voller Enthusiasmus, begannen sie ein Problem zu suchen, aus dem sie als Heldinnen hervorgehen würden. Man könnte ja etwas tun gegen den Klimawandel oder gegen die ertrinkenden Menschen auf dem Meer. Gekonnt flochten die beiden Frauen aktuelle Themen ein, ohne jedoch belehrend zu wirken. Nur den Mut dafür zu haben, wirklich etwas zu tun. Vielleicht sollte man damit bis nach dem nächsten Kinderfest warten. «Was meinen Sie?» Das Licht im Saal ging an, vielleicht sitzt ja gerade hier in der Kleinen Bühne Zofingen ein Held oder eine Heldin? 

Jubiläumssaison der Kleinen Bühne Zofingen 

Thomas Hirt vom Vorstand begrüsste die Zuschauerinnen und Zuschauer zur Jubiläumssaison der Kleinen Bühne Zofingen. Die Kleine Bühne ist ein Hotspot der hiesigen Kulturszene geworden und fest in der Region etabliert. Die Corona-Schutzmassnahmen wurden vom Publikum mitgetragen, und die Dankbarkeit überwog, dass trotz allem in die Saison gestartet werden konnte. 

Vom ausverkauften Saison-Auftakt konnte man etwas mit nach Hause nehmen. Nicht nur das Geschenk beim Ausgang, nein. Am Ende des Abends nahm das Publikum das Gefühl mit, etwas über die Antike gelernt, eine Aufgabe mitbekommen zu haben und trotzdem wunderbar unterhalten gewesen zu sein. 

Duo Luna-Tic 

Das Duo Luna-Tic besteht aus Stéfanie Lang und Judith Bach. Stéfanie Lang aus Genf erlernte zuerst einen «seriösen Beruf» als Grundschullehrerin, bevor sie die Accademia Teatro Dimitri in Verscio besuchte und dort die Berlinerin Judith Bach kennenlernte. Als Claire und Olli vom Duo Luna-Tic touren sie seit 2006 durch Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien und die Schweiz. Ihre Vielsprachigkeit und Vielseitigkeit mit Klavier, Akrobatik, Liedern und Kabarett begeistern. (ygl) 

 

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