«Unsichere Grundlagen»: Covid-19-Taskforce des Bundes hält nichts von einer Durchseuchung

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Martin Ackermann, Chef der Taskforce des Bundes © Sandra Ardizzone

Bei einer Durchseuchung wird versucht, eine Herdenimmunität zu erreichen. Diese Herangehensweise beruht dem Bericht der Taskforce zufolge jedoch auf «unsicheren Grundlagen und würde Wirtschaft und Gesellschaft sowie dem Gesundheitswesen massive Kosten verursachen».

Experten warnen vor den gesundheitlichen Folgen. Für eine Herdenimmunität müssten zwei Drittel der Bevölkerung infiziert sein. Dies würde den Schutz der Risikogruppen extrem schwierig gestalten. Denn so würde sich das Virus verbreiten, bevor bei den infizierten Personen Symptome auftreten würden.

Und: «Die Zahl der Todesfälle würde dramatisch ansteigen, falls die Epidemie nicht unter Kontrolle gebracht werden könnte.» Das Gesundheitssystem würde kollabieren.

Um das zu verhindern, dürfen gemäss der Taskforce nicht mehr als tausend Patienten gleichzeitig auf der Intensivstation behandelt werden. So würde es mindestens ein Jahr dauern, um lediglich die Hälfte der Bevölkerung zu infizieren.

Weiter wie bisher – bis der Impfstoff da ist

Mit dem gegenwärtigen Ansatz, die Zahl der Ansteckungen möglichst tief zu halten, würde die Wirtschaft weniger hart getroffen. Diesen Ansatz gelte es weiterzuverfolgen, «bis zur Verfügbarkeit eines Impfstoffes».

Die Strategie der Durchseuchung analysiert haben unter anderen Taskforce-Chef Martin Ackermann, Epidemiologe Marcel Tanner und ETH-Professor Sebastian Bonhoeffer.

Auch Gesundheitsminister Alain Berset hat jüngst erklärt, von einer differenzierten Durchseuchung, wie sie von einzelnen Virologen vorgeschlagen wird, halte er nichts. Wer glaube, man müsse nur die Verletzlichen schützen und könne ansonsten dem Virus freien Lauf lassen, begebe sich auf einen gefährlichen Weg.

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