Maximilian Reimann will die flächendeckende Einführung von Tempo in Gipf-Oberfrick 30 ausbremsen

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Hält von der flachendeckenden Einführung nur wenig: Der Alt-Nationalrat Maximilian Reimann. © Keystone

Es ist schon jetzt klar, dass dieses Thema für Diskussionen sorgen wird. Ende November bringt der Gemeinderat an der Gemeindeversammlung den Vorschlag, in den Quartieren flächendeckend Tempo 30 einzuführen. «Damit wird mit vertretbaren Kosten und mit einfachen Massnahmen flächendeckend im ganzen Dorf mehr Sicherheit für alle, weniger Lärm und eine höhere Wohnqualität geschaffen», begründet der Gemeinderat den Vorschlag.

Er stösst damit auf Gegenliebe, etwa beim Komitee pro Tempo 30, das sich vergangenes Jahr mit einer Petition für die Einführung von Tempo 30 stark machte. Er weckt aber ebenso Kritiker, wie aus dem Dorf zu vernehmen ist. Öffentlich auftreten wollen nicht alle. Einer aber schon: Maximilian Reimann, alt Nationalrat.

«Sammelstrassen sind für Tempo 50 ausgebaut»

Der SVP-Politiker kann vor allem der flächendeckenden Einführung wenig abgewinnen. «Auf schmalen und unübersichtlichen Quartierstrassen habe ich nichts gegen eine Temporeduktion – im Gegenteil: Da macht das durchaus Sinn», sagt Reimann. Als Beispiel nennt er die Strasse, an der er selber wohnt, die Enzberghöhe.

Hingegen gäbe es in Gipf-Oberfrick auch zahlreiche Quartierstrassen, bei denen er keinerlei Anlass sieht, eine Temporeduktion zu fördern. Wieder bringt er ein Beispiel aus dem «eigenen» Quartier: die Bleumattstrasse. «Es handelt sich dabei um eine gut und breit ausgebaute Strasse. Tempo 50 ist hier kein Problem. Fahrzeuge können auch bei diesem Tempo gefahrlos kreuzen.» Reimann spricht von «mehreren solchen Quartiersammelstrassen im Dorf. Diese wurden einst für Tempo 50 gebaut und sind auch für dieses Tempo ausgelegt.»

Tempo 30 weckte immer wieder Widerstand

Maximilian Reimann findet deutliche Worte: «Es wäre eine Schikane, die Lenker auf den Quartiersammelstrassen zu Tempo 30 zu zwingen.» Und: «Das wäre eine weitere Freiheitsberaubung.» Seine Argumente habe er vergangenes Jahr auch dem Komitee pro Tempo 30 kundgetan und deshalb die Petition nicht unterschrieben. Und er werde – nach dem genauen Studium der Botschaft zur Versammlung – seine Meinung zum Geschäft auch weiter öffentlich kundtun, etwa in Leserbriefen.

Reimann rechnet mit einem diskussionsreichen Herbst. Auch, weil das Thema Tempo 30 in Gipf-Oberfrick eine lange Vorgeschichte hat und deshalb Emotionen weckt. Widerstand gegen die Einführung von Tempo 30 gab es nämlich schon mehrmals – durchaus erfolgreich. Bereits zweimal war die Einführung ein Thema, zweimal sagte der Souverän Nein. Das letzte Mal 2010. Vor zwei Jahren wurde bekannt, dass Tempo 30 im kommunalen Gesamtplan Verkehr als Möglichkeit für die Zukunft beinhaltet ist. Im November 2019 dann zeigte sich, wie gespalten das Dorf in der Tempofrage nach wie vor ist. An der Gemeindeversammlung damals war im Budget ein Betrag für die Erarbeitung eines Fachgutachtens eingeplant, was prompt für heftige Diskussionen sorgte.

Mit seiner Meinung stehe er nicht alleine da, ist Maximilian Reimann denn auch überzeugt. Er hält es allerdings nicht für unrealistisch, dass die Befürworter im Dorf in der Zwischenzeit die Oberhand gewonnen haben – dass es also mit der Einführung von Tempo 30 im dritten Anlauf doch noch klappen könnte.

Bei Abstimmungen zeige sich schliesslich, dass «das linkspolitische Wählersegment in Gipf-Oberfrick stark vertreten ist», sagt er. Ein Wählersegment also, in dem Reimann viele Tempo 30-Befürworter weiss. «Ich rechne mit einem knappen Entscheid», sagt der alt Nationalrat. Einen Entscheid, den er – egal, ob Tempo 30 nun angenommen oder erneut abgelehnt wird – zu akzeptieren gedenkt.

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