Neues Lohnsystem für Aargauer Lehrpersonen: 69 Millionen Mehrkosten

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Ein neues Lohnsystem für Lehrerinnen und Lehrer im Aargau kostet den Kanton etwas. (Symbolbild) © Keystone

Inklusive Arbeitgeberbeiträge beträgt der Nettoaufwand für den Kanton 50,6 Millionen Franken und für die Gemeinden 18,1 Millionen Franken. Das geht aus der am Freitag veröffentlichten Botschaft des Regierungsrats an das Kantonsparlament hervor.

 

Die Gesamtkosten für die Löhne von 12'000 Lehrpersonen (rund 8000 Vollzeitstellen) werden sich auf insgesamt 1,1 Milliarden Franken belaufen. Der Regierungsrat will das neuen Lohnsystem in einem Schritt per 1. Januar 2022 einführen.

 

Das heutige Lohnsystem ist gemäss Regierungsrat nicht mehr konkurrenzfähig. Die effektive Lohnentwicklung habe sich von der ursprünglich geplanten Lohnkurve weg entwickelt. Das Ziel sei ein System, das im interkantonalen Vergleich wieder konkurrenzfähige Löhne ermögliche sowie nachvollziehbar und nicht diskriminierend sei.

Lehrermangel und steigende Schülerzahlen

Als Folge von Spar- und Lohnnullrunden hätten die Saläre im Vergleich zu den umliegenden Kantonen deutlich an Wettbewerbsfähigkeit verloren. Inzwischen unterschritten die Aargauer Löhne jene der Nachbarkantone in den allermeisten Funktionen massiv, insbesondere in der ersten Hälfte der Berufslaufbahn.

Im ganzen deutschsprachigen Raum bestehe zudem ein akuter Mangel an qualifizierten Lehrpersonen und dieser werde sich in den nächsten Jahren noch akzentuieren. Die Schülerzahlen an der Volksschule stiegen an. Auch würden mehr Lehrerinnen und Lehrer in den Ruhestand treten als derzeit von den Pädagogischen Hochschulen ausgebildet würden.

SVP widerspricht ihrem Bildungsdirektor

Es sei deshalb für den Kanton Aargau von zentraler Bedeutung, ein konkurrenzfähiges Lohnniveau über alle Schulstufen zu erreichen und über ein zeitgemässes Lohnsystem zu verfügen, führte Bildungsdirektor Alex Hürzeler (SVP) vor den Medien aus.

Obwohl die Vorschläge des Regierungsrats in der Anhörung von den Parteien und Verbänden mehrheitlich begrüsst worden waren, macht nun Hürzelers eigene Partei Widerstand. Es sei «nicht die Zeit für Geschenke», teilte die SVP mit Blick auf die Corona-Pandemie mit.

Die Revision sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht umsetzbar und müsse sistiert werden. In der Rezession gewinne der sichere Lehrerberuf automatisch an Attraktivität, und die Konkurrenzsituation entschärfe sich. Der Regierungsrat solle eine kostenneutrale Vorlage ausarbeiten.

Erfahrungsstufen statt Lebensalter

Das vom Regierungsrat präsentierte Lohnsystem basiert auf einer Funktionsbewertung, die zusammen mit Experten entwickelt wurde. Zur Erhebung der jeweiligen Anforderungen und Belastungen wurden Lehrerinnen und Lehrer aller Funktionen sowie Schulleitungen befragt. Die verschiedenen Anforderungsniveaus wurden einer Lohnstufe zugeordnet.

Die Regierungsrat schlägt vor, dass der Normverlauf der Löhne nicht wie bisher dem Lebensalter folgt sondern entlang von 28 Erfahrungsstufen. Der Lohn von jüngeren Lehrpersonen und Schulleitenden soll stärker ansteigen und mit zunehmenden Erfahrungsjahren abflachen.

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