Luzerner Komitee gegen CVP-Namenswechsel: "Der Name 'die Mitte' ist wie ein abgelaufener Sommerpneu"

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Präsentierten ihre Argumente gegen die Namensänderung: Die Stadtluzerner Grossstadträtin Agnes Keller, das Luzerner CVP-Parteimitglied Stefan Buhofer, Ex-Grossstadtrat Albert Schwarzenbach und Ex-Kantonsrat Marcel Sonderegger aus Oberkirch. (Bilder: Marc Benedetti)
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Stefan Buhofer, Marcel Sonderegger, Agnes Keller und Albert Schwarzenbach vertreten eine andere Meinung als die Parteioberen.

Rund 14 000 CVP-Mitglieder im Kanton Luzern entscheiden an einer Urabstimmung bis Mitte Oktober über die Frage: Fusioniert die CVP Schweiz mit der BDP und heisst sie künftig «Die Mitte»? Die Frage ist in den CVP-Stammlanden umstritten. Gestern hat ein frisch gegründetes Komitee dem Widerstand gegen die Namensänderung ein Gesicht gegeben; es befürchtet den Verlust treuer Wählergruppen.

Albert Schwarzenbach, bis vor kurzem Präsident des Luzerner Stadtparlaments, sagte an der Pressekonferenz in Luzern, das «C» sei ein Alleinstellungsmerkmal der CVP. Es stehe nicht für «katholisch». Er sei Berner Protestant und habe sich 1984 bewusst für diese Partei entschieden. «Der Name ‹Die Mitte› sagt alles und nichts aus», so Schwarzenbach.

Agnes Keller, Luzerner Grossstadträtin und Bäuerin aus Littau, fand: «Ich habe den Eindruck, dass der Mist schon geführt ist.» Viele «hohe Leute» in der Partei seien für den Namenswechsel. An der Basis habe es aber Personen, die für das «C» einstehen würden. Man solle eine Diskussion darüber führen. Marcel Sonderegger, alt Kantonsrat aus Oberkirch, meinte, der vorgeschlagene neue Name könnte auf alle Mitteparteien passen. «Er ist keine Marke, eher ein Sachbegriff.» «Wie ein abgelaufener Sommerpneu», fügte er hinzu, «null Werte und Emotionen.» Die CVP Schweiz solle stattdessen eine pointiertere Politik machen.

Parteimitglied Stephan Buhofer sagte, wenn christliche Werte nicht mehr wählbar seien, sollte sich die Partei erst recht dafür einsetzen. Albert Schwarzenbach schloss, wenn die Gegner die Urabstimmung verlören, bleibe noch lange Zeit, den Namen der Kantonalpartei zu diskutieren. «Sie könnte zum Beispiel CVP Luzern – die Mitte heissen.»

Laut Schwarzenbach sind bisher 30 Personen im Komitee. Prominentes Mitglied ist der 79-jährige alt CVP-Regierungsrat Klaus Fellmann aus Dagmersellen. Da er nicht an der Pressekonferenz dabei gewesen sei, wolle er sich nicht näher äussern, sagt Fellmann auf Anfrage. Auch der ehemalige CVP-Nationalrat Pius Segmüller ist dabei.

Derweil sprechen sich im Parteiorgan «CVP aktuell» prominente CVP-Amtsträger für ein Ja zum Namenswechsel aus. «Wir sollten uns nicht scheuen, neue Wege zu beschreiten» schreibt Kantonalpräsident Christian Ineichen. Dafür sind auch Ständerätin Andrea Gmür, aus der Region Nationalrätin Ida Glanzmann und die CVP-Vizepräsidentin Michaela Tschuor. Der Kampf um den Namen ist also im Gange, die Nervosität gross. Ein Zeichen dafür war, dass an der Pressekonferenz im Hotel de la Paix auch der – gar nicht eingeladene – CVP-Kantonalpräsident Ineichen erschien und hinten im Saal still zuhörte.

 

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