Der Bezirk erweist sich politisch als stabil

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Parteipolitisch gesehen gibt es im Bezirk Zofingen nur eine einzige Verschiebung. Die SP verliert einen Sitz – die Grünen gewinnen einen dazu. Bei den Sozialdemokraten war die Gewerkschafterin Viviane Hösli nicht mehr angetreten. Personell sicher ein Verlust – mit Blick auf den kantonalen Trend (die SP hat vier Sitze verloren) aber nicht die einzige Ursache. Mutmasslich haben potenzielle SP-Wählerinnen und -Wähler auf Grün umgeschwenkt.

Corona und die Angst um den Arbeitsplatz haben die Klima-Welle nicht ausgebremst. Dies zeigt sich auch im bürgerlich-liberalen Lager. Die Grünliberale Partei (GLP) hat kantonal sechs Sitze hinzugewonnen – allerdings ohne Erfolg im Bezirk Zofingen. Hier konnte das Mandat der ehemaligen Grossratspräsidentin Renata Siegrist-Bachmann zwar locker «gerettet» werden – aber es blieb bei diesem einzigen Sitz.

3 von 7 Zofinger Stadtratsmitgliedern im Grossen Rat

Neu nimmt ihn der Zofinger GLP-Stadtrat Dominik Gresch ein. Damit sind mit ihm, Rahela Syed (SP) und Hans-Ruedi Hottiger (parteilos) drei der sieben Zofinger Stadträtinnen und -räte Mitglieder des Grossen Rates. Ganz klar: Die Grünen und die GLP gehören im Bezirk Zofingen mit einem Zugewinn von 4,54 Prozent respektive 1,93 Prozent zu den Gewinnerinnen des Wahlsonntags.

Aber die SVP deswegen auf der Verliererstrasse sehen? Kantonal hat sie 1,75 Prozentpunkte und zwei Sitze verloren. Mit 30,31 Prozent Wähleranteil schlägt sie die SP auch im Verbund mit den Grünen locker (16,55 Prozent und 10,0 Prozent). Im Bezirk hat eine treue Wählerschaft dafür gesorgt, dass die SVP noch immer 34 Prozent sowie ihre fünf Sitze halten konnte.

Überraschende Wahl bei den Freisinnigen

Die FDP verlor im Kanton 1,29 Prozentpunkte, im Bezirk 0,46. Dass dies zum Gewinn eines dritten Sitzes nicht gereicht hat, ist klar. Die grosse Überraschung ist hingegen, wer die Nachfolge von Herbert H. Scholl antreten kann. Nein, es ist nicht der ehemalige Oftringer Gemeindeammann (und EVP-Grossrat) Martin Bhend – und auch nicht der aktuelle Ammann der grössten Gemeinde im Bezirk, Hanspeter Schläfli. Gewählt wurde auf der Liste der FDP Tobias Hottiger, Sohn des Zofinger Stadtammanns. Mutmassliche Gründe? Hottiger gilt als aktiver und kompetenter Zofinger Einwohnerrat mit einer medialen Ausstrahlung, die den ganzen Bezirk abdeckt. Und Handball ist etwas, was für Kitt über kommunale Grenzen hinaus sorgt.

Die EDU einmal mehr im Glück

Erneut den Sprung in den Grossen Rat hat die Eidgenössisch-Demokratische Union (EDU) geschafft – jedoch nur mit Schützenhilfe aus dem Bezirk Kulm. Dies hängt mit dem Aargauer Wahlsystem zusammen. Eine Partei, die gesamtkantonal einen 140stel der Wählerstimmen erzielt hat, müsste eigentlich einen Sitz im Grossen Rat bekommen. Das will man im Aargau so nicht. Vom weiteren Verteilschritt sind deshalb Listen ausgeschlossen, welche weder in einem Bezirk 5 Prozent noch gesamtkantonal 3 Prozent Wähleranteil (Quorum) erreicht haben. Die 5-Prozent-Hürde wurde im Bezirk Kulm genommen und im Bezirk Zofingen Martin Bossert mit 832 Stimmen gewählt. Angesicht des Resultats von Christian Glur (SVP), der 6140 Stimmen auf sich vereinigte, der Beweis, dass das Quorum sicher nicht zu hoch angesetzt ist. 

Apropos Quorum. Wie ein solches wirkt die Wahlbeteiligung. Ist diese tief, dann profitieren wertorientierte Parteien mit treuer Gefolgschaft. 33 Prozent kantonal und 30,7 Prozent im Bezirk Zofingen sind nicht berauschend, aber sie liegen im Durchschnitt. 2016 gab es im Kanton eine Beteiligung von 32,8 Prozent, im Bezirk waren es 29,3 Prozent. 

Das zeichnet den Bezirk Zofingen aus: Wahlbeteiligungen, die unter dem kantonalen Schnitt liegen. Über die Gründe lässt sich nur mutmassen. Untersuchungen zu früheren Wahlen, die sich allerdings auf den gesamten Kanton beziehen, zeigen auf, dass 80 Prozent der jungen Erwachsenen kaum wählen. Die Alterskategorie der 70- bis 74-Jährigen beteiligte sich hingegen mit 54 Prozent.

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