Die Volkspartei kann ihre fünf Sitze halten

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Vier der fünf gewählten Vertreter der SVP gestern Abend im Klubhaus des FC Oftringen (v. l.): Erich Hunziker, Christian Glur, Markus Gabriel, Stefan Giezendanner. Auf dem Bild fehlt Kurt Gerhard. Bild: rew

Vor den Wahlen standen die Zeichen schlecht für die SVP: Die grüne Welle und der ominöse «Glarner-Effekt» drohten der Volkspartei die kantonalen Wahlen zu vermiesen. Die verlorene BGI-Abstimmung bestätigte viele in ihren düsteren Prognosen. Bei der Zofinger Bezirkspartei kam dazu, dass in der letzten Legislatur Benjamin Giezendanner und Martina Bircher den Sprung in den Nationalrat schafften. Die Nachgerückten konnten infolge der besonderen Umstände im Grossen Rat nur wenig auf sich aufmerksam machen. Ein Sitzverlust schien unausweichlich. Tatsächlich hat die SVP Wähleranteile und Sitze eingebüsst. Kantonal verlor sie rund 1,6 Prozent Wähleranteile und zwei Sitze. Im Bezirk Zofingen büsste sie mit einem Minus von 1,75 Prozent mehr Wähleranteile ein als im kantonalen Schnitt – konnte ihre fünf Sitze aber halten.

Stefan Giezendanner holt am zweitmeisten Stimmen

Entsprechend erleichtert zeigt sich Christian Glur, Präsident der Bezirkspartei. Mit 6140 Stimmen holte er im Bezirk am meisten Stimmen von allen Kandidierenden überhaupt. «Tendenziell hatten wir Angst, dass wir mehr verlieren, als wir jetzt effektiv verloren haben.» Glur freut sich, dass sich die Partei auf dem sehr hohen Niveau halten konnte. Als Grund für das Resultat nennt er den Volkspartei-Charakter der SVP, der besonders im Bezirk Zofingen stark zur Geltung komme. «Wir sind täglich beim Volk und kennen die Ängste und Sorgen der Bevölkerung.» Als weiteren Pluspunkt sieht Glur die starke Kandidatenliste – auch ohne Martina Bircher und Benjamin Giezendanner. Für Benjamin Giezendanner stand sein älterer Bruder Stefan auf der Liste. Der Geschäftsleiter der Mittelland Transport AG holte mit seiner ersten Kandidatur für den Grossen Rat am zweitmeisten Stimmen im Bezirk. Damit gerechnet hat er nicht. «Ich war überrascht. Im Vorfeld habe ich mir Chancen auf den 5. Platz ausgerechnet.» Mit Naveen Hofstetter, der auf dem letzten Listenplatz gestartet ist, schaffte ein weiterer Newcomer einen Achtungserfolg. Der Rothrister befindet sich hinter Sybille Sommer-Moor auf dem zweiten Nachrückplatz.

Ein Wahlkrimi mit letztlich gutem Ausgang für die EDU

Die Eidgenössisch-Demokratische Union (EDU) hat im Bezirk Zofingen als werteorientierte und bibeltreue Partei eine stabile Wählerschaft. Angesichts der Prognose einer schlechten Teilnahme an den Grossratswahlen schien sie im Aufwind.

Und tatsächlich: Kurz nach 13 Uhr war gestern der Stimmenanteil der EDU im Bezirk Kulm bekannt. Sie konnte sich um 2,17 Prozentpunkte auf 7,52 Prozent steigern.

Für die EDU Zofingen war das insofern wichtig, als das Aargauer Wahlrecht ein Quorum kennt. Eine Partei kann nur ins Halbrund des Grossratssaals einziehen, wenn sie gesamtkantonal drei Prozent der Stimmen bekommen hat – oder fünf Prozent in einem einzelnen Bezirk. 2016 gab es für die EDU im Bezirk Zofingen 4,5 Prozent – aktuell 3,61 Prozent. Und doch, der Zofinger Sitz konnte mit Martin Bossert aus Rothrist gehalten werden. Der bisherige EDU-Grossrat Martin Lerch – er gehört dem Kantonsparlament seit 2009 an – trat nicht mehr zu den Neuwahlen an, er ist aber weiterhin Bezirksparteipräsident. Obwohl die EDU Wahlanteile verloren hat, ist Lerch zufrieden mit dem Wahlresultat. Er ist zuversichtlich, dass Martin Bossert die geeignete Person für dieses Amt in Aarau ist. 

Aktuell gehören die beiden EDU-Vertreter aus den Bezirken Kulm und Zofingen der Grossratsfraktion der SVP an. Eine gute Lösung? «Aber sicher», sagt Lerch. Er glaubt an eine Fortsetzung der Gemeinschaft. 

«Wir sind in der SVP-Fraktion gut aufgehoben und akzeptiert.» Dass man da und dort unterschiedliche Meinungen habe, sei normal und führe nicht zu Problemen. «Das ist eine echte und gelebte Demokratie», sagt Martin Lerch aus eigener Erfahrung. (bkr)

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