Experten zur Coronasituation: Zweite Welle dürfte uns noch länger beschäftigen

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Die Kurve steigt: Stefan Kuster vom BAG ruft erneut dazu auf, unnötige Kontakte zu vermeiden. © Keystone

Am Dienstag informierten in Bern Fachexperten von Bund und Kantonen über die aktuelle Coronasituation. Es war der erste Point de Presse, seit der Bundesrat am Sonntag die Coronamassnahmen verschärft hat. Während die Journalistinnen und Journalisten im Medienzentrum angewiesen wurden, eine Maske zu tragen, waren die Expertinnen von der Pflicht befreit.

 

Die Coronazahlen werden in den nächsten Woche weiter ansteigen, prophezeite Stefan Kuster, Leiter übertragbare Krankheiten beim Bundesamt für Gesundheit (BAG). Die Schweiz liege mit einer Inzidenz von 337 Fällen pro 100'000 Einwohner zurzeit knapp hinter Frankreich, aber teilweise weit vor den Nachbarländern Deutschland, Italien und Österreich. «Nun sind wir alle gefordert, unnötige Kontakte zu vermeiden», so Kuster. Wo möglich, solle ganz darauf verzichtet werden. Ab welchem Schwellenwert es weitere, schärfere Massnahmen braucht, ist laut Kuster auf Bundesebene nicht geklärt. Bei der Evaluation möglicher Szenarien würden auch kurze Lockdowns geprüft, wie sie andere Länder zurzeit anwenden.

100 Coronapatienten auf Intensivstationen

 

Nicht nur die Fallzahlen in der Schweiz steigen an: Auch die Entwicklung der Patienten auf den Intensivstationen sei beeindruckend, so Andreas Stettbacher, Delegierter des Bundesrates für den Koordinierten Sanitätsdienst. Innerhalb von fünf Tagen habe sich die Zahl um das 1,5-fache erhöht. Stand Dienstagmittag lagen laut Stettbacher 100 Personen mit dem Coronavirus auf Intensivstationen, von gesamthaft rund 700 belegten Intensivbetten in der Schweiz. Die Belegungszahl sei jedoch sehr volatil und werde täglich aktualisiert, so Stettbacher.

«Zweite Wellen sind in der Regel zähe Angelegenheiten», sagte der Basler Kantonsarzt Thomas Steffen. Diese könnte die Schweiz noch mehrere Monate beschäftigen. Die Arbeit der kantonsärztlichen Dienste habe in den letzten Tagen stark zugenommen. Es gebe zahlreiche Anfragen aus Heimen, Schulen und Sportmannschaften. Nun sei es wichtig, die Bevölkerung sachlich zu informieren und die Situation einzuordnen.

SwissCovid-App wird häufiger heruntergeladen

Thematisiert wurde am Dienstag auch das Contact-Tracing. Laut Stefan Kuster gab es bei der SwissCovid-App in den letzten Tag eine Steigerung der Downloads. Die Kantonalen Tracing-Teams dürften aber mit weiter steigenden Zahlen zunehmend an ihre Grenzen kommen. Zurzeit sind laut Christoph Hartmann, Direktor des Bundesamts für Zivildienst, bereits in 11 Kantonen Zivildienstleistende im Einsatz, die direkt in den Contact-Tracing-Teams arbeiten. Mit weiteren Kantonen würden zurzeit Gespräche laufen.

Hartmann relativierte jedoch, dass der Zivildienst keine Blaulichtorganisation sei, die in kurzer Zeit viele Mitarbeitende zur Verfügung stellen kann. Ebenso sollen erst dann Zivildienstleistende zum Einsatz kommen, wenn die Kantone nicht genügend Personal auf dem Arbeitsmarkt rekrutieren können.

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