Die Folgen des Barragekrimis für den FC Aarau

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Wie aus der Zeit gefallen: Die Kulisse vor dem Barrage-Rückspiel zwischen Aarau (rechts) und Xamax. (Bild: Freshfocus)

Wissen Sie noch, was Sie am 2. Juni 2019 getan haben? Falls Sie an diesem glutheissen Sonntag im Brügglifeld waren, dann ganz bestimmt. Knapp 8000 Fans sind freudetrunken ins Stadion gepilgert, um den FC Aarau auf dem letzten Wegstück Richtung Super League zu begleiten. Das Hinspiel in Neuenburg wurde 4:0 gewonnen – was soll da noch schiefgehen? Der Rest ist bekannt: Der FC Aarau ist tatsächlich nicht aufgestiegen. Am Samstag, 24. Oktober 2020, 510 Tage nach dem 2. Juni 2019, tritt Xamax erstmals seit dem «Wunder vom Brügglifeld» wieder in Aarau an. Ausser Name, Logo und Stadion hat sich beim FC Aarau so ziemlich alles verändert:

Machtwechsel an der Klubspitze

Wäre der FC Aarau am 2. Juni 2019 aufgestiegen, wäre es wohl frühzeitig zum Machtwechsel an der Klubspitze gekommen: Weil er jedoch unbedingt nach einem positiven Erlebnis abtreten wollte, wartete Alfred Schmid die Stadionabstimmung am 24. November 2019 ab und gewann sie, um danach sukzessive und endgültig am 25. Mai 2020 den Stab an seinen längst bekannten Nachfolger Philipp Bonorand zu übergeben. Gemeinsam mit Schmid ist sein Wegbegleiter und Vizepräsident Roger Geissberger abgetreten, zusammen sind sie 13 Jahre lang der FC Aarau AG vorgestanden. Neu im Verwaltungsrat ist seit diesem Jahr Nico Barazetti. Statt wie zu Schmids Zeiten sechs beinhaltet das Gremium aktuell noch fünf Mitglieder.

Trainerwechsel von Patrick Rahmen zu Stephan Keller

Am 10. Juli 2020 musste Patrick Rahmen sein Trainerbüro im Brügglifeld räumen. Wenig überraschend aus sportlicher Sicht, der Zeitpunkt indes war speziell, da der FCA zu diesem Zeitpunkt weder nach vorne noch nach hinten in der Tabelle etwas bewirken konnte.

Die einen sagen, Rahmen habe seit dem 2. Juni 2019 den verpassten Aufstieg wie einen Rucksack voll schwerer Steine mit sich getragen und sei die Last bis zuletzt nicht losgeworden. Andere sagen, die Mannschaft nach dem 2. Juni 2019 sei im Vergleich mit jener davor um Längen schlechter gewesen – charakterlich als auch qualitativ. Und Rahmen sei als Trainer naturgemäss zum Bauernopfer geworden.

Die Frage, ob Rahmen immer noch FCA-Trainer wäre, hätte er den Aufstieg realisiert – sie ist müssig. Fakt ist: Seit dem 10. Juli 2020 ist Stephan Keller, der zuvor eineinhalb Jahre lang Rahmens Assistent war, Chefcoach des FC Aarau. Er hat den gleichen Auftrag wie sein Vorgänger: Den FC Aarau in die Super League führen – 2023 soll es so weit sein.

Kaderumbruch und neue Hierarchien

Seit dieser Saison gilt im Spielerkader des FC Aarau die Devise «nachhaltig und regional». Junge aus der Region stammende Spieler sollen mehr Gewicht bekommen und sich in einem kompetitiven Umfeld entwickeln. Auch der Rest des Kaders ist verjüngt worden: So dürfen Neuzugänge nur älter als 24 sein, wenn sie als einer von fünf Führungsspielern vorgesehen sind. Nur noch acht (!) Spieler des Barrage-Kaders sind auch heute noch beim FC Aarau.

Der Kaderumbruch hat drei Gründe: der Präsidiumswechsel, die finanziellen Einbussen durch Corona und der am 2. Juni 2019 verpasste Aufstieg. 

Wäre Letzterer gelungen, hätte die Klubführung in den ersten Jahren wohl auf die Etablierung in der Super League gesetzt, sprich ins Kader investiert. Dass Eigengewächs Mats Hammerich für Captain Elsad Zverotic ins Team rutscht, wie in den vergangenen zwei Spielen geschehen? In der Super League undenkbar, zu Beginn eines langfristigen Konzepts hingegen schon.

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