Jodlerklub Heimelig Reiden: Auf der Suche nach Normalität

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Ueli Röthlin hofft darauf, dass der Verein auch in Zukunft in dieser Grösse bestehen bleibt. Bild: zvg

Nach dem vom Bundesrat Mitte März verhängten Verbot trafen sich die Vereinsmitglieder des Jodlerklubs Heimelig Reiden ab Mitte Juni erstmals wieder zu einer gemeinsamen Probe. «Nach einer internen Umfrage sprach sich die grosse Mehrheit dafür aus, sich wieder wöchentlich zu Gesangsproben zu treffen. Obwohl eine gewisse Unsicherheit betreffend das Zusammensein bestand, wollten sich die Mitglieder nicht aus den Augen verlieren und ganz einfach wieder singen», so der Vereinspräsident Ueli Röthlin rückblickend. 

Seit den eingeschränkten Massnahmen vom März konnte der Jodlerklub bis heute keinen einzigen öffentlichen Anlass mehr wahrnehmen. Davon sind auch die beliebte Kilbi, Gottesdienste, sonstigen Gastauftritte oder der kommende Weihnachtsmarkt in Reiden betroffen. Mit Besorgtheit erachtet Röthlin die aktuelle Situation und erklärt: «Als aktiver Verein nehmen wir die soziale Verantwortung wahr und erachten es als Pflicht, das Kulturgut Jodeln weiterhin zu pflegen. Im aktuellen Zustand und mit den Verordnungen ist es eine grosse Herausforderung, dass der Bezug zur Bevölkerung, den Gönner und Sponsoren nicht verloren geht. Wir hoffen, wie wohl viele andere Vereine auch, dass es nur eine kleine Krise ist, in der wir uns befinden» Das Ziel sei es, dass der Verein auch in Zukunft in dieser Form und Grösse bestehen bleibe. 

Moderne Technik hilft in diesem Fall wenig 

Bei Ausflügen und Konzerten von Jodlerchören in den Kantonen Schwyz und Nidwalden hatten sich mehrere Personen mit dem Corona-Virus angesteckt. Bangt Ueli Röthlin um den Ruf des Jodlerklubs Heimelig? «Dass es am Konzert in Schwyz so weit gekommen ist, hat mehrere Gründe. So wurden beispielsweise die Räume zu wenig gut gelüftet», so Röthlin. Bei den Proben der Reider würden die Räume mehrmals kräftig durchgelüftet. 

Eine wirksame Massnahme gegen die Pandemie ist ausserdem die Einhaltung der Distanzregeln. Gerade bei dieser Vorkehrung sind aktuell die meisten Anlässe betroffen. Auch diesbezüglich hat der 49-jährige Familienvater seine Vorstellungen: «Die geforderten Schutzmassnahmen sind selbstverständlich einzuhalten. In der Zeit der fehlenden Aktivitäten machen wir uns auch Gedanken über die nahe Zukunft und Visionen.» Deshalb spielt Röthlin den Ball der Bevölkerung zu: «Was sollte im Wiggertal unbedingt wieder stattfinden? Welche Erwartungen hat das Publikum an uns?» Die vielen Absagen von öffentlichen Auftritten schüre auch Angstgefühle bei den eigenen Mitgliedern. «Wir suchen alle Normalität, damit die Angst weggeht.» Dabei kann die moderne Technik laut Röthlin wenig Abhilfe schaffen. «Proben über Skype oder Zoom klingen wunderbar, sind in der Realität aber schwer umsetzbar.» Ein Chor bestünde schliesslich aus verschiedenen Personen. «Wenn man einander nicht spürt, dann hört man einander auch nicht richtig.» 

Nebst möglichen Innovationen möchte der Verein aber auch an Bewährtem festhalten. Seit Bestehen vom Jodlerklub 1962 finden die beliebten Jahreskonzerte immer am letzten Wochenende im April und am ersten im Mai statt. Die Vereinsführung ist mit Bedacht an der Planung. Sie hofft, dass im kommenden Frühling die traditionellen Konzerte stattfinden können. 

60-Jahr-Jubiläum wird drei Tage lang gefeiert 

Ausserdem ist ein zehnköpfiges Organisationskomitee seit einigen Monaten an der Planung vom grossen Jubiläum «60 Jahre Jodlerklub Heimelig Reiden» im Jahre 2022. Am oben genannten Datum wird auch im Jubiläumsjahr festgehalten. «Es ist ein dreitägiges Fest geplant, wobei das Programm die gesamte Bevölkerung ansprechen soll. Nebst dem bekannten Jodlerpublikum möchten wir vor allem die jungen Besucher erfreuen und zum Mitmachen animieren», so Ueli Röthlin, der im Organisationskomitee als Vizepräsident amtet. 

«Wir versuchen eine Ansteckung zu vermeiden»

Wir haben auch in der Nachbargemeinde von Reiden nachgefragt, ob dort gejodelt wird. Pius Walker ist der Präsident des Jodlerklubs Bärgblueme Dagmersellen.

Pius Walker, finden aktuell die Chorproben des Jodlerklubs Bärgblueme Dagmersellen noch statt?

Pius Walker: Im Moment proben wir jede zweite Woche. Nach einer kurzen Diskussion hat der Klub das so beschlossen, damit das Gesangliche und das Kameradschaftliche nicht auf der Strecke bleibt.

Wie ist die Stimmung angesichts der steigenden Infektionszahlen im Jodlerklub?

Natürlich ist eine Unsicherheit vorhanden, wie bei der ganzen Bevölkerung. Aber wir versuchen mit allen möglichen Massnahmen (Abstand, Hände waschen, desinfizieren, keine fremden Notenblätter) eine Ansteckung zu vermeiden. Es ist jedem Mitglied freigestellt, die Proben zu besuchen. Ein Nichterscheinen wird nicht als Absenz angesehen.

Wann wird ein nächster Auftritt möglich sein?

Wie so vieles im Moment steht das in den Sternen. Aber wir hoffen, dass wir im Juni 2021 am Eidgenössischen Jodelfest in Basel wieder mit vielen Jodelkammeraden jodeln, festen und jutzen können.

Wird der Jodlerklub Bärgblueme die Coronakrise überstehen?

Auch wenn uns Covid-19 den Schwung der Trachtenweihe und des 40-Jahr-Jubiläums genommen hat, werden wir alles daransetzen, bestehende und Neumitglieder zu motivieren, unser Brauchtum zu teilen. 

Nachgefragt: Katrin Petkovic

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