Forscher relativieren Ergebnisse der Echinaforce-Studie

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Das Heilmittel Echinaforce wurde im September in rauen Mengen verkauft. © Keystone

Die Nachricht schlug Mitte September ein wie eine Bombe: Das Naturheilmittel Echinaforce der Thurgauer Firma A. Vogel tötet Coronaviren. Zu diesem Schluss kam eine Studie des Labors Spiez. Der Ansturm auf die Apotheken war daraufhin gross. Innert kurzer Zeit war das Medikament an vielen Orten ausverkauft.

In dem Mediengetöse ging damals jedoch eine wichtige Aussage der Forscher unter. Die Studie sage nichts darüber aus, ob Echinaforce auch bei Menschen gegen Coronaviren wirkt, betonten sie. Nun relativieren sie ihre Studie weiter. Im Fachmagazin «Virology» haben die Autoren eine Korrektur zu ihrer ursprünglichen Studie nachgereicht.

Unklare Wirkung im Menschen

Für die virenabtötende Aktivität brauche es einen direkten Kontakt zwischen Viruspartikeln und der Echinaforce-Lösung. Weil das Mittel oral eingenommen werde, sei unklar, wie wirksam es bei Menschen, also in sogenannten In-vivo-Situationen, sei, schreiben die Autoren. Weiter betonten sie, dass alle Hypothesen über die Wirksamkeit von Echinaforce bei Menschen gegen das Coronavirus theoretischer Natur seien und in klinischen Studien bewiesen werden müssten.

Bereits der Bundesrat hatte die Hoffnungen auf Echinacea als Wundermittel gedämpft. In einer Antwort auf einen Vorstoss der Thurgauer SP-Nationalrätin Edith Graf-Litscher schrieb er, dass die Studie des Labors Spiez in keiner Hinsicht die Wirksamkeit gegen das neue Coronavirus im Menschen beweise. Das Schweizerische Register für klinische Versuche (SNCTP) liste zurzeit auch keine bereits bewilligten klinischen Versuche mit Echinacea-Präparaten bei Covid-19 auf.

Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.

Virus

B. Kerzenmacher
schrieb am 16.11.2020 11:28
Sowohl Madrid als auch Bergamo geben zumindest Indizien dafür, dass ein relativ hoher Durchseuchungsgrad in der Vergangenheit zu einem relativ geringen Anstieg der Infektionszahlen in der Gegenwart führt. Das ist, zumindest in Bergamo, ungewollt teuer erkauft worden. Aber vielleicht ist das genau der Preis den man zahlen muss, um diese Pandemie zu beenden.
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