«Todes-Hochburg» Schweiz macht international Schlagzeilen: 7 Fragen und Antworten zur traurigen Corona-Statistik

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Die Verstorbenen sind im Durchschnitt 86 Jahre alt. © Symbolbild/TBM

1. Die Schweiz steht unter internationaler Kritik wegen der aktuell hohen Corona-Todeszahlen. Zu recht?

Die Corona-Todesfälle sind tatsächlich sehr hoch. Seit dem 6. November sind in der Schweiz 1046 Menschen mit einer Covid-19-Infektion gestorben. Das sind 12,1 Todesfälle auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner innerhalb der letzten 14 Tage. Trauriger Rekordtag in der Schweiz war der 12. November mit 95 Todesfällen an einem einzigen Tag. Seither sind die täglichen Todeszahlen rückläufig.

2. Wie sieht die regionale Verteilung der Todesfälle aus?

Am stärksten betroffen sind die Kantone Freiburg mit 26,7 Todesfällen auf 100'000 Einwohner, Appenzell Innerrhoden (24,8), Wallis und Genf (beide 22,8). Zum Vergleich: Auch der Kanton St.Gallen ist mit 17,4 Todesfällen überdurchschnittlich betroffen, während der Aargau mit 7 Fällen, Zürich mit 6 und Luzern mit 4,8 Fällen deutlich tiefer liegen.

3. Ist die Schweizer Bilanz nur kurzfristig schlecht? Wo stehen wir bei den Todesfällen seit Beginn der Pandemie?

Seit dem 24. Februar sind in der Schweiz 3575 Menschen mit Covid-19 verstorben. Das sind deutlich weniger als Schweden mit 6225 Toten (bei gut 10 Millionen Einwohnern). Deutlich besser sieht die Situation in Österreich aus mit 1945 Todesfällen, unser Nachbarland hat in etwa gleich viele Einwohner wie die Schweiz.

4. Gibt es eine Übersterblichkeit, und was ist das überhaupt?

Von Übersterblichkeit spricht man, wenn es in einem Zeitraum mehr Tote zu beklagen gibt als in normalen Jahren. Die «normale» Zahl an Todesfällen wird mit einer bestimmten Bandbreite dargestellt. Übersteigt die Todeszahl diese Bandbreite, spricht man von der Abnormalität Übersterblichkeit. Eine erste Übersterblichkeit wurde dieses Jahr Anfang April festgestellt bei Menschen im Alter über 65 Jahre. Auch jetzt zeigt die Statistik wieder eine Übersterblichkeit bei den Senioren. Für die Kalenderwoche 45, also vom 2. bis 8. November, zeigt die Todesfallstatistik des Bundesamtes für Statistik 1751 Tote in der Schweiz. 2019 waren es im gleichen Zeitraum nur 1264, inetwa so viele wie in den fünf Jahren zuvor. Auffällig ist dabei die höhere Sterblichkeit bei älteren Menschen in dieser Beispielwoche 45. Bei den 80-jährigen und Älteren gab es 1191 Todesfälle zu beklagen, ein Jahr zuvor waren es zum Vergleich 786.

5. Kommen Wochen mit Übersterblichkeit auch in Nicht-Corona-Zeiten vor?

Ja, eine Übersterblichkeit registriert man immer wieder in Jahren mit starker Grippeepidemie, zuletzt zum Beispiel 2017 und 2018.

6. In welchem Alter sind die meisten Todesfälle zu beklagen?

Die Mehrzahl der Verstorbenen war gemäss BAG über 80 Jahre alt und männlichen Geschlechts. Sowohl während der ersten Phase als auch aktuell. Das durchschnittliche Alter der Verstorbenen lag in der ersten Welle bei 84 Jahren. Jetzt ist das Durchschnittsalter sogar noch gestiegen auf 86 Jahre.

7. Haben die Verstorbenen an Vorerkrankungen gelitten?

Ja, 97 Prozent hatten mindestens eine Vorerkrankung. Die drei am häufigsten genannten Vorerkrankungen bei verstorbenen Personen waren Bluthochdruck (62 %), Herz-Kreislauferkrankungen (60 %) und Diabetes (26 %). Seit dem 8. Juni wurden bis zum 15. November total 1695 Todesfälle gemeldet, wobei im Zusammenhang mit Grunderkrankungen keine grundlegenden Veränderungen im Vergleich zur ersten Phase festgestellt wurden.

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Mhhh?

Kraft
schrieb am 24.11.2020 11:00
Wie soll ich es sagen? Stellen Sie sich vor Herr oder Frau Hofer, wenn jede Grippewelle jedes Jahr dokumentiert würde, wären wir permanent in Angst und Schrecken und würden vermutlich nur noch mit Maske herum laufen! Ich glaube, da wurde ich missverstanden.
Mein Titel heisst: Verlernt zu sterben!
Wenn jemand erkältet ist, dann nehmen wir automatisch zum anderen Distanz. Angst ist bekanntlich ein schlechter Ratgeber und funktioniert immer die Menschen zu steuern.
Denke, dass Sie nicht zu denen gehören, die 8 oder 9 Stunden permanent mit einer Maske herum laufen müssen, wie Kioskpersonal, Physios etc. Darunter gibt es Menschen, die teilweise eine Sauerstoffsättigung im Blut von -20% zu wenig Sauerstoff aufweisen.
Wie viele Wissen, was eine Hypoxie ist? Vielleicht mal nachschlagen. Sowie man nicht allen das gleiche Medikament verschreiben kann, kann man auch nicht davon ausgehen, das Masken für alle gut sind.
Sorry, dass ich dies jetzt auch noch schreiben muss!

Endlich Kraft!

B. Hofer
schrieb am 24.11.2020 08:53
Danke für diese klaren Worte. Endlich jemand der Klartext schreibt und diesen Maskenverweigerer den Spiegel vor das nackte Gesicht hält! Und danke für die Kerze - imfau!;-)
P.S. Und wer hat so viel «Kraft»? Top, die Wette gilt!

Verlernt zu sterben!

Kraft
schrieb am 23.11.2020 20:43
Schön, dass wir jetzt auch mit dem Tod einen internationalen Wettbewerb starten können. Welch wahre freude, wer hat die meisten Leichen im Keller! Sind wir alle wirklich schon so krank im Kopf!
Da will man das Sterben um Teufel komm raus verhindern und stürzt die ganze Welt in ein Chaos und in einen Schuldenberg und nebenbei wird uns auch noch von aussen gesagt ob wir nun sterben dürfen oder nicht - wow!!
Wir werden geboren und wir werden sterben und alle die dies nicht akzeptieren können, sind traurige egoisten, welche ihre eigenen Verwandten den Tod im Alter verwehren und andere verdienen auch noch viel an ihnen je länger sie leben.
Auf der anderen Seite, haben wir anscheinend neben egoisten auch noch schamlose Wettberwerbe "wer hat die meisten Toten" im Kanton und im Nachbarsland. Der Mensch ist doch ein trauriges Wesen! Wir sind so weit von der Natur weg, dass es nicht wundert, dass wir diese zerstören. Liebe Mitmenschen, wisst ihr noch was Leben und Sterben bedeutet?
Einige haben noch eine gesunde Einstellung - für die anderen zünde ich eine Kerze an!
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