Die Schweizer Zucker-Produktion vor dem Aus?

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Zuckerrüben-Mieten (Haufen) prägen die herbstliche Landschaft. Aber wie lange noch? Bild: bkr

Der Name Rüebliland ist für den Kanton Aargau schweizweit so geläufig, wie die Rüeblitorte bekannt. Eigentlich müsste man vom Rübenland sprechen. Im historischen Kontext sind nämlich Rüeben, Rüben oder Räben gemeint. 

Die klassischen Anbaugebiete befinden sich im Berner Aargau, in den Bezirken Aarau, Brugg, Kulm und Lenzburg – und im Wiggertal. Aber wie lange noch? Die Zuckerrüben werden immer öfter von Blattläusen befallen, welche das sogenannte Vergilbungsvirus übertragen. Dieses verfärbt das Rübenlaub und mindert den Zuckerertrag massiv. Das führt bei den Zuckerbauern zu Einbussen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten, wie Mathias Hodel bestätigt. Der Brittnauer ist Zuckerrübenanbauer und Chef Verlad in Dagmersellen – Zusammen mit Rübenumschlag Mittelland für die Mitorganisation der Logistik zuständig. Nach Dagmersellen müssen die süssen Runkeln aus dem Wiggertal für die Bahnfahrt zur Zuckerfabrik transportiert werden. Diese fast Uhrwerk-genaue Logistik ist eine Geschichte für sich. Aber wie lange gibt es sie noch? 

Die Branche fühlt sich existenziell bedroht, was Mathias Hodel ebenso sieht. Beim Verband heisst es, dass auch die EU-Länder mit dem Problem der «Virösen Vergilbung» konfrontiert sind. Deren Bauern dürfen je nach Land neonicotinoidhaltige Beizmittel (hochwirksame Insektizide) einsetzen. Diese sind in der Schweiz verboten und auch eine vorübergehende Zulassung wurde vom Bund abgelehnt. Erlaubt sind einzig Mittel aus dem Kartoffelanbau, deren Wirkung gegen die Vi­röse Vergilbung bei Zuckerrüben niemand exakt einschätzen kann – es fehlt an Feldversuchen. 

Mathias Hodel ärgert das. Er befürchtet, dass sich viele Landwirte vom Rübenanbau verabschieden. Das Verbot des in der EU zugelassenen Insektizids «Gaucho» sieht Hodel politisch motiviert – wegen den hängigen Volksinitiativen im Zusammenhang mit Trinkwasserschutz und Herbizidverboten. 

Aus Sicht des Verbands wäre vor diesem Hintergrund ein Importstopp für Zucker konsequent, der mit in der Schweiz verbotenen Mitteln produziert worden ist. 

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