«Kein Sturm auf die Bergbahnen»: Corona-Provokateurin Jacqueline Fehr (SP) fordert Verzicht aufs Skifahren

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Denkt gerne quer: Die Zürcher Justizdirektorin Jacqueline Fehr (SP). © Claudio Thoma

Mit ihren Ansichten zum Umgang mit der Corona-Pandemie sorgte sie schon mehrmals für Stirnrunzeln. Insbesondere auch bei den eigenen Parteigenossen: Die Zürcher Justizdirektorin Jacqueline Fehr von der SP.

Während der Pandemie propagierte Fehr gerne öffentlich ihr Menschen- und Gesellschaftsbild. Und hinterfragte, für ihre Partei eher untypisch, die Wirksamkeit und den Sinn von Verboten. 

Im Juli, kurz nachdem der Bundesrat eine schweizweite Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr eingeführt hatte, forderte sie auf Twitter deren möglichst baldige Aufhebung, falls die Fallzahlen sinken. Sie verglich den Mund-Nasen-Schutz in Pandemie-Zeiten und dem islamischen Gesichtsschleier: «Welcome to Niqab for everybody!» 

Im August beklagte sich die Sozialdemokratin in ihrem Blog «Fehr denkt quer» über das Fehlen einer produktiven öffentlichen Diskussion: «Wer Zwischentöne zu formulieren versucht, gerät sofort ins Schussfeld». Ihre Schlussfolgerung: Im Kampf gegen das Virus seien neue Verbote der falsche Weg: «Das Problem von Vorschriften ist, dass sie das Denken zum Aussetzen bringen». Sie seien die Antithese zur Selbstverantwortung der mündigen Bürgerinnen und Bürger.

Im Regierungsrat gehörte sie gemeinsam mit ihrem Partei- und Regierungskollegen Mario Fehr zur Mehrheit der Bremser: Zum Unmut von SVP-Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli fuhr der grösste Kanton der Schweiz einen zurückhaltenden Kurs: Einschränkungen für Gastronomie und Grossanlässe kamen im Vergleich zu Kantonen wie Bern oder Basel-Stadt stets spät und fielen vergleichsweise liberal aus.

Vom Regierungsrat überstimmt: SVP-Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli.

Vom Regierungsrat überstimmt: SVP-Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli.© Walter Bieri / KEYSTONE

Ende Oktober erhöhte sich das Tempo des Anstiegs der Fallzahlen in der Schweiz rapide. Wissenschaftler und Intensivmediziner forderten mit Nachdruck neue Massnahmen, um eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern. Doch Fehr relativierte gegenüber dem «Tages-Anzeiger»: «Steht denn die Schweiz überhaupt so schlecht da?», Man dürfe nicht nur auf die Fallzahlen schauen. Entscheidend sei, ob das Gesundheitswesen robust genug sei. «Und da stehe die Schweiz sehr gut da», widersprach Fehr den Warnungen der Covid-19-Taskforce.

Jetzt schaltet sich Jacqueline Fehr auf Twitter erneut in die Diskussion ein. Sie empfiehlt, dieses Jahr nicht Ski zu fahren und schreibt: «Zuhause bleiben? Spazieren? Schneeschuhe? Lesen? Filme schauen? Am einfachsten wird der Streit wohl gelöst, wenn wir von uns auf den Sturm auf die Bergbahnen verzichten. Für einmal.»

Ist die Zürcher Justizdirektorin damit von der Verbotsgegnerin zur Verfechterin von harten Restriktionen geworden? Auf Twitter schreibt sie, sie habe nie ausschliesslich auf Eigenverantwortung gesetzt. 

Es ist davon auszugehen, dass dies nicht die letzte Äusserung von Jacqueline Fehr zum Umgang mit dem Coronavirus war, die für Diskussionen sorgt. Affaire à suivre.

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