In der Region wird ein Abbau befürchtet – jetzt prognostiziert der ABB-Chef: Mehr Jobs in Baden

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Prägt das Stadtbild: Das Turbolader-Gebäude an der Bruggerstrasse in Baden. © HO

Turbolader aus Baden: Sie sind das vielleicht globalste Aargauer Produkt. Sie stecken in Kreuzfahrt- und Frachtschiffen, in Diesel- und Gaskraftwerken, in Lokomotiven und Baumaschinen – fast überall auf der Welt.  

Rund 800 Angestellte beschäftigt diese Industrie-Ikone. 1924 wurde der erste Turbolader der damaligen Brown, Boveri & Cie. (BBC) ausgeliefert, und nach der Fusion mit Asea ging die Produktion an der Bruggerstrasse in Baden erfolgreich weiter.  

Doch vor drei Wochen gab der neue CEO von ABB, der Schwede Björn Rosengren, unvermittelt bekannt: ABB will das Turbolader-Geschäft abstossen. Es passe nicht mehr zur Strategie.  

ABB-Verwaltungsratspräsident Peter Voser anlässlich des Interviews am Konzernsitz in Zürich-Oerlikon.

ABB-Verwaltungsratspräsident Peter Voser anlässlich des Interviews am Konzernsitz in Zürich-Oerlikon. 

© Sandra Ardizzone / AGR 

Jetzt nimmt der oberste ABB-Verantwortliche Stellung. Verwaltungsratspräsident Peter Voser, der aus der Region Baden stammt, sagt, es gehe nicht darum, dieses Geschäft «loszuwerden». Sondern darum, das Beste für dessen Zukunft zu suchen: «Und das Beste ist nicht immer ABB», sagt er im CH-Media-Interview. 

Börsenkotierte Firma mit Sitz in Baden – wie zu BBC-Zeiten? 

Voser betont, was ABB vorhabe, sei das Gegenteil einer Schliessung. «Eine der Möglichkeiten, die wir prüfen, ist eine Verselbstständigung des Geschäftes, und dann bringen wir es an die Schweizer Börse.» Baden wäre dann erstmals wieder Sitz einer an der Schweizer Börse kotierten Firma (ABB hat den Sitz in Zürich, während BBC auch in Baden domiliziert war). Voser prognostiziert nicht, wie in der Region befürchtet wird, einen Job-Abbau, sondern einen Ausbau:  

Montage von Schaufeln für Turbolader in Baden.

Montage von Schaufeln für Turbolader in Baden. 

© Archivbild ABB/HO 

Der ABB-Präsident begründet die Vorteile einer Verselbstständigung gegenüber einem Verbleib im Konzern wie folgt: «Es schadet, etwas lange zu behalten, was nicht zur Strategie gehört. Denn so erhält dieses Geschäft weniger Geld für Investitionen und wird kurz gehalten bei Zukäufen. Das gilt es zu vermeiden.» 

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