Der Ski-Streit eskaliert, das Wallis ärgert sich über Zürich und St. Gallen – hier sind Lifte und Restaurants noch offen

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Wie lange noch? Skifahrer in Verbier mit Maske am 30. Oktober 2020 © Keystone
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Noch bestimmt der Schnee, ob die Skilifte laufen oder nicht. Von Davos (GR) über das Pizol (SG), den Hoch-Ybrig (SZ) bis Meiringen-Hasliberg (BE) sind Skifahrer und Snowboarderinnen willkommen. Unterschiede gibt es in der Gastronomie. Im Kanton Graubünden sind Restaurants noch mindestens bis zum 22. Dezember geschlossen. Hot-Dogs und Pommes Frites gibt es aber bei vielen Beizen zum Mitnehmen.

Einzelne Gebiete beschränken den Zugang zu den Pisten. So sind im Hoch-Ybrig bis am Freitag nur Saisonkarten-Besitzer willkommen. Ab Samstag dürfen Zweitageskarten gelöst werden. Am Montag sind dann auch Tagesgäste willkommen. Hinter vorgehaltener Hand unkt ein Bergbähnler aus einem anderen Gebiet, dass solche Beschränkungen vor allem Marketing seien, weil am Anfang der Saison sowieso kaum Tagesgäste kämen. 

Einen ähnlichen Weg wie der Hoch-Ybrig ging Airolo. Das Skigebiet im Kanton Tessin öffnete zunächst nur für Stammgäste, empfängt mittlerweile aber auch Tagesgäste. Im Bergrestaurant will man ennet des Gotthards in Zukunft mit Reservationen per App arbeiten.

Die Winterdestinationen müssen ab dem 22. Dezember über eine kantonale Bewilligung verfügen. Ob diese gewährt wird, ist offen. Die Signale aus den Kantonen sind unterschiedlich. So verteidigte der Bündner Volkswirtschaftsdirektor Marcus Caduff (CVP) am Mittwoch die offenen Skigebiete mit Verweis auf die wirtschaftliche Bedeutung des Wintertourismus.

Zürich und St. Gallen wollen die Lifte schweizweit stoppen

Ganz anders tönt es in St. Gallen. Dort will man am Samstag über eine Öffnung ab dem 22. Dezember entscheiden. Regierungschef Bruno Damann (CVP) liess am Dienstag an einer Medienkonferenz aber durchscheinen, dass die Gebiete «eher nicht» offen blieben. Grund dafür seien die hohen Infektionszahlen und die Auslastung der Spitäler. Damann liess auch durchblicken, dass er eine schweizweite Schliessung begrüssen würde. Sein Kanton weist mit den Flumserbergen, Pizol oder Wildhaus-Gamserrugg grosse Skigebiete auf.

Der Kanton Zürich schloss sich am Mittwoch der Forderung nach der Schliessung von Skigebieten an. In einer Mitteilung schreibt der Regierungsrat: «Der Regierungsrat regt an, die Skigebiete schweizweit sofort zu schliessen. Die Spitäler im Kanton Zürich sind kaum in der Lage, zusätzliche Unfallpatientinnen und Unfallpatienten aus den Skigebieten zu versorgen.»

Für solche Forderungen, Restaurants und Skigebiete in der ganzen Schweiz zu schliessen, hat der Walliser Staatsrat Christophe Darbellay wenig Verständnis. Er sagt:«Es kann doch nicht sein, dass just die Kantone, die in den letzten Wochen nichts gemacht haben, nun mit dem Finger auf uns zeigen und das Skifahren zum grossen Problem machen.»

Das Wallis habe im November strenge Massnahmen ergriffen, um die gesundheitliche Situation in den Griff zu bekommen, während etwa in Zürich das Leben praktisch unverändert weitergegangen sei, sagt der Volkswirtschaftsdirektor. «Wir warten nun, was der Bundesrat am Freitag entscheidet. Aber Stand jetzt werden wir unsere Skigebiete offen behalten und auch diejenigen öffnen, die den Betrieb noch nicht aufgenommen haben», sagt er. Der Kanton werde die entsprechenden Bewilligungen erteilen. «Wir haben dafür am Dienstag auch grünes Licht von den Gesundheitsakteuren des Kantons erhalten», betont er.

Gemäss einer Medienmitteilung des Kantons vom Mittwoch haben 51 Walliser Bergbahnen einen Antrag eingereicht, 48 haben die Bewilligung erhalten. Drei Bergbahnen müssen nachbessern. Zudem hat der Kanton klar gemacht, dass die Bewilligungen vom Staatsrat widerrufen werden, wenn der Grenzwerts von 260 neuen Covid-19-Infektionen im Schnitt der letzten sieben Tage überschritten wird.

Seilbahnen-Lobbyist Hans Wicki ist gegen schweizweite Lösung

Auch Hans Wicki (FDP), Ständerat aus dem Kanton Nidwalden und Präsident von Seilbahnen Schweiz ist gegen ein bundesrätliches Eingreifen im Skistreit: «Die Kantonen haben die Datengrundlagen, um zu entscheiden, ob Skigebiete oder Restaurants geschlossen werden müssen. Entscheidend ist die Situation in den Spitälern. Es braucht nun aber sicher keine schweizweite Lösung, die der Bundesrat fällt.»

Wicki ist überzeugt, dass jede Kantonsregierung ihre Verantwortung wahrnehmen und Massnahmen beschliessen werde, um die Fallzahlen zu senken, wenn die Situation in den Spitälern wirklich so dramatisch ist. «Wenn die Spitäler voll sind, dann stellt keine Regierung volkswirtschaftliche Überlegungen an», sagt Wicki.

Auch die Restaurants sollen offen bleiben

Für Christophe Darbellay ist zudem zentral, dass auch die Restaurants geöffnet haben können. «Ohne Gastronomie ist es für die Betreiber schwierig auf genügend Umsatz zu kommen», sagt er. Hinzu käme, dass sich die Skigäste bei geschlossenen Gastrobetrieben ja auch irgendwo verpflegen müssten. Bei gutem Wetter sei das weniger ein Problem. «Wenn es aber kalt oder schlechtes Wetter ist, dann kommt es zu Menschenansammlungen in den Bergbahnen und den Picknick-Räumen. «Da ist es doch sinnvoller die Restaurants offen zu haben – natürlich mit strengen Schutzkonzepten.» Diese seien vorhanden und geprüft.

Ebenfalls sollen die Restaurants bis 23 Uhr Gäste bewirten können, fordert Darbellay. «Der Abend ist wichtig für die Gastronomie in den Dörfern unten.» Aktuell schliessen die Restaurants im Wallis um 22 Uhr. «So kann man wenigstens noch Nachtessen gehen», sagt Darbellay.

Die Warnung der Spitaldirektoren

Zuletzt hatten die drei Zürcher Spitaldirektoren Gregor Zünd (Universitätsspital Zürich), André Zemp (Zürcher Stadtspitäler) und Rolf Zehnder (Kantonsspital Winterthur) dringend davon abgeraten Skifahren zu gehen. Es bestünde die Gefahr von Infektionen.

Auch der Generaldirektor der Walliser Spitäler, Eric Bonvin warnte laut «Tages-Anzeiger» davor, dass Touristen in den nächsten Monaten das Gesundheitssystem noch zusätzlich belasten.

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