Rückblick auf das Jahr 2020: Die Gemeindebehörden waren stark gefordert

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Gemeindepräsident Thomas Roos, Gemeindepräsidentin Michaela Tschuor und Gemeinde-Vizepräsident Willi Zürcher (v.l.) blicken auf das Jahr 2020 zurück. Bild: zvg

Ich habe mir mein erstes Jahr als Altishofer Gemeindepräsident in der Tat anders vorgestellt. Rückblickend hätte ich mir andere Affronts gewünscht, als mich damit zu befassen, wie lange die Vereine unsere Räume noch nutzen dürfen oder wie wir unsere Bevölkerung an der Gemeindeversammlung ausreichend schützen können. Das ganze Jahr war geprägt von kurzfristigen Entscheiden für eine noch nie dagewesene Situation und wir alle wünschen uns, in grossen Schritten Richtung Normalität zu marschieren. Die Folgen aus der Epidemie sind für unsere Gemeinde in vielen Bereichen noch nicht greifbar. Nebst den gesundheitlichen Langzeitfolgen für erkrankte Bürger sind auch die wirtschaftlichen Folgen nur zu erahnen.

Aber was heisst Corona für unsere Kultur? Altishofen – ein Jahr ohne Musik- und Männerchorkonzert, Fasnachtsumzug und Seilziehfest. All das wäre vor einem Jahr undenkbar gewesen. Ein Musikant hat mir im Herbst gesagt, dass die Proben wieder gestartet haben, man jedoch nicht wisse, wann der nächste Auftritt stattfinden kann. Ähnlich ergeht es unseren Guggenmusiken. Meine persönliche Erfahrung ist, dass wohl der Weg das Ziel ist. Der Weg, das sind die Proben, welche für unser soziales Netzwerk und unsere Freundschaften von immenser Bedeutung sind. Ich habe Hoffnung, dass kreative Vereinsköpfe es schaffen, unsere Vereinsschiffe über Wasser zu halten. Jeder Altishofer hat seine eigene Corona-Geschichte. Ich wünsche mir, dass wir alle die Zuversicht nicht verlieren!

Thomas Roos, Gemeindepräsident Altishofen

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Thomas Roos wünscht sich, dass wir die Zuversicht nicht verlieren. Bild: zvg

Als der Gemeinderat das Jahresprogramm 2020 verabschiedete, ging er davon aus, dass vor allem der Wechsel des Gemeindeführungsmodells uns fordern würde. Ende Februar kam alles anders. Besonders berührt haben mich die Erfahrungen aus der Zeit des Lockdowns. Der gemeinderätliche Pandemiestab hatte beschlossen, einen Helferpool für Einkäufe, Arztbesuche, etc. zu organisieren. Zudem sollte eine Telefonaktion bei Personen über 75 starten. Wir wollten wissen, wie es vor allem der vulnerablen Bevölkerung geht, ob jemand Einkaufshilfen oder andere Unterstützungsangebote benötigt. Die Bereitschaft der Bevölkerung, einen Helferpool zu bilden, war enorm. Zum Einsatz musste der Pool aber bis heute nicht kommen: Während unserer Telefonaktion haben wir erfahren, dass Nachbarschaftshilfe, Hilfe in Grossfamilien und Freundschaften wunderbar funktionierten. Das hofft man ja immer. Aber zu sehen, dass es funktioniert, zeigt, dass man in Wikon nicht nur wohnt, sondern lebt und sich solidarisiert. Kräfte bündeln, mit anpacken und mittragen, habe ich aber nicht nur in diesem Zusammenhang erlebt. Die Bevölkerung, unser Gewerbe, unsere Kommissionen, Parteien, Vereine, die Kirche und unsere Schule haben in diesem Jahr so konstruktiv, kreativ und kooperativ für Wikon gewirkt, wie ich es in den vergangenen Jahren nicht erlebt habe. Traurig stimmen mich hingegen immer wieder die Todesfälle in unserer Gemeinde. Für 2021 wünsche ich mir, dass die Pandemie abflacht und uns wieder mehr Freiheiten gibt.

Michaela Tschuor-Naydowski, Gemeindepräsidentin Wikon

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Michaela Tschuor: «In Wikon solidarisiert man sich». Bild: zvg

Das Jahr 2020 war seit März auch für die Gemeinde Reiden wegen Corona geprägt durch diverse Unsicherheiten (Lockdown usw.). Neben den grossen Herausforderungen in den Infrastrukturvorhaben wie Schulhausbau, Bahnhof, Badi oder Strassensanierungen sowie den Veränderungen auf der Verwaltung und der Behörde durch den Weggang von Gemeindeschreiberin Margrit Bucher und den Wechsel des zuständigen Gemeinderats im Ressort Finanzen konnte die Situation in der ersten Welle den Umständen entsprechend gut gemeistert werden. Auch wenn die vom Bund gesprochenen und von der Gemeinde umgesetzten Massnahmen nicht immer bei allen Teilen der Bevölkerung akzeptiert wurden. Momentan befinden wir uns mitten in der zweiten Welle und hoffen, dass die ergriffenen Massnahmen (u.a. Schliessungen, Impfen) das Leben möglichst bald wieder normalisieren und Restaurants, Verkaufslokale und Vereine bald wieder unbeschränkt öffnen und Anlässe durchgeführt werden können. Dies sind wichtige Voraussetzungen, um das Jahr 2021 unter positiven Vorzeichen anzugehen. Daneben werden Reiden auch im neuen Jahr neben den Infrastrukturbauten wie Strassensanierungen, Renovation Pestalozzi-Schulhaus und das Thema Badi weiterhin die Auswirkungen von Corona zu schaffen machen. Insbesondere werden die Massnahmen auch Auswirkungen auf die Gemeindefinanzen haben und uns beschäftigen. Dass ich als Gemeinde-Vizepräsident hier schreibe, ist ebenfalls Covid-19 zuzuordnen.

Willi Zürcher, Gemeinde-Vizepräsident Reiden

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«2020 war von Unsicherheiten geprägt», sagt Willi Zürcher. Bild: zvg
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