Ich wollt, ich wär ein Hund und es liefe alles rund

Heute ist der letzte und gleichzeitig einer der besten Tage 2020. Einer der besten, weil dieses verflixte Jahr endlich ein Ende nimmt. Was mussten wir in den letzten zwölf Monaten coronabedingt nicht alles erdulden. Angst vor Krankheit, Sorgen wegen der beruflichen Zukunft, Lockdown, Überlastung des Gesundheitssystems und das Mühsamste, die gefühlt mehreren Millionen selbsternannten Experten in Gesundheits-, Wirtschafts- und Politikfragen. Es ist in Ordnung, wenn erwachsene Menschen Dinge hinterfragen, aber ohne fundiertes Wissen zu allem und jedem seine Meinung in die Öffentlichkeit hinauszuposaunen, ist nicht einmal nötig, wenn man mehr Zeit zur Verfügung hat als gewohnt.

In den letzten knapp zehn Monaten sind viele von uns deutlich öfters zuhause gewesen. Eine Umstellung in der Denk-, aber auch in der Arbeits- und Handlungsweise war vonnöten. Für das Gewohnheitstier Mensch nicht immer einfach, selbst mit Einfamilienhaus und genügend Platz. Schnell vergessen wir, wie schön wir es trotzdem haben, und schnell kommt uns in den Sinn, was wir alles nicht mehr haben. Wir dürfen zeitweise nicht mehr ins Restaurant, uns wird der Mannschaftssport zu grossen Teilen verboten, wir können nicht mehr unbeschwert durch die Weltgeschichte reisen und wir werden dazu angehalten, gewisse Regeln zu befolgen.

Wenn ich während der Home­office-Tage immer etwa wieder vom zum Büro umfunktionierten Wohnzimmer über die Schulter blicke, sehe ich einen, den das Ganze nicht im Geringsten stört – im Gegenteil. Er ist froh, dass er praktisch nie alleine zuhause ist und immer etwa wieder ein Extragoodie erhält. Obwohl es nicht wissenschaftlich bewiesen ist, gehe ich stark davon aus, dass er deutlich weniger unzufrieden ist als ich. Er hat keine Sorgen wegen Corona, er hat keine Existenzängste, ihn kümmern Krankheiten von Personen aus dem näheren Umfeld nur bedingt, ihn beunruhigen keine Gedanken bezüglich der Zukunft seiner Kinder und er muss sich beispielsweise auch nicht mit dem unwürdigen Schmierentheater um die Wahl des US-amerikanischen Präsidenten befassen.

Es kommt mir immer wieder ein Gedanke: Ich wollt, ich wär ein Hund und es liefe alles rund. Ich weiss, dass es nicht allen Haustieren gut geht, aber seit Pongo, der ehemalige Strassenhund aus Kos, im Alter von einem Jahr zu uns gekommen ist, lebt er einen wunderbaren Traum. Er kann jeden Tag ausgiebige Spaziergänge machen, kriegt zwischendurch einen Büffelhautknochen und schläft in der restlichen Zeit wie ein Murmeltier. Er ist in unserer Familie so etwas wie der Hecht im Karpfenteich.

Nur in einem Bereich haben wir Menschen einen klaren Vorteil: Während Pongo darauf angewiesen ist, dass wir ihm jeden Tag sein Futter bereitstellen, können wir zum Kühlschrank gehen und uns selbst bedienen. Wenn ich dann jeweils seinen Blick richtig interpretiere, würde er zumindest in diesen Momenten gerne mit uns tauschen.

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